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Zion · 1934-06-01 · 6 (6.1934) · p. Seite 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
6 (6.1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 50 (sequence 8)
Language
German
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Seite 50 ZION Nr. 50 des Landes mit unserem Herzen und unseren Händen zu gleicher Zeit. Sie brauchten es uns nichts zweimal zu sagen — das ist das Verdienst, das auch wir daran haben — man schuf ihn-in Betzenrod. Aber was man ihnen geben konnte, war nur der äußere Rahmen. Sie selbst mußten ihn ausfühlen mit chaluzischen Geist, mit dein Geist der min »xi'jn Auch sie schufen sich eine Theorie, aber zugleich mit der Theorie schaffen sie die Praxis und jeden Tag ihrer Arbeit wandelte sie um von Galutmenschen zu p*nn »aa im edelsten Sinn des Wortes. Von Anbeginn ihrer Arbeit lebten sie Tora anstatt sie zu predigen, setzten in die Tat um schon hier in der Galut, was zur schönsten Reife kommen sollte in Erez Jisrael. Die Schlacken der europäischen Zivilisation fielen von ihnen ab, sie kehrten zurück zum einfachen Leben des ländlichen Arbeiters, eine harte Holzbank, ein einfacher handgezimmerter Tisch, ein hartes Bett und einfachste Kost wurden ihnen zum Ausdruck der En euerung ihres Lebens, das nicht an Aeußerlichkeiten hängen soll und das gipfelte in Erfüllung der Tora in verinnerlichter, reiner und zugleich moderner Form. Manchmal gehen sie ihren Weg ganz anders, als man es von dem irn erwartete, sie haben das Recht dazu, denn sie lieben die Tora, deshalb kann sich auch unter ihren Händen die Form wandeln. Sie haben das Amt des Erobern, sie erringen sich in harter und körperlicher Arbeit das Gesetz, sie schaffen das neue Juden tum zeitgemäßer Prägung unter Erneuerung seiner überzeitlichen Werte, unter Vertiefung der religiösen, sittlichen und moralischen Grundlagen des Judentums. F.s ist kein Wunder, daß Teile des orthodoxen Judentums die Arbeit, die von unseren Jungens und Mädels geleistet wird nicht verstehen. Unserre Menschen, die sich heute ihv Judentum erkämpfen und ihr ganzes Leben damit anfüllen wollen, das Leben ihres Berufes ebenso wie ihr privates Leben, können und sollen nicht nur im blinden Glauben Formen einfach übernehmen, weil sie da sind, sondern sie sollen auch den Inhalt nehmen und ihn in solche Form gießen, daß sie in Erez Jisrael den Bau unserei Lehre gleichzeitig mit dem Bau des Landes vollführen können. Es ist traurig und beschämend, wenn das Rabbanut nicht mehr die Kraft hat. das Leben des Landes in Uebereinstimmung zu bringen mit unserem Gesetz, wenn es sich vor einem klaren Psak scheut und es der Jugend, die willig ist, sich vor dem Psak zu beugen, überläßt den Weg sich allein zu suchen. Das unsere Rodgeser Jugend den Mut hat diesen Weg denn auch allein zu gehen und selbst die Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, daß muß uns zuversichtlich stimmen: ihnen ist Lehre und Tat so nahe, in ihrem Munde und in ihrem Herzen zugleich, daß sie auch auf eigene Verantwortung handeln können, wie die Tora sagt: anp *a .nnwyh ^aSai -paa inö nann yhx Ihr Jungens und Mädels von Benzenrod Rod ges und Geringshof, von Burghaun und Alme c und Dragebruch und allen anderen Orten, in denen Ihr für Lehre und Volk arbeitet, Ihr seid unser Stolz und unsere Hoffnung! Bleibt, was Ihr heute seid, die Zukunft des Judentums gehört Euch. Betzenrod. Eli Fe u ch t wange r. I. Es ist schwer die Atmosphäre zu schildern, in der man lebt — man verliert den Maßstab für das Typische, Unterscheidende. Deshalb greife ich hier, zur Schilderung der Bezenroder Atmosphäre, einige der ersten Eindrücke eines vor neun Jahren „neu" eingetretenen „Eleven" heraus. Vielleich zeigt die Schilderung auch in dieser recht persönlichen Form doch manches Typische von Betzenroder Vergangenheit und Gegenwart. II. In der Küche des Jüdischen Lehrgutes — eine Grude, ein Ofen und ein Tisch stehen dort, sitzt man am Tisch und lernt Mischnajot — der Begriff der Karet-Strafe wird gerade definiert. Zwei „Neue" kommen an, man fragt nicht viel nach ihnen, man bringt ihnen Essen, man lernt weiter. Der Morgen beginnt früh. — Ich erinnere mich noch genau: A. F. geht mit dem Pferde Jauche auf die Acker fahren — neidisch sehe ich ihm zu. — Wir zwei „Neuen" bleiben zu Hause, wir bessern die rissig gewordene Wand im Badezimmer aus. Wir sehen viel Neues — einen vollkommenen landwirtschaftlichen Betrieb, eine kleine Schneiderei. Wir sehen, im Haus wird gearbeitet, gemalt, gestrichen. Alles macht jeder, alles lernt jeder. Es war die Atmosphäre des Betzenroder Tages, die Atmosphäre der Arbeit, die uns hier erfaßte, in die wir uns gleich hineinverkettet, fühlten. Und wir dachten nur noch an Arbeit,

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