Mannheim
Compact Memory

Zion · 1934-10-01 · 9-12 (10.1934) · p. Seite 101

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
9-12 (10.1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 101 (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3133276-3139367-3139373--0982-3140499
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

5 hits for “Hachschara”

Nr. 9/12 ZION (Seite 101 unsere letzte Pegischa ganz unter diesem Gesichtspunkt stand. Wir haben uns damals über diese Fragen ausführlich unterhalten. Deshalb haben wir, da uns ja wenig Zeit zur Verfügung stand, diesmal davon Abstand genommen. Ich möchte aber doch sagen, daß die Wege zu dieser gemeinsamen Arbeiterschaft in Erez Jisrael, die auch wir erstreben, doch anders sind und nicht so einfach und unproblematisch, wie es sich anhörte. Wir begrüßen es als einen großen Schritt vorwärts, daß der Heskem geschlossen worden ist, wenn es auch kein Idealzustand ist. Wir erstreben eine enge Zusammenarbeit mit dem Hechaluz, jedoch als geschlossene Organisation. Wenn wir uns der Histadruth anschließen sollten, die von sich behauptet, sie sei das Volk im Werden, so müssen wir folgendes erwidern: Die Volkswerdung ist kein SelbstzwuSK. Man muß eine Vorstellung haben von dem Endziel dieses Prozesses. Und dieses Endziel sieht für uns wesentlich anders aus als für die Massen der Histadrut. Von uns aus gesehen stellt der Hapoel Hamisrachi die werdende Volksgemeinschaft dar. Er ist also das Volk im Werden, in das wir uns einreihen, von dem wir hoffen, daß er einmal die ganze Arbeiterschaft umfassen wird. Arbeitsgemeinschaft über Snifarbeit. (Leitung: Schmuel Preßler). Während die Aufgabe des Bachad früher im allgemeinen nur die Vermittlung des Hachschara war, sind wir durch die Zeitverhältnisse jetzt gezwungen, auch gleichzeitig Erziehungsarbeit zu leisten. Hierin besteht eine wichtige Aufgabe der Snifim. Sie sollen die Vorstufe zur Hachschara sein. Man muß die Chawerim in einer bestimmten Zeit soweit fördern, daß sie in jeder Hinsicht reif sind, in einen Hachschara-Kibbuz einzutreten. In - den Snifim ist ferner die gleiche Tarbutarbeit wie in den Hachscharakibbuzim zu leisten, denn der Snif ist für viele Chawerim, die in städtischer Hachschara sind, der einzige Ort, an dem sie das für einen Ole geforderte Maß an jüdisch-zionistischem Wissen erwerben können. Dann berichteten die Vertreter der Snifim. Da man fast überall mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, genügt es hier, nur einen kurzen Ueberblick über die Berichte der größten Snifim zu geben. Berlin: Sigmar Bromberger. Der Snif umfaßt etwa 200 Chawerim. Sie sind in einzelne Kwuzot eingeteilt. Sehr ungünstig wirkt sich der Umstand aus, daß etwa 65 Prozent der Mitglieder Chawerot sind; das macht sich insbesondere in der Tarbutarbeit bemerkbar. Denn nach unseren Erfahrungen kann man bei Chawerot weniger Vorkenntnisse voraussetzen. Die Führerschaft besteht zum Teil aus Brit-Hanoar-Führern, zum anderen Teil aus Stam-Chaluzim. Leider ist fast keine Zusammenarbeit mit' der Brit-Hanoar- Führerschaft möglich. Dies ist vielleicht durch die lokalen Verhältnisse in Berlin bedingt. Iwrit wird in allen Gruppen gelernt. Auf eine Frage von Schlomo Bombach, woher es kommt, daß in Berlin soviel mehr Chawerot als Chawerim sind, wird geantwortet, daß durch die Alija zum größten Teil Chawerim die Snifim verlassen. Außerdem sind es meistens die Mädchen, die die Hachschara in der Stadt durchführen. Werner Reiß, Hamburg, berichtet, daß in Hamburg die Tarbutarbeit zumeist gemeinsam mit dem Zeire Misrachi durchgeführt wird. Der Bachad hat einmal wöchentlich eine besondere Sicha, in der ausschließlich Fragen, die speziell die Chaluzim betreffen, behandelt werden. An dieser Sicha beteiligen sich etwa 50 Chawerim. Schmuel Preßler wendet ein, daß es unmöglich ist, bei einer so großen Gruppe Menschen wirklich zur Chaluziut zu erziehen. Man muß in kleinen Gruppen versuchen, Erziehungsarbeit zu leisten. Werner Reiß erklärt die Schwierigkeit, kleinere Gruppen zu schaffen, aus dem in Hamburg herrschenden Führermangel. In Magdeburg wird laut Bericht von Arje Händler die Hauptarbeit vom Bet-Chaluz geleistet und es besteht eine gute Zusammenarbeit des Snif mit dem Brit Hanoar. Bertold Bermann, Köln, berichtet über gute Zusammenarbeit von Bachad mit dem Zeire Misrachi Außer den gesonderten Gruppenabenden kommt am Schabbat der ganze Snif zusammen. Um den auch dort herrschenden Führermangel einigermaßen zu kompensieren, werden auch Außenstehende, wie z. B. Seminaristen zur Arbeit herangezogen. Die Brit-Hanoar-Führer beteiligen sich geschlossen an der Snifarbeit. Ruth Wolffberg, Frankfurt a. M.: Die Chawerim sind meistens Handwerker. Die Einteilung in Gruppen ist derart vorgenommen, daß jeweils die Chawerim, die in den gleichen Berufen arbeiten, zusammengefaßt sind. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß die Menschen sich leichter persönlich näherkommen als es sonst der Fall ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.