Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 6 (1934)
- Issue
- 6 (6.1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 49 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 6 ZION Seile 49 Methoden. Das Lehrgut ist keine Schule sondern ein normaler moderner landwirtschaftlicher Betrieb, in dem alle vorkommenden Arbeiten von den Eleven verrichtet werden. Jeder arbeitet mehrere Monate in einem bestimmten Betriebszweig und wechselt dann ab. — Der fachlich theoretische Unterricht findet Sonntags und im Winter nachmittags oder abends statt. Die Berufsausbildung allein kann jedoch nicht genügen, um die Grundlage für das neue Leben in Erez Jisrael, wie wir es uns vorstellen, zu bilden. Die Erkenntnis, daß dem Aufbau der neuen jüdischen Welt seine Kraft nur aus der Verwurzelung mit allen Werten der jüdischen Tradition und Kultur erwachsen kann, haben von Anfang an dazu geführt, neben der Berufsau? bildung das „Lernen" als einen gleichwichtigen Faktor zu betrachten. Im Laufe der Zeit wurde eine, leider noch viel zu kleine, Bibliothek gesammelt. Bei der Stellenbesetzung wird stets darauf geachtet, mehrere Chawerim zu haben, die nach ihrer Vorbildung in der Lage sind, hebräischen und jüdischen Unterricht und sonstige Anregungen zu geben. Den Chawerim wird empfohlen vor Beginn oder nach Abschluß der Berufsausbildung eine bestimmte Zeit der Vertiefung ihrer jüdischen Kenntnisse zu widmen. Durch das verständnisvolle Entgegenkommen der Frankfurter Jeschiwa ist es gelungen, jeden Winter eine Gruppe unserer Chawerim dort die Möglichkeit des Lernens zu geben. Erreichtes. Im Laufe der zehn Jahre seines Bestehens hat das Lehrgut (zusammen mit den Zentren) über 300 Chawerim ausgebildet, die sich jetzt fast ausschließlich in Palästina befinden und dort auf Grund ihrerAusbildung eine sichere Existenz gefunden haben. Dort beginnt erst die eigentliche Aufgabe. Auch in Erez Jisrael hat sich der größte Teil der Chawerim zusammengeschlossen, um in Gemeinschaft mit Chawerim aus anderen Ländern an der Verwirklichung des großen Zieles Tora w'Awoda zu arbeiten. Die Siedulngspunkte Kibbuz Rodges in Petach Tikwa und seine Pluga in Giwat Chajim, der Kibbuz Jawne in Kfar Saba, der Irgun Salvendi und der Irgun Wadi Chawerit entstanden unter führender Mitwirkung unserer Chawerim. In diesen zehn Jahren, die oft nicht leicht aber . dennoch schön waren, ist es gelungen, einen Weg zu finden zu einem sinnvollen schöpferischen Leben mit dem Ziele der Verwirklichung von Tora w'Awoda. Der Weg liegt vor uns, aber wir stehen noch im Anfang. Das Werk, dessen Last ursprünglich nur auf den Schultern Einzelner ruhte, ist heute zu einer Sache der gesammten religiösen Jugend geworden. Wenn sie sich nicht nur zu ihm bekennt, sondern auch bereit ist, ihre Kräfte der Verwirklichung zur Verfügung zu stellen, so können wir vertrauensvoll in die Zukunft schauen. Der Inhalt und die Form. Ein Gruß des Deutschen Misrachi Alexander Adler. Zehn Jahre misrachistische Hachschara, von Betzenrod über Rodges nach Gehringshof — von der Hachschara bis zum Binjan Haarez im Kibbuz Rodges — inhaltsreiche, arbeitsvolle sorgen- und freudvolle Jahre, mühevoller Aufbau und glückverheißender Erfolg. Was bedeutet uns, dem Misrachi in Deutschland, die Arbeit? Wir stehen seit 30 Jahren in der zionistischen Front, kämpfen für das Prinzip des Aufbaus von Erez Jisrael als Heimstätte für das jüdische Volk auf der Grundlage von Torat Jisrael, führten einen Kampf um Anerkennung einer Theorie. Unsere Gefolgsmänner waren die älteren Menschen, die Baale Batim, die Generation derer, die zwar im Herzen stark und tief verwurzelt waren mit allem, was in Erez Jisrael geschah, die aber doch zum weitaus größten Teil wußten, daß sie nicht aktiv eingreifen würden in das Geschehen in unserem Lande. Sie stellten Forderungen an das Leben, das Andere führen sollten. Daran krankte unsere Arbeit, unsere Wirkungsmöglichkeit war beeinträchtigt. Man respektierte zwar unsere Theorie, aber legte ihr auch nur einen theoretischen Wert bei. Man nahm uns nicht ernst, vielleicht nahmen wir uns selbst nicht ganz ernst, das Gefühl für die Wirklichkeit in Erez Jisrael war nicht stark genug in uns, es mußte erst Jemand kommen und uns von unserem Lande sagen, wie es einst von der Tora gesagt wurde: d*ö»3 »b es liegt nicht irgendwo im tranzendenten Leben, sondern ist eine praktische Lebensaufgabe, hier in dieser Welt und durch unsere eigene körperliche Aufgabe zu erringen und zu erkämpfen. Unsere Jungens und Mädels kamen und sagten uns das. Sie verlangten von uns, gibt uns eine Möglichkeit, uns vorzubereiten auf das Leben des einfachen Arbeiters, des Dienens am Aufbau