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Zion · 1934-06-01 · 6 (6.1934) · page 3

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Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
6 (6.1934)
Date
1934-06-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND Herausgegeben vom Zentralbüro der Unabhängigen Misrachi Landesorganisation Deutschlands BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL. ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSCEBER ODER DURCH DIE POST Nr. 6 Berlin, Juni 1934. Tamus 5694 VI. Jahrgang Zum Jubiläum von Rodges. Von Eriist Simon Nun vor zehn Jahren ist im Kreise der Schüler von Rabbiner Nobel, gleich nach seinem Tode, der Gedanke gefaßt und-bald auch verwirklicht worden, die von ihm so beklagte Zerrissenheit des Volkes in die Gruppen der „Chassidim" und „Chaluzim" durch die Gründung eines gesetzestreuen jüdischen Lehrgutes mit überwinden zu heirSn. Aber hier, in unserem internen Kreise, dem diese Blätter vor allem gewidmet sind, und im Kreise der Freunde, die wir durch sie neu gewinnen wollen, ziehmt uns nicht der Ton lauter Freude über das Erreichte, so beträchtlich es ist und so sehr es unsere kühnsten Hoffnungen hinter sich gelassen hat. Wir wollen heute überhaupt nicht von der Vergangenheit, ihren Mühen und Folgen, sondern von der Zukunft reden, von ihren Problemen und Aufgaben. Wenn ich also im folgenden einige der Zukunftaufgaben andeute, so sage ich damit natürlich keinem der Chawerim etwas Neues, sondern formuliere nur zusammenfassend, was in zahlreichen Gesprächen, Debatten und wohl auch Artikeln bereits erörtert worden ist. Außerdem ist es wohl kaum nötig, ausdrücklich zu bemerken, daß von den naturgemäß im Mittelpunkt stehenden wirtschaftlichen und fachlichen Zukunftssorgen in diesem Artikel nicht die Rede sein Kann: dies muß Berufeneren überlassen bleiben. I. Tora w'Awoda. Dieses Schlagwort, mit dem wir unser Erziehungs- und Arbeitsziel zusammenfassen pflegen, legt ein Mißverständnis gefährlich nahe. Dadurch, daß hier von „Tora und Arbeit" gesprochen wird, entsteht leicht der Irrtum, es handele sich um zwei voneinander getrennte Lebensbezirke, die durch das „und" zusammengebracht werden sollen. Die Entwicklung der assimilierten deutschen Orthodoxie hat bekanntlich unter der Führung einer formal ähnlichen Devise gestanden: wenn Samson Raphael Hirsch von „Tora im Derech Erez" sprach, so hat er dieses Wort aus den Sprüchen der Väter faktisch — keineswegs in seinem Kommentar zu Pirke Awot — anders interpretiert, als es dort gemeint war, sondern ihm dadurch auch jenen spezifisch synthetischen Sinn gegeben, der durch ein „mit" zwei Dinge miteinander verbindet. Die Geschichte dieser Interpretation ist lehrreich für das deutsche gesetzestreue Juden tum und auch für die Entwicklung der Devise „Tora w'Awoda", daß sie hier kurz erzählt sei: In den Sprüchen der Väter ist die Rede von einem vollen Menschenleben täglicher Arbeit. Das, und nichts anderes, heißt „Derech Erez". Das Lob von „Tora im Derech Erez" steht im Zusammenhang der beinahe gleichsinnigen Sätze, daß man die Tora nicht zu einer Axt machen solle, um damit zu graben; daß Tora ohne Arbeit keinen Bestand habe und so fort. Die soziale Si-

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