Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 5 (1933)
- Issue
- 2-3 (2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ZION MONATSBLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND Herausgegeben vom Zentrulbiiro der Unabhäng igen Misrachi Landcsorgan:sntion Deutschlands BEZUGSPREIS RM. 1.50 l'KO QUARTAL. ZU I! K /. I EH \ '.\ DL'IU!1 I) KN II LR \ C LR KR Ol) KR DURCH DIE TOST Nr. 2-3 Berlin, Febrnar/März 1933. NissanT5693 V. Jahrgang Seman Cherutenu — Erez Cherutenu. Wir treten in einer für das deutsche Judentum außerordentlich schicksalsschweren Zeit mit einer Palästina-Nummer vor unsere Leserschaft, mit einer Nummer, die sich ausschließlich mit Palästina befaßt. In einer Zeit, in der jedes Herz tief bewegt ist von der Sorge um, das Ergehen und die Zukunft der Juden, die sich seit Generationen mit Deutschland materiell und kulturell verbünde glaubten, in der die Gedanken Aller dauernd kreisen um ihr tragische.-. Schicksal, das sie hineingestellt hat in eine Volks gemeinschaft, die sie jetzt verfemt. In einer Zeit, in der ein neues Ringen anhebt über längst gesichert scheinende Menschenrechte, wollen wir bewußt hinweisen auf den einzigen Ausweg, der, den Juden das innere Gleichgewicht wieder z„u geben, geeignet ist — auf die Bemühungen der Gesamtjudenheit, im Lande, das mit Fug und Recht die Heimat des Genius unseres Volkes genannt wird, wieder einen jüdischen Mittelpunkt materieller und geistiger Art zu schaffen, der die Zukunft des jüdischen Volkes und der jüdischen Idee sicher stellen soll. Erez Israel a!s sicheren Hafen für das in vielen Stürmen herumgeworfene Schiff der gesamten jüdischen Gemeinschaft, nicht nur der deutschen Judenheit. Nicht nur wir deutschen Juden benötigen Erez Israel als geistige Zufluchtsstätte, auch andere Judenheiten, denen es äußerlich heute besser gehen mag als uns, brauchen es und richten ihre Blicke erwartungsvoll, hoffnungsvoll auf das wieder erwachende Land. Dieses Land kann nicht die physische Heimat des gesamten jüdischen Volkes werden, es faßt nicht die Gesamtheit, es ist für das ganze Volk zu klein. Aber die Heimat unseres Geistes kann es werden, unser Inneres kann es erfüllen, Trost. und Zuversicht kann es uns geben, Hoffnung und Aufrichtung kann es uns sein. Jüdische Menschen werden dort ein normales Volksleben erstehen lassen, in freier materieller und geistiger Entwicklung und wir werden alle teil haben an ihren Aufstieg. Ein jeder wird persönliche Verknüpfung mit diesem Leben und diesem Aulstieg haben, Sühne' und. Töc hter, Brüder und Schwestern werden hinübergehen und bauen hellen an der Zukunft des Judentums, und wir sind mit von der Arbeit, indem wir ihnen den Weg ebnen, sie von der Ferne aneifern, im Geiste teilnehmen an ihren Sorgen und Mühen, aber auch an ihren Freuden und Erfolgen. Diese Tage sind der Erinnerung an die Befreiung unseres Volkes aus körperlichem und seelischem Druck gewidmet. Wir wissen, daß HDD cnsa den Auftakt gegeben hat für die Freiheit des Geistes unseres Volkes, daß wir für alle Zeiten innerlich freie Menschen werden in jenen Tagen, in denen wir das ol malchut schomajim eintauschen gegen das Joch, das Menschen auf uns gelegt hatten. Diese Freiheit können wir nicht verlieren, solange jüdische Menschen in Aufrichtigkeit und Unabhängigkeitsich dem jüdischen Gedanken, dem jüdischen Gesetz, das allein das jüdische Ideal verkörpert, hingeben. Erez Israel, das Land dieser Ideale soll uns aufrichten in der Zeit äußerer Bedrängnis. Richten wir unsere ' Gedanken dorthin und lesen wir die neue llagadah vom Einzug der Kinder Israel in das heilige Land.