Mannheim
Compact Memory

Zion · 1933-11-01 · 9-10 (11.1933) · p. Seite 92

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
9-10 (11.1933)
Date
1933-11-01
Page
Seite 92 (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3133276-3139359-3139365--0829-3140340
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 92 Z I O N Nr. 9-10 III. Ein Vorschlag zur Lösung. Es spricht aus diesem kurzen Artikel besonders deutlich und eindringlich die zuversichtliche Ueberzeugung von der heiligen Macht des Landes und der werbenden Kraft der Thorah, die seinerzeit Rabbiner Reines vn zur Gründung des Misrachi veranlaßte und die auch uns, die Fortführer seines Werkes, immer wieder ermutigte, im Kampfe um unsere Ideale, im Kampfe für Thorah wa'Awodah ba'arez, auszuhalten und aufrecht zu bleiben. Das gibt uns auch jetzt Mut und Kraft und Hoffnung und Zuversicht, das Problem zu lösen, das die neue Alijah uns stellt. Die neuen Einwanderer — sie sind doch jedenfalls ins Land gekommen, nach Erez Israel, und tragen ihn schon, den Namen „Zion-Söhne". Nötig ist zunächst, sie auch innerlich mit dem Lande zu verbinden, mit dem Lande und seiner Sprache, mit den Bewohnern und ihrem Lebensstil und ihrer Ideologie, mit dem Aufbau und seinen religiös-nationalen Erfordernissen. Man wird sogar annehmen dürfen, daß die Einwanderer den Willenzu möglichst schneller Einfühlung und Verwurzelung mitbringen. Aber wir werden ihnen helfen müssen. Die Art der Hilfe, den Weg, den wir gehen müssen, weist uns die Struktur des deutschen Judentums. Der deutsche Jude, der liberale, wie der religiöse, ist gewöhnt, die Impulse seines jüdischen Denkens und Wissens von seinem Rabbiner zu erhalten, von seinen Reden und Vorträgen und seinem Unterricht, von seiner sog. Seelsorge und seiner persönlichen Beeinflussung. Deutsche zionistische Rabbiner müssen nach Erez Israel gehen, und man sollte sie dort — sei es für eine K'wuzah oder eine Moschawah, sei es für einen ganzen Bezirk oder eine Stadt — mit dem Auftrage betrauen, die neuen Einwanderer zu hebraisieren und zu nationalisieren. Wie diese Aufgabe im einzelnen durchzuführen wäre, braucht und kann hier nicht auseinandergesetzt werden. Dazu ist in Erez Israel alles noch "zu sehr im Fluß und in der Entwicklung und die neue deutsche Alijah noch zu wenig geregelt und noch zu unübersichtlich. Aber wir können zu unseren zionistischen Rabbinern, unseren in Jahrzehnten bewährten Mitarbeitern das Vertrauen hegen, daß sie diese Aufgabe für Volk und Land, für zionistischen Aufbau und religiös-nationales Judentum nicht nur mit allem Ernste und aller heiligen, opferbereiten Begeisterung aufnehmen, sondern mit göttlicher Hilfe auch erfolgreich durchführen. Einem — etwa möglichen — Einwand nur sei im vorhinein begegnet, dem, daß für diese Aufgabe kein Geld vorhanden sei, in einer Zeit, wo es an Mitteln mangelt, auch nur die dringendsten Gesuche um Auswanderung und Seßhaftmachung zu befriedigen. Aber abgesehen davon, daß über kurz oder lang auch Rabbiner aus Deutschland werden auswanderi, — schätze man unser Problem nicht für gering ein und halte man die Anstrengung, es zu lösen, nicht für überflüssig. Im Gegenteil, es wird eine notwendige Ergänzung der übrigen Ausgaben sein und wird dazu beitragen, die Ansiedlung der neuen Einwanderer zu sichern — vor allem diese Ansiedlung jüdisch zu unterbauen. Auf die Dauer wird man der Mithilfe der Rabbiner nicht entbehren können. Herzl hat in genialer Voraussicht auch hierbei das Richtige erkannt, da er im „Judenstaat" schreibt: „Jede Gruppe hat ihren Rabbiner, der mit seiner Gemeinde geht." S. B. Notizen. Frühjahrsreisen nach Palästina. Im Februar 1934 werden vom Palestine <x Grient Lloyd mehrere Gesellschaftsreisen mit großen Schnelldampfern veranstaltet, und zwar: 12. 2. mit dem Riesendampfer „Aquitania (47 000 Tons) der Cunard Line. 23. 2. mit Dampfer Porthos (20000 „Tons)'- der Messageries Maritimes. 25. 2. mit dem neuen Schnelldampfer „C o n t e di Savoia" (49 000 Tons). 18. 3. mit dem Riesendampfer „A q u i t a n i a" (47 000 Tons) der Cunard Line. 23. 3. mit dem Luxusdampfer „M a r i e 11 e Pach a" der Messageries Maritimes. Außerdem wird Ende April eine Reise zur Levante-Messe in Tel-Aviv veranstaltet werden, die der Geschäftswelt einen besonderen Einblick in die industrielle und kommerzielle Zukunft Palästinas bieten wird. Anmeldungen werden schon jetzt vom Palestine & Orient Lloyd, Berlin NW 7, Friedrichstr. 100 (am Bhf. Friedrichstraße) oder Frankfurt a. M., Kaiserstr. 46, entgegengenommen. MISRACHI-BANK. Wir empfehlen unseren Freunden, die beabsichtigen, in nächster Zeit nach Erez Israel überzusiedeln, ihre Bankgeschäfte in Palästina bei der Misrachi-Bank, Jerusalem, Jaffastreet, P.O.B. 685 und Tel-Aviv, Herzlstreet 18, P.O.B. 309, zu tätigen. Verantwortlich für die Redaktion: Alexander Adler, Berlin N54, Rosenthalerstr. 55 — Verlag des„ZION": Berlin N54, Rosenthalerstr. 55. — Druck: Fürst, W30 Goltzstr. 26

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.