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Zion · 1933-01-01 · 1 (1.1933) · p. Seite 9

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Journal
Zion
Volume
5 (1933)
Issue
1 (1.1933)
Date
1933-01-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 1 ZIüN Seite 9 nie für unsere Spezialaufgaben als Misrachi- Frauen. Ich weiß mich mit üer Mehrheit der Delegierten darin einig, wenn wir auf diesen Tag unseres Zusammenschlusses zur Spezialisierung unserer Arbeit schon seit langem gewartet haben. Als deutsche Landsmannschaft sind wir viel zu jung vmd viel z i unorganisiert, um den Anschluß an d'e allgemeine Misrachi-Organisation entbehren zu können. Außerdem werden unsere ArbeitsmÖglichkeken uns in jeder Beziehung erleichtert, wenn wir uns in Deutschland an die bestehenden Einrichtungen der UMLOD anschießen. Es regelt sich dadurch auch von selb, t . nser Verhältnis zu den anderen zionistischen Organisationen, zu denen wir selbstver-;;t iiicillch ein freundschaftliches Verhältnis anstieren. Wir nehmen durch den Anschluß au die UMLOD politisch in keiner Weise Partei, weil wir j:i gleichzeitig im Frauen-Weltmisr-achi sind, der mit den Gegensätzen der verschiedenen Misrachi-Zentralen nichts zu tun hat Vielleicht ist es uns gegeben, auf diese Weise einmal in der1 Zukunit die Brücke zu werden, auf der die Einheit sich wieder herstellen läßt. Es ist in der Debatte einige Male von einem Unttrgangskompelx die Rede gewesen. Daran glaube ich nicht, weil unsere Jugendbewegung ja viel stärker ist, wie die Bewegung der alten Misrachisten. Das ist auch abgesehen von eigener Einst-Jiung der Hauptgrund, weshalb wir in den Sta .Uten als Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Misrachi die Anerkennung des Misrachi-Programmes als Voraussetzung verlangen. Unsere Jugend hat ein Recht auf klare Stellungnahme, upd wenn wir die Verbindung mit unseren Kindern nicht verlleren wollen, so müssen wir ihnen klare Ideen als Wegweiser geben können. Holland war in der Statutenkommission gegen die au:dri;ckliche Formulierung. Wir haben die Statuten sj weit wie möglich gefaßt, damit jede Landsmannschaft in der Lage ist, sich die ihr genehmen Dinge besonders herauszunehmen und andere mehr in den Hintergrund treten zu lassen. Auf diese eine Forderung aber, dal) in der Misrachi-Frauenorganisation nur ausgesprochene Misrachistinnen als ordentliche Mitglieder sein können, konnten wir nicht verzichten, wenn wir nicht auf das Wesentliche unserer Lebensberechtigung verzichten wollten. Die holländische Landsmannschaft kann das vielleicht nicht ganz verstehen, weil in Holland die jüdischen Verhältnisse ganz andere sind wie bei i:ns und noch mehr wie in der Tschecho-Slovakei. Das holländische Judentum ist befriedet und schöpft aus seinem Proletariat ständigen Nachwuchs. Die Gegenstände der Anschauungen in jüdischer Beziehung sind nicht so tiefgehende und bei aller Schwierigkeit der Lebensbedingungen sind die wirtschaftlichen und menschlichen Verhältnisse noch nicht annähernd so desolat wie bei uns. Wir müssen daher Holland anheim st llen, neben ihren ordentlichen Mitgliedern eventuell außerordentliche Mitglieder aufzunehmen. Ferner hat Holland den Standpunkt eingenommen, daß in der Hauptsache praktische Arbeit für Erez Israel und möglichst wenig Galutharbeit zu leisten sei. Auch dafür ist die weite Fassung des Programms gut, da jede Landmannschaft sich auch für die praktische Arbeit herausnehmen kann, was sie will. Die Vertreterin der Tschecho-SIov akei hat gegen die Aufnahme der sozialen Arbeit protestiert. Aber ich glaube, daß sie unter sozialer Arbeit etwas anderes versteht wie wir. Nicht gemeint ist damit Fürsorge in dem Sinne, daß eine Klasse für die andere sorgen soll, sondern gemeint ist soziale Arbeit an der Judenheit und im Judentum. In diesem Sinne hat sich die Tschecho-Slo vakei mit der Aufnahme dieses Passus einverstanden erklärt. Dar 4. Bundestag des „Zeire-Mlsrachifa für Deutschland (am 25. und 26. Dezember 1932 in Magdeburg) Von Josef Burg, Leipzig. Der Bundestag des „Zeire Misrachi" hat stets ein;- doppelte Aufgabe zu erfüllen, einerseits muß er Antwort geben auf Fragen, die sich im Gebiet der Ideologie ergeben, und andererseits muß d_r Bundestag praktische Wege für die Erfüllung der Ziele aufweisen. Diese Zweiteilung der Aufgaben kam auch auf diesem Bundestag darin zum A sdruck, daß dem ersten Tag Fragen der Ideologie, dem zweiten Fragen der Praxis vorbehalten waren. Die Verbindung zwischen dem theoretischen und praktischen Teil wurde durch das Referat über „Chaluziut'i und Erez Israel-Aufgaben des Zeire-Misrashi" hergestellt. Basis und Ziel unserer Arbeit ist bestimmt durch die Devise „Thora wa'Awoda". Dieses Prin/ip mit lebendigem Inhalt zu erfülleri.gleirh- /ei i^ aber unseren Standpunkt zu begründen und die Abgrenzung gegenüber anderen Meinungen vo rzunehmen, war das unausgesprochene Bestrebender Referate. Für jede Bewegung, die auf jüdisch-nationalem L.nd jüdisch-religiösem Standpunkt steht, bedeutet die Auseinandersetzung mit dem Marxismus eine Lebensnotwendigkeit, nicht nur deshalb, weil diese Bewegungen den ganzen Menschen für sich beanspruchen und dadurch uns entreißen, sondern., vor allem, weil der junge Mensch, der seine Meinung frei und ehrlich ver-

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