Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND Herausgegeben vom Zentralbüro der Unabhängigen Misrachi Landesorganisation Deutschlands BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSGEBER ODER DURCH DIE POST N 1-^6/7 ^rSSJT -V-J-« An die religiöse Judenheit in Deutschland! Regel und Brauch, die das traditionelle jüdische Leben beherrschen, haben auch der Anomalie unseres Diasporadaseins, das eine vielhundertjährige Trauer in uns gesenkt hat, eine bestimmte Zeit im Jahre reserviert als Abschnitt gesteigerter Trauer. Seit langem ist in weitesten Kreisen der judenheit das prinzipielle Elend nicht so schwer zu Bewusstsein gekommen wie jetzt, und jeder neue Tag erhöht die Not. Juden, die ihren Schwerpunkt in der Welt des Judentums finden und keinen jüdischen Lebens- und Denkwert ausschliessen, sind heroisch. Gefahr, Entbehrung und Anfeindung können unsere Entschlossenheit, unseren Lebenswillen nur stärken. Wir finden unsere innere Sicherheit in der Gewissheit, dass unsere geschichtliche Rolle vom Herrn der Geschicke bestimmt ist. Die religiösen Güter des jüdischen Volkes begleiten uns auf unserem schweren Weg und geben uns Kraft. Die „Drei Wochen", die Spanne vom 17. Tamus bis zum 9. Aw, lehren eindeutig, dass Erez-lsrael der Hebel unseres Schicksals ist. jüdische Diaspora war nur deshalb aller Tragik voll, weil es keine gesamtjüdische konkrete Heimat gab. Sinnvoll ist es also, wenn die Zeit der nationalen Trauer der nationalen Sammlung gewidmet ist. Es ist ein Gnadengeschenk, dass die Erstarkung unseres Nalionalheims gerade zusammenfällt mit der schwersten Erschütterung unseres Galuthdaseins. Diese historische Erkenntnis muss aber fruchtbar gemacht werden! Nutzen wir den Moment und sichern wir das Fundament des nationalen Zentrums! So wird Palästina auferstehen, viele aufnehmen, und bis in die fernsten Winkel der Golah segensreich wirken. Der deutsche Misrachi hat ein grosses Budget zu Gunsten der religiösen