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Zion · 1934-10-01 · 9-12 (10.1934) · p. Seite 100

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
9-12 (10.1934)
Date
1934-10-01
Page
Seite 100 (sequence 30)
Language
German
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Seite 100 Z I 0 N Nr. 9/12 Ich schreibe es dem Mangel an Zeit zu, daß man nicht genügend auf die PirM«me der Kibbuziut eingegangen ist und auf den Kibbuz Rodges. Daraus'hätte man wichtige Fingerzeige für die Arbeit im Bet Chaluz erhalten können. In den Kibbuzim in Erez Jisrael ist die Zahl der ungelösten Probleme zur Zeit größer als die Zahl der gelösten. Es wäre vermessen von uns zu sagen, der Kibbuz im Lande ist bereits eine Lösung. Kibbuz Rodges und Ain Charod sind sich bewußt der großen Aufgabe, die sie zu erfüllen haben. Man muß aber auch gleichzeitig versuchen, dem einzelnen Chawer gerecht zu werden und beides miteinander verbinden. Die chaluzische Bewegung in Deutschland hat eine große Aufgabe zu erfüllen. Es gilt die Jugend zu erfassen, und diese Jugend ist keine bündische Jugend, ist Stamjugend. Um diese Aufgabe dürfen wir uns nicht herumdrücken. Wir haben die Verantwortung für jeden Menschen, der zu uns. kommt, zum Snif, zum Bet Chaluz. Dieses waren nur einige Bemerkungen zur vorangegangenen Aussprache. Der Gedanke der Chaluziut ist das selbstverständliche Sicheinsetzen für die Idee. Wir sehen, daß mit dem Zionismus ein Prozeß der sozialen Erneuerung des jüdischen Volkes vor sich geht. Wir gehen den Weg der Kibbuziut. Das, glaube ich, sind die wichtigsten Dinge, die uns verbinden. Nun möchte ich aber aus dem Gefühl <*n- Verbundenheit mir einige Bemerkungen erlauben. In der Diskussion, die ich gehört habe, habe ich nicht verspürt das große Bangen um unsere ungeheuer erschwerte Situation im Lande. Die Tatsache besteht doch, daß unsere Lage im Lande durch die Revisionisten gefährdet ist. In Deutschland befinden wir uns mit unserer Arbeit im Zeichen des Abbaus der ganzen Hachschara. Wir leben in einer Zeit der großen Konjunktur und das ist sehr gefährlich. Es hätte mich interessiert zu hören, welche Schritte unternommen worden sind, um zu erreichen, daß alle Olim aufs Land gehen. Es gibt dafür gewisse Mittel. Eins dieser Mittel ist eine Kollektivierung der Alija. Es müssen mehr Kibbuze Alijot geschaffen werden. Ich bin nicht derjenige, der glaubt, daß man nur in einem Kibbuz leben kann, aber im Augenblick gibt es nichts wichtigeres als die Behauptung unserer Positionen im Lande. Vor eins aber möchte ich Euch warnen, Euer ganzes Schicksal nur mit dem Kibbuz Rodges zu verbinden. Ich schätze die Arbeit in Kibbuz Rodges sehr hoch ein. Nun möchte ich noch auf einen Punkt eingehen, der mir sehr am Herzen liegt. Das ist die Sache, die schon oft besprochen worden ist, daß wir mit dem Zustand der Zuspitzung der innerpolitischen jüdischen Situation, wie sie in Deutschland und im Lande existiert, uns nicht zufrieden geben können. Wir haben gehört, daß im Lande ein Arbeitsabkommen zwischen Histadrut und Hapoel Hamisrachigeschlossen worden ist. Ich möchte keineswegs den Wert dessen vermindern und weiß, daß solche Verträge wertvoll sind. Es besteht jetzt z. B. auch eine gewisse Aussicht, mit Revisionisten ein solches Arbeitsabkommen zu schließen. Ich glaube aber, daß solche Arbeitsabkommen kein idealer Zustand sind. Die palästinensische Arbeiterschaft hatte zwei Jahrzehnte hinter sich, bis zur Histadrut. Was vorhanden sein muß, das ist bei aller Erkenntnis der Schwierigkeiten das Ziel der Einigung der gesamten Arbeiterschaft. Arbeitsabkommen sind ein Surrogat. Ich weiß, daß es soviel Gemeinsames gibt, daß man absolut in einer Bewegung sein kann. Aber ich frage mich, wenn es darum geht, wie im gegenwärtigen Augenblick, wo die revisionistische Gefahr droht alles zu vernichten, auch das, was der Hapoel Hamisrachi geschaffen hat, in dem Augenblick, wo es um unsere Existenz geht, haben wir nicht genügend Gemeinsames, um zusammenzugehen? Die Jugend des Brit Chaluzim Datiim stellt wirklich ein Phänomen dar. Ueber wieviel Schwierigkeiten ist diese Jugend schon hinweggekommen. Es ist in Deutschland zwischen Hechaluz und Brit Chaluzim Datiim zu einer guten Zusammenarbeit gekommen, aber jede Zersplitterung ist ein Verlust an Kräften. Auch mit vereinten Kräften werden wir der Aufgabe kaum gerecht. Und nun noch eine Bemerkung: Das, was mir auf der Moaza des Hechaluz und auch hier schmerzlich ist, daß wir so wenig Iwrit reden. Wir haben Iwrit auf dem Papier, aber nicht in Wirklichkeit. Es ist ein beklemmendes Gefühl, Iwrit zu reden und zu wissen, daß ein großer Teil es nicht versteht. Wir haben noch keineswegs das Minimum erreicht, das wir erreichen müssen. Rudi Herz. Die Situation auf der Pegischa bedingt es, daß wir stark von unseren Fragen in Anspruch genommen sind, daß unsere Probleme uns beschäftigen, die noch in allen wichtigen Dingen unserer Lebensgestaltung sehr im Anfang sind und neu geklärt und weitergeführt werden. müssen. Daß wir nicht über die Fragen unserer Abgrenzung nach außen, z. B. gegenüber dem Hechaluz und der Histadrut gesprochen haben, liegt daran, daß

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