Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- Heft 8 (August 1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND , Herausgegeben vom Zentralbüro der Unabhängigen Misrachi Landesorganisation Deutschlands BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL ZU BEZIEHEN DL1U.1I DEN HERAUSGEBER ODER DURCH DIE POST Nr. 8 Berlin, August 1932- Menachem Aw 5692 IV- Jahrgang Unsere Arbeit in der Z V f.D. Von Alexander Adler. Als die zionistische Gemeinschaft Deutschlands sich im Dezember 1929 zum Jenaer Delegiertentag rüstete, stand der Misrachi gemeinsam mit verschiedenen anderen Gruppen in heftiger Opposition zu der damaligen Leitung der Z.V.f.D. Diese Opposition hatte ihren Hauptgrund in der politischen Haltung vom Geschäftsführen- * den Ausschuß und dem offiziellen Organ der deutschen Zionisten, der „Jüdischen Rundschau'', die nach den traurigen Ereignissen in Erez Israel vom August 1929 der Auffassung des Großteils des Misrachi durchaus nicht entsprach. Nachdem wir heute in einer gewissen Distanz die damals schwebenden Sireitfragen betrachten können, dürfen wir wohl der Meinung Ausdruck geben, daß zumindest die führenden Männer der damaligen Leitung, die ja auch jetzt noch der Führung der Z.V.f.D. angehören, in die ungeheure Aufregung, die die Ereignisse in Erez ausgelöst hatten, eine Haltung einnahmen, die nicht der adäquate Ausdruck ihrer inneren Einstellung ruhigerer Tage war. Auch wir mögen in der Erregung der ersten Monate anders reagiert haben, als es sich später als richtig erwies. Fraglos hat sich in der späteren Zusammenarbeit im G.A. eine mittlere Linie herausgebildet, die der Ausdruck dafür ist, daß auch wir den Ernst und den berechtigten Kern der politischen Einstellung derer, zu denen wir vorher in Opposition gestanden hatten, anerkennen mußten. Schon auf der Jenaer Tagung kam in Diskussion und Resolutionen zum Ausdruck, daß es sehr wohl möglich sein würde, mehrere Gruppen auf einer mittleren Linie der Politik so zu vereinigen, daß ein gemeinsames Arbeiten, ohne daß eine von ihnen Prinzipielles aufgeben müßte, ermöglicht werden könnte. Aus dieser Tatsache zog der Misrachi, wenn auch in starken inneren Kämpfen, die Konsequenz, in den neuen Geschäftsführenden Ausschuß gemeinsam mit Allgemeinen Zionisten und den Linken einzutreten .Es ist mir ein inneres Bedürfnis und eine Freude, nach zweieinhalbjähriger gemeinsamer Arbeit feststellen zu können, daß wir in unseren Erwartungen und Hoffnungen nicht enttäuscht worden sind. Der Eintritt unserer Vertreter in den G.A. erfolgte aus Verantwortungsgefühl für die zionistische Arbeit in Deutschland .Es durfte gerade in jener für den Zionismus so schwierigen Zeit nicht der Anschein erweckt werden, als wenn Druppeninteresse bei uns höher gewertet werde, als das Interesse für die allen gemeinsamen Aufgaben. Eine Zionistische Vereinigung, die durch ihre Leitung nur eine oder zwei von den 5 größeren im Zionismus in Erscheinung . tretenden Richtungen repräsentiert, kann weder in der nicht- . zionistischen noch in der zionistischen Welt die Autorität haben, die zur Durchführung ihrer Forderungen unbedingtes Erfordernis ist .Es ist der Sinn einer für alle Gruppen geltenden Landesorganisation, daß ihre Führung so zusammengesetzt ist, daß die überwiegende Majorität der Zionisten des Landes die Verantwortung für die Geschäfte trägt. Ueberparteilichkeit in der Führung kann nur dadurch gewährleistet sein, daß verschiedene Gruppen dauernd gezwungen sind, ihre gegensätzlichen Anschauungen in Detailfrageu zugunsten gemeinsamer Aufgaben auf einen Gemeinschaftsnenner zu bringen. In einem Gremium, das die Geschäfte des Tages einer großen Organisation zu erledigen hat, geschehen solche Dinge nicht in Kampfabstimmungen, sondern in ernster, von Verantwortung getragener Diskussion, in dem Willen eine breite Basis zu finden, auf die