Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 58 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 58 Z T 0 N Nr. 6/7 teren Erkenntnis :m Herzen, daß jedes Rettungsrestlos gelungen. Scheilock bleibt auch hier ein Problem. Ist Lewisohn die Rehabilitation Scheilocks restlos geglückt? Nein! Aber nahezu wahrscheinlich und menschlich begreiflich ist sein Bild geworden. Scheilock ist kein ungeheuerlicher Menschenblock mehr für uns wie im Drama, er ist kleiner, schwächer, aber er hat menschliche Züge angenommen. „Scheilocks letzte Tage" und „Das Erbe im Blut", der historische und der Gegenwartsroman, bilden wichtige Etappen in Lewisohns Romanschaffen, in seiner Heimkehr zum echten Judentum und jüdischer Pionierarbeit. Aus der Bewegung. Berlin. Am 4. Juni konnten die Berliner Misrachisten einen illustren Gast aus Erez Israel bei sich begrüßen. Rabbiner Benjamin, der einige Tage in Berlin anwesend war, hielt in den Räumen des Zentralbüros einen Vortrag über die Orthodoxie in Erez Israel. In seinem klaren Aufbau zeichnete Rabbi Benjamin ein Bild der Entwicklung des orthodoxen Lebens in Erez Israel und der Wandlungen, die in seiner kulturellen und soziologischen Struktur im Laufe des letzten Jahrzehnts eingetreten sind. Eine Aussprache, die, ebenso wie das Referat, hebräisch geführt wurde, gab Rabbi Benjamin Gelegenheit, seine Ausführungen in vielen Punkten zu ergänzen und zu erweitern. Der deutsche Misrachi dankt auf diesem Wege nochmals Rabbi Benjamin für sein Referat und insbesondere für die Wahl des Themas, durch das er. den deutschen Misrachisten ein plastisches Bild derjenigen kulturellen Strömungen im Lande gegeben hat, mit denen sich der Misrachi besonders eng verbunden fühlt. Rabbi Benjamin zählt zu den angesehensten hebräischen Publizisten in Erez Israel. Besondere Verdienste hat er sich durch die Herausgabe und Redaktion der Monatsschrift „Hahed" erworben, in der er unermüdlich für den religiös-nationalen Gedanken und für die Mitarbeit der Orthodoxie am Aufbau Erez Israels eintritt. Der „Hahed", der bei den gesetzestreuen Juden aller Länder starken Anklang gefunden hat, sollte auch in Deutschland gebührend beachtet und in viel größerem Maße gelesen und verbreitet werden. Auch wäre eine stärkere Mitarbeit deutscher Juden am „Hahed" sehr zu begrüßen. Wir hoffen und wünschen Rabbi Benjamin, daß sein Besuch auch auf diesem Gebiete zum Erfolg beitrage. * * * Berlin. Die Misrachi-Ortsgruppe hat in den neuen Räumen des Zentralbüros ein eigenes Minjan ins Leben gerufen. Das Minjan, das bereits seit Pessach besteht, erfreut sich eines guten Besuches. An jedem Schabbath Nachmittag findet ein Schiur in Talmud statt, an dem sich Viele beteiligen. Auch die sehr oft veranstalteten Vorträge haben ein großes Interesse unter der jüdischen Bevölkerung im Zentrum Berlins gefunden. Es haben im Laufe des Sommers u. a. gesprochen: Herr Rabb. Dr. Nobel über: Rabbi Jehuda Halewi und über Hiob, Herr Rabb. Harry Lewy über: Galuth und Erez Israel, und Rabb. Zizowitsch über: „Warum wurde die Thora nicht in Erez Israel gegeben?". Sehr eindrucksvoll war die Herzl-Gedenkfeier am 20. Tammus. Herr Rabb. Dr. Nobel gab eine eingehende Darstellung von der geschichtlichen Bedeutung Herzl's für das Judentum. Herr Prof. Heinrich Löwe entwarf ein Bild der westjüdischen Gesellschaft zur Zeit des Auftretens von Herzl und fesselte die Zuhörer mit einer Fülle von einzelnen persönlichen Erlebnissen mit Herzl. Ueber die Bedeutung Herzl's für die Westjudenheit und die Wirkung seiner Werke noch in unserer Epoche sprach Herr Dr. Silberstein. Ein Psalmenvortrag und ein com «Sa Sn von Herrn Kantor Hoffmann umrahmte die Feier. Brandenburg a. d. Havel. Sonntag, den 26. Juni fand die offizielle Gründung einer Zeire-Misrachi-Gruppe statt. Die Gruppe, die aus 15 Mitgliedern besteht, war vollzählig versammelt. Da die dortige Gemeinde an unserer Gruppe sehr interessiert ist, wurde uns der Gemeindesaal zur Verfügung gestellt. Nach einer kurzen Einleitung des Chawers Gustav Papendiek, hielt Chawer Ernst David, Berlin, im Namen der Zentrale des Zeire-Mis- Delegiertertag der Z. V. f. d. in Frankfurt am 11. und 12 September