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Zion · 1931-07-01 · Heft 7 (Juli 1931) · p. Seite 76

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
Heft 7 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 76 (sequence 14)
Language
German
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Hamisrachi und. damitj. den! Palästiria^AufBäii _ uiid den Pa!ästina-Beslrebijngen..des vom Misrachi vertretenen, gesetzestreuen Judentums bietet,' gern Gebrauch machenwerden. Der Nationalismus : ffl dtfr dbseiuten Koft&ec|iien2. Von Fritz ßo.seiltilklj Müricheri. Wehn ich' ein Irrgeist wäre u jid ein Liigeripredigej > und predigte wie sie Rauten und schweren sollten, das wäre ein'Prediger" für ' dies "Volk'; (Micha Kap. II/ii.) . Das Zeitalter des Pröphetenmantels und der Gleichnisredner ist zwar vorbei, aber. der wegweisende Geist der Künder ist nicht aus den Reihen des jüdischeil Volkes.gewichen. Irl jedem Geschlecht erfährt er senle Wiedergeburt; iri irrirner tteüen Formen selireien; die lipnij Führer ( ßerufeüeii (jlieurewigen Wahrheiten in , die Ohren einer. Gemeinr Schaft, die sich' der Mahnung verschlieft.--und . ofterst Jahrzehnte: später zu der , Erkenntnis kommt, daß liier ein, Großer, unter ihnen . gewandelt ist. : . -, Vor zehr^ Jahrqn trat Jakob. .Klatzkin mit seinem wahrhaft kühnen Buch -„'Probleme^des modernen J udeiitums" vor die Öffentlichkeit, aber sein Büch verhallte. ^Denri die Zeit .war seiner noch nicht reif. Nun aber, da das Buch im Jahre 1930 seine dritte ergänzte Auflage erlebte, geht ein Sturm der-^Entrüstung und des Schreckens durch die jüdische und nichtjüdische. Presse aller Richtungen. Die Kleinmütigen, deren zagender Geist Von der Wucht der Klatzkinschen Logik, die konsequent bis ins Letzte ungeteilte jüdische Ganzheit .fordert, zermalmt wird, bemühen sich, ihn als Outsider und Utopisten zu zeichrien, hinter dem keine Macht , und keine Masse steht. Aber sie vermögen nicht das klar und einmalig Gesagte verschwinden zu machen, der rt Khtzkins Buch ragt wie eine Säule aus dem Meer der Literatur^ die sich mit Problemen des' Zionismus und des moderneh Judentums überhaupt beschäftigt. Hier steht ein Jude} der seine Brüder nicht iri d?m ßminzipatiofistrauhi einlullt, der ihneri keine rosige Diaspora- . Zukunft Tnaltj sondern einer, der sich nicht scheut, je und je die Pfeiler, die das Gebäude des Assimilationsjudentums trage«, einzureißen und Uns die Leere unserer* jüdisch-natiottalen Existenz aufzuweisen. Aber nicht nur an die Reihen des eigenen Volkes, von dem er ein Höchstmaß an heroischem VolkNationalismus um seiner nationalen Erhallung willen fordert, ergeht Klatzkins Wort, wie auch an die Nationen, der Erde, von denen er eine Wiedergutmachung des historischen Unrechts am jüdischen Volk, das wohl kaum eine Parallele in der Weltgeschichte findet, verlangt. Gerade hier zeigt sich die unerschrockene Kompromiß'on^k it des Klatzkinschen Donkens. Kr in Wort der Apologetik kommt über seine Lippefti Er versucht gar nicht erst aufzuzeigen, wie unverdient das Los des jüdischen Volkes war und ist, sondern er geht sofort zur Offensive über und wagt es im Namen der Gerchtigkeit und des; Weltgewissens, nicht nur die Völker der Welt anzuklagen, sondern auch das Christentum, jene Llebesfeligion,runter deren Banner Millionen' jü'deh' Hur urri ihres Judeseins willen hingemordet wurden. Die P&grorrie im* zaristischen Rußland, die der Autorselbst rrtiterlebte, Hab'erl.. to-,ihm', die Flamme, des nach Gerechtigkeit hetöchendeii Zörits entzündet, der nun zum anklagenden Wötte . Wifdi Frei von jedweder Gefallsucht Weiss er alle. ,vdiig:e\Vöfbefie "Tugend der Assimilation"Wk i: Ö; die Heide rihäf'tigkeit jüdischer Soldaten ini Weltkrieg^ Zurück, denn ef glaubt, ddß eiii Volk wie das jüdische dar fremden Federn nicht bed'af'f:, — Öarurri warrit er äUdhvör den; 5egnun'geii . der Glei'chrJet'edhtiguiig,- die oft mit dem' Aufgeben' imsererjriatidhalerj Elgeriart d. h, mit der unsicHtBart'n fiatiq'nalen Taufe . bezahlt Wirdi , und er läßt sich zu derfi Itlatssischen Worte HirN reißen: man sollte neben den Vereiffed rur Äbwffir des Antisemitismus auch Vereine zur Abv^Hr ^ues Philosernitismus gründen, d?nn: beide, Antisemi'eri und Philosemiten diskredi'ieren das jüdische Volk,, jene durch Anfeindung und Verleumdung, diese durch das Hervorheben aller jener Eigenschaften, die letztlich unjüdisch und. Jtemd, an;uns Sind,, und üiiä somit vor dert Augen , der Welt als. eine Gemeinschaft 1h Efedheiriurigrtreien lassen', die Wilsens ist, alles ihr Spezifische* atuföugeben, um sich Ihrer Umwelt anzugleichen.' — . . Klatzkin bemüht sich in seinem Buch nicht nur die Tragik der jüdischen Existenz aufzuweisen,; sondern -aiich. einen historischen Ueberblick zu geben, der wesentlich zum . Verständnis unserer, Lage beiträgt. Der Ausgangspunkt .seiner , Philor sophie ist der Zusammenbruch und die En'tseelurig. der religiösen" Tradition, die es uns. jahrtausendelang ermöglichte, einen „tragbaren" d. h. überterritorialen Staat im Staate zu bilden. Die Epoche der Aufklärung, in Europa, die auch die Grundfesten der jüdischen Gesellschaft stark erschütterte, bedeutet für ihn die Genesis einer nichtreligiösen, also rein national-jüdischen Existenzform . in der Galuth, die untrennbar mit dem nationalen Aufbau Palästinas zusamme'nharlgh Wohl sieht Klatzkin klar und scharf, daß Zionismus* Wiederbelebung der hebräischen Sprache. als einziges verbiride'ndf£ Gl;'ed des jüdischen- Volkes in der- Diaspora,- letzt'ich nur) Surrogate für die religiöse Tradition, db auch ihrri unersetzlich dünkt, bedeuten. Urid hier scheint seinen Gegriern die Achillesferse der Klatzkinschen Theorie zu liegen. Sie werfen ihm vor,. daß er es zwar versteht, alle Mängel des heutigen Zionismus, der ihm zu wenig radikal ist, klarzustellen, aber. keine neuen Wege zu weisen? die zum Ziele, führen sondern nur Surrogate für eine der Mehrheit des Volkes fremdgewordene Tradition zu bieten. — Zugegeben: auch Klatzkin > vermag nicht-einen voll-. Wertigen Ersatz für die Thora aufzuweisen. Aber konnte Jochanan ben Sakkais Lehrhaus zu Jawne als vollwertiger Ersatz für das jerusalemitische Nätionalheiligtum angesprochen werden? Und dennoch leuchtete der Geist, der von Jawne ausging, dem jüdischen Volke d'irch die Nacht der Galuth.— Nun, da aber auch dieses Licht nur noch einem kleinen Teile wegweisend zu leuchten vermag, glaube ich, daß die Surrogate, die uns Klatzkin darbietet, stark genug sind, die nationale Eigenart des jüdisch»« Volkes zu erhalten, bis sich auf dem Boden Erez-Israels aufs neue eine aus "dem Innern der Gemeinschaft kommende^ Tradition bildet und wiederum „die Lehre von Zion ausgehen wird". — Verantwortlich für die Redaktion: Isi Eisner, Ecrlin N 24, Monbijotplatz 10. — Verlag des „Zion* (si Eisner Berlin N 24 Monbijouplatz 10 — Druck; O. Fürst Berlin N 30 Goltzstr. 26,

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