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Zion · 1931-07-01 · Heft 7 (Juli 1931) · p. Seite 66

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
Heft 7 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 66 (sequence 4)
Language
German
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Die Stellung der Parteien, das hatte sich schon beim Aufmarsch gezeigt, hatte ein starkes Uebergewicht der Opposition ergeben. Dem ArbeiterflÜgel als der ausgesprochenen Regierungspart'-i (75 Mandate) standen Revisionisten, Radikale und die überwiegende Mehrheit des Misrachi (zusammen 92 Delegierte) entgegen, und der amorphe Block der allgemeinen Zionisten, der 80 Mann stark war, schied sich in eine executivetreue Gruppe A (23- Mandate)-und eine oppositionelle Gruppe B (57 Mandate). Wenn auch noch einige dissentierende Delegierte der Regierungspartei zufielen und in der B-Gruppe., eine Anzahl ohne festen Standpunkt waren, so waren doch die Majoritätsverhältnisse von Anfang;, an klar. ■ ■ - Tage und Nächte lang zogen sich die Verhandlungen der politischen Kommission und ihrfer Ünt.Tkommissiionen hin. Resolutionen wurden entworfen, umredigiert-und verworfen. Kombinationen der einzelnen Gruppen kamen und gingen. Was aber nach-, her-trotz aller flammenden Reden und Proteste der Revisionisten angenommen wurde, das entsprach, dennoch im Kern der Auffassung, die die Executive v'br dem Kongreß und natürlich auch dort vertreten hatte: Bei aller Kritik im einzelnen wurde festgestellt, daß der MacDonald-Brief eine Basis für weitere Verhandlungen bietet. Auch in der auf diesem Kongreß so aktuell gewordenen Frage der Zielsetzung wurden alle Anträge und Abänderungsvorschläge der Revisionisten und der radikalen Gruppen, die ganz oder teilweise sich mit ihnen zusammengefunden hatten, durch eine Entschließung ersetzt, die im Plenum einstimmig angenommen werden konnte und die folgendermaßen den Sinn' der zionistischen Bestrebungen umschrieb : „Der Zionismus ist die nationale Freiheitsbewegung des jüdischen Volkes; er hält an seinem im Baseler Programm niedergelegten Ziel unererschütterlich fest, in Erez-Israel die Lösung der Judenfrage herbeizuführen. Das heimatlose, landlose, zur Auswanderung drängende Volk will durch seine Wiederverwurzelung in seinem historischen Heimatland auf dem Wege einer ununterbrochenen Einwanderung und Entwicklung seine wirtschaftliche, -geistige und po itisohe Not überwinden und in Erez-Israel ein mit allen Merkmalen eines normalen Volkslebens ausgestattetes nationales Dasein erneuern. Der Kongreß weist, jeden Versuch dieses Ziel *4U verkleinern, mit Entschiedenheit zurück." III. Hatte also der Kongreß seine Einstellung zur alten Executive positiv festgelegt? — Nur sachlich, nicht personell. Zu den beiden Entschließungen, die wir oben zitiert haben', konnte es erst kommen; nachdem die Gefahr Weizmann ausgeschaltet war. Die Oppositionellen \vare'n\ ke'.ne einheitliche Gruppe. Sie unterschieden sich nicht nur in der Intensivib.it. Ein nicht geringer Teil war zufrieden, wenn er statt tönender Resolutionen nur den Kopf des Führeis heimbringen würde. Wer dann Weizmanns Stelle einnehmen würde, war ihnen eine Frage untergeordneter Bedeutung. Die amerikanische Opposition wäre sogar mit einen! dreigliedrigen Direktorium einverstanden, gewesen, dessen Schwierigkeiten sich ja erst nach dem Kongreß gezeigt hätte. ' Weizmann hat diesen seihen Gegnern die Arbeiten leicht gemachte Schürt seih Bericht, ein großangelegter und eindrucksvoller Rückblick auf seine 14 jähre lange Führertätigkeit, hatte einige Sätze enthalten, ganz uncharakteris'.ische Herzl- Nordau-Zitate, die zur Entgegnung reizten. Dann aber — mitten in die Generaldebatte hinein klatschte ein JTA-Interview, dessen unglückliche Stilisierung (wer war verantwortlich hierfür?) den ganzen Kongreß erregte. Es begarui niit einem Lob der Geschicklichkeit und Ueherzeugungstreue Jabotihskys in einer Akzentuierung, die das Vorhandensein der gleichen Eigenschaften bei den übrigen Oppositionellen generell in Zweifel stellte, was, wie auch immer man sachlich zu diesem Teil des Ivo «grelles stand,! einem Mangel an Einfühlungsvermögen in das Denken und Wollen alter bewährter Zioriis'.en zeigte, denen man keinen Vorwurf daraus machen sollte, daß sie die gefährlichen Propagaildamiltel der Revisionisten ablehnen. Eb.iro"'üng'ücklich war die Formulierung des Interviews: ,>Die Welt wird diesen Wunsch nur in dem einen Sinne interpretieren (construet this demaiid), daß wir eine Mehrheit wollen, um die Araber zu vertreiben (to drivv out the Arabs)." Arlosoroft, der im Namen der Arbeiterpartei Weizmann wegen des Interviews interpellierte, bezeichnete diesen Passus als sowohl sachlich als politisch falsch und schäd'ich und war mit Recht überzeugt davon, daß kein ehrlicher Mensch in der Welt in dem Willen, eine jüdische Mehrheit zu schaffen, den Wunsch sehen könne, Araber aus dem Lande zu treiben. Weizmann gab dann auch eine Interpretation seines Interviews, nach der er selbstverständlich nur „unsere Gegner in der Außenwelt" gemeint hatte, nur „den feindlichen Teil der politischen Welt." Weizmann hat seinen Gegnern die Arbeit leicht gemacht. Aber, hätte er es auf dem Kongreß nicht getan — es . wäre dennoch nicht viel anders gekommen. Nachdem, was vorgefallen war, brachte die politische Kommission 2 Anträge vor das Plenum: ihrem ersten, eine politische Deklaration, haben wir oben wiedergegeben. Aber eine Kampf-

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