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Zion · 1934-07-01 · 7-8 (7.1934) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
7-8 (7.1934)
Date
1934-07-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND Herausgegeben vom Zentralbüro der Unabhäng igen Misrachi Landesorganisation Deutschlands BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL• ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAU3CEBER ODER DURCH DIE POST Nr. 7/8 Berlin, Juli/August 1934. Aw/Ellul 5694 VI. Jahrgang Zu Rosch-Haschanah 5695 AlexanderAdler. Wenn wieder ein Jahr sich rundet, um hinter uns ins Meer d er Vergessenheit zu tauchen, kommt die besinnliche Stimmung über uns und wir überdenken noch einmal, was alles es uns gebracht hat an Gutem und Schlechtem, — und soweit wir aktiv an seiner Gestaltung mitgearbeitet haben — was hätte besser gemacht werden können. Und wenn wir es ernst mit unserer Aufgabe meinen, fassen wir gute Vorsätze für die vor uns liegende Zeit, in der ernsten Absicht, sie zu verwirklichen. I. Das Zentrum jüdischen Geschehens ist Erez Jisrael. Was hat das jetzt ablaufende Jahr unserem Lande gebracht? — Wirtschaftlichen Aufstieg in unerwartetem Ausmaß. Die ganze Welt lebt in einer Periode wirtschaftlicher Not, überall herrscht Arbeitsmangel, sind Absatzschwierigkeiten, die Grenzen sind für Einwanderung gesperrt, der Standard der Lebenshaltung senkt sich für die Masse der Bevölkerung, da die Verdienstmöglichkeiten geringer werden. Nicht so bei uns: Kein Arbeitsmangel, sondern Arbeitermangel, keine Absatzschwierigkeit, sondern die Produktion hält nicht Schritt mit der Nachfrage, man bemüht sich, Einwanderer heranzuziehen, Verdienstmöglichkeiten in steigendem Maße zu geben, dem, der arbeiten will und seine Arbeit versteht. Die wirtschaftliche Bilanz ist restlos befriedigend für Erez Jisrael. II. Genügt uns die wirtschaftliche Bilanz allein, um die Aktiven eines Jahres beurteilen zu können? Uns sicher nicht. Denn wir kennen den Satz: m«n n»rv nzb nnSn Sjr nb »a. Wie aber steht es mit dem politischen und kulturellen Fortschritt, den wir in diesem Jahre zu verzeichnen hatten? — Außenpolitisch haben wir recht wenig erreicht. Dies war aber auch nicht anders zu erwarten, wenn wir sehen, in welcher Verfassung wir uns innerpolitisch befinden. Wie kann die Mandatsmacht und wiesoll die Palästina-Regierung uns als einen politischen Faktor empfinden, dem Rechnung zu tragen ist, wenn wir in den eigenen Reihen so zerrissen und uneinig sind, wie das zurzeit der Fall ist Ist nicht eine erschreckende Aehnlichkeit zu verzeichnen zwischen der Zeit, als die Römer den letzten entscheidenden Schlag gegen unsere staatliche Selbständigkeit führten und dem Zustand, der heute bei uns im Lande herrscht? Feindliche Brüder stehen sich gegenüber, sie sehen nur noch das, was den einen Juden vom anderen trennt und haben kein Verständnis dafür, daß weit dringendere Angelegenheiten vor uns stehen, als die Austragung innerer Fehden. Ueber den Streit darüber, wie unser Land politisch aufzubauen ist, vergaßen wir, daßzunächst alles davon abhängt, ein Stadium zu erreichen, in dem politisch überhaupt etwas erwirkt werden kann. In der Atmosphäre der Gehässigkeit, die heute herrscht, kann nichts von England erwartet werden; nur ein diszipliniertes, in sich einiges Volk kann als Verhandlungspartner einer kolonialen Weltmacht auftre-

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