Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 9 (September 1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ION MONATSBLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND Herausgegeben vom ZentralbiLo der Unabhängigen Mi-rachi Land sorgan'sation Deutschlands BEZUGSPREIS R.M. 1,50 PRO QUARTAL. ZU BEZIEHEN DURCH DEN V.VAX AUSGEBE« ODER DURCH DIE POST Nr. 9 Berlin, September 1932 Tischri 5693 IV- Jahrgang Zur Gestaltung der Hachscharah- Ruchanith Von Dr. Philipp Schlesinger, Frankfurt a. M. nr« m /nj?a it mint? naxS 'S rvS'Sm non mp>y nouri Saat? isa pn ,nya "minn nosn ruern rn P3imn runnni .(rsp 'vd ,vn' nin mr) Mit dem starken Auftrieb, der die jüngste Phase der Alijah kennzeichnet, sind mancherlei Probleme, die bisher nur nebenbei behandelt worden sind, in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Ein solches Problem ist für den Misrachi die Angelegenheit der Hachscharah - Ruchanith, die endlich einmal einer wirklichen Lösung zugeführt werden muß. Die Arbeit des Brith Chaluzim Datiim und die Unterstützung, die ihr der Misrachi angedeihen läßt, haben nur dann Sinn und Wert, wenn die Hoffnung begründet ist, daß die religiösen Chaluzim, die dem Brith angehören, auch nach ihrer Ansiedlung in Palästina thorahtreue jüdische Menschen bleiben,. Nun ist es wohl richtig, daß in Erez Israel all die furchtbaren wirtschaftlichen Schwierigkeiten wegfallen, welche in Chuz-Laarez der Wille zu mison rwö» zur Folge hat, und daß daher die Thoraverbundenheit des religiösen Chaluz in seiner neuen Heimat derartigen Belastungsproben niemals ausgesetzt sein kann. Dennoch würde man sich einer gefährlichen Illusion hingeben, wenn man. glaubte, die religiöse Zukunft des jungen Chaluz sei in Erez Israel von vornherein gesichert. Wenn die Verbundenheit mit dem überlieferten Judentum sich nv.r in mechanischer Uebung auswirkt und nur in sentimentaler Anhänglichkeit an den frommen Brauch im Vaterhaus ihre Wurzel hat, dann wird sie auch in Erez Israel eines Tages Schiffbruch erleiden. Losgelöst von den Einflüssen, die von Ekern und Familie ausgehen, hineingestellt in eine neue' Lebensform und einen neuen Lebensraum, auf dem gegensätzliche Weltanschauungen innerhalb enger Grenzen in aller Schärfe um Geltung ringen, lernt der junge Chaluz manches mit neuen Augen sehen, manches von neuen Gesichtspunkten her beurteilen. Die Luft, die im neuen Erez Israel weht, macht nicht nur „weise", sie macht auch kritisch. Und der junge jüdische Mensch muß schon einiges von den unvergänglichen religiösen und si.t'.ichen Werten des thorahtre .en judeutums in sich aufgenommen haben, sein geis iger und seelischer Habitus muß schon einigermaßen durch die Kenntnis jüdischen Schrifttums geformt worden sein, wenn er sich beim Aufbau eines neuen Erez Israel, wie es uns vorschwebt, bewähren soll.. — Das alles ist den religiösen Chaluzim selber mehr oder minder deutlich schon zum Bewußtsein gekommen und es ist vor allem ihrem eigenen Drängen zuzuschreiben, wenn schon einiges in dir Hachccharak-Ruchanith. geleistet worden ist. Und es ist sehr eri'reuli:li, daß es in erster Linie wieder die Chaluzim sind, die mit dem. was bereits erzielt wurden ist, durchaus nicht zufrieden sind. Es war nun bisher so, daß die Chaluzim am Gehringshof und an den übrigen Arbeitszentren sich z:; größeren oder kleineren Gruppen, zusammentaten und einer von ihnen, der bereits gewisse Vorkenntnisse besaß, mit ihnen lernte. Zum Schluß ihrer Hachscharah-Ruchanith bezogen dann die meisten Chaluzim für ein Wintersemester eine Jeschiwah, in erster Linie die „Rabinnische Lehr-