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Zion · 1934-01-01 · 1 (1.1934) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
6 (1934)
Issue
1 (1.1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ZIO MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND Herausgegeben vom Zentralbüro der Unabhäng igen Misrachi Landesorganisation Deutschlands. BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL. ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSCEBER ODER DURCH DIE POftT Nr. 1 Berlin, Januar 1934. Schewat 5694 VI. Jahrgang Reise in Erez Jisrael. Alexander Adler. Vierzig Tage in Erez Jisrael gewesen sein und dann berichten: ein schweres, ein gefährliches Unterfangen. Denn man erwartet ja in einem Bericht nicht nur von den Tatsachen des Landes zu hören, sondern auch Meinungen über das Land und seine Bewohner, seine Sitten und seine Kultureinstellung. Man erwartet Werturteile und Kritik, und jeder Leser hat ein gewisses subjektives Bild von dem, was drüben vorgeht und will bestätigt wissen, daß er die Dinge richtig sieht, daß sein Urteil, das er sich aus früheren Berichten oder aus den Zeitungen gebildet hat, den Verhältnissen entspricht. Und das ist doch unmöglich, denn man kann sich auch aus noch so guten und zutreffenden Berichten keine Vorstellung von dem machen, was in unserem Lande wirklich lebendig wirkt. Vielfältig, wie ein kunstvoll gewirkter Teppich, ist das Leben im Lande, unendlich viele Farben spielen ineinander, unendlich viele kleine und kleinste Muster müssen zusammenkommen, um das harmonische Kunstwerk zustande zu bringen. Schwarz steht neben weiß, harte und eckige Linien neben weichen und zarten Kreisen und Ovalen. Nicht nur von der Tora kann man sagen: „Wende sie um und um, Du findest alles in ihr", auch vom Leben in Erez Jisrael gilt das gleiche. Wie könnte man nach 40 kurzen Tagen ein Bild davon geben, was das jüdische Volk sich in 40 Jahren in seinem Lande geschaffen hat. Da ist eine Stadt, und 70 000 Juden leben in ihr. Eine junge, eine ganz neue Stadt, jünger und neuer noch als man gemeinhin glaubt. Ein Leben wie in einer europäischen Stadt, die das Mehrfache an Einwohnern zählt, mit einem Automobilverkehr, dessen sich manche Großstadt Europas nicht zu schämen hätte — und mit so wenigen Polizisten, und trotzdem nur seltene Verkehrsstockungen. Disziplin der Straße bei einer Bevölkerung, deren größte Tugend sicherlich nicht Disziplin und Unterordnung unter selbstgegebenen Gesetzen ist. Ich beobachte eine Szene in einem Autoomnibus für Ueberlandreisende. Ein deutscher Jude hat ein Retourticket, für das, laut hebräischem Aufdruck, er sich im Kontor der Linie anmelden muß. Er hatte wohl den Text nicht „richtig gelesen", denn er saß im Auto ohne Anmeldung, und der Platz war anderweitig vergeben. Er weigert sich mit großer Energie, seinen Platz aufzugeben, in großer Aufregung und einem im Lande nicht allgemein üblichen Ton. „Man kann mich heraustragen aus dem Omnibus, ich gehe nicht von selbst hinaus, denn ich habe meinen Platz bezahlt". Der Chauffeur redet mit ihm, verweist auf den Text der Fahrkarte, den man lesen müsse, erklärt ihm, daß der Betrieb ja nicht aufrecht erhalten werden könne, wenn man sich seinen Regeln nicht fügt. Der Fahrgast bleibt beharrlich, Erwägungen nicht zugänglich. Ein zweiter Beamter kommt hinzu. Bestimmt, aber freundlich: „Sehen Sie mal, wir könnten Sie mit Hilfe der Polizei hinausbringen, aber wir tun so etwas nicht gern. Wir sind doch Juden unter uns. Wir müssen uns doch an die Vorschriften

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