Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 6 (1934)
- Issue
- 4-5 (4.1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND Herausgegeben vom Zentralbüro der Unabhängigen Misrachi Landesorganisation Deutschlands BEZUGSPREIS RM- 1.50 PRO QUARTAL ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSGEBER ODER DURCH DIE POST Nr. 4-5 Berlin, April / Mai 1934, Ijar/Siwan 5694 VI. Jahrgang Die Alten und die Jungen. (Das Erlebnis der Ortsgruppentagung des Misrachi.) Mehr als drei Jahre sind es her, daß die Ortsgruppen des Misrachi in Deutschland sich zusammengefunden hatten, um die gemeinsame zionistische und misrachistische Grundlage, um derentwillen sie zusammengeschlossen sind, zu beraten, und den Weg, auf dem man dem erstrebten Ziel näherkommen kann, zu besprechen und fest zulegen. Wenn wir unsere früheren Zusammenkünfte an unserem inneren Auge vorüberziehen lassen und dann die Tagung vom 30. April 1934 näher betrachten, so fällt besonders die ganz anders geartete Zusammensetzung auf. Viele der Männer, die seit Jahren, z. T. seit Jahrzehnten, Führer unserer Tagungen waren Oskar Wolfsberg, Aron und Lazarus Barth, Benno Kohn, Jacob Herz und viele Andere — haben die Konsequenz aus ihrem Zionismus gezogen und haben sich in Erez Jisrael niedergelassen. Nur verhältnismäßig wenige Menschen, die uns aus der .Arbeit langer Jahre her bekannt sind, nahmen diesmal an unseren Beratungen teil. Um so erfreulicher ist es, die Feststellung treffen zu können, daß durch den Fortzug einer ganzen Führergeneration unsere Arbeit nicht verwaist geblieben ist. Neben den altbewährten Führern — Rabbiner Dr. Hoffmann, Dr. Georg Lewy, Breslau; Dr. Rothschild, Lübeck, um nur einige zu nennen, — hat ein junges tatkräftiges Geschlecht die Position bezogen, die durch die Uebersiedlung unserer Freunde nach Erez Jisrael frei geworden sind. Und freudig kann man feststellen, daß diejenigen der älteren Generation, denen es vorläufig noch verwehrt ist, ihrer Sehnsucht letztes Ziel zu erreichen, nicht nur mit größtem Verständnis die Mitarbeit der Jüngeren und neu in die Arbeit Gekommenen begrüßen, sondern sich auch ernsthaft und mit Erfolg bemühen, in die Gedankengänge der Jugendlichen einzudringen und sie in. das eigene gedankliche Gut einzuordnen. .So.kann heute vielleicht von einer größeren Einheitlichkeit in unserer Landesorganisation gesprochen werden, als dies vor einigen Jahren der Fall war. Aber auch unserer Jugend gebührt in diesem Zusammenhang ein besonderes Wort des Lobes: sie geht ihren eigenen Weg und muß das, wie ja jede Jugend, tun. Aber sie geht ihn mit dem Bewußtsein, daß sie nicht aus $ich selbst heraus, das wird und werden kann, was sie sich als Ziel gesetzt hat, sondern daß sie angewiesen ist auf. die Mitarbeit der älteren Generation,, daß sie nur fortsetzt und erweitert, vertieft und vervollkommt, was die Aelteren und die Alten in sie hineingelegt haben. Sie weiß, daß sie Vollender und Vollstrecker einer Tradation ist, die allen, den Alten wie den Jungen, heilig ist, und die fortzuführen und organisch auszubauen die gemeinsame Arbeit beider Generationen erfordert. Von solchem Geist getragen, war unsere Tagung ein voller Erfolg. Kein Mißton, keine unsachliche oder gereizte Diskussion konnte Platz greifen, denn alle waren geleitet von dem Willen, in gegenseitiger Beeinflußung die Sache zu fördern, die allen gleich lebenswichttig für unser Volk erscheint. Alle wollten beeinflussen, alle waren aber auch bereit und aufgeschlossen, sich beeinflussen zu lassen, und so hat ein Jeder wohl