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Zion · 1932-03-01 · Heft 3 (März 1932) · page 3

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Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ziojst MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND Herausgegeben vom Zentralbüro der Unabhängigen Misrachi Landesorganisation Deutschlands BEZUGSPREIS UM. 1,50 PRO QUARTAL . ZU BEZIEHEN DURCH DEN II KIIA US CK RK Ii o i> II it Dl l;>!! Dir. P«»ST Nr. 3 Berlin, März 1932. AdarH 5«92 IV Jahrgang Hermann Cohen Von Rabbiner Dr. N. A. Nobel s. A. Dieses Jahr ist ein Jahr des Gedenkens. Die Welt feiert den 200. Geburtstag Josef Haydns, den 100. Todestag Goethes. Wir erinnern uns in diesem Jahr der 10. Wiederkehr des Todestages unseres Meisters N o - bei, der bald nach Vollendung seines 50. Lebensjahres uns verließ. Er wäre jetzt erst ein Mann von 60 Jahren gewesen. Was er uns war und ist, haben wir wiederholt darzustellen versucht. Unsere Misrachi-Festschrift und unser „Zion'' haben Würdigungen gebracht; auch in Zukunft wird seine Gestalt uns noch beschäftigen. -- 1932 bringt auch ein Hermann-Cohen-Gedenktag. Es ist das fahr, in das sein 00. Geburtstag fällt. Es scheint uns deshalb passend, einen Aufsatz Nobels neu zu drucken, den er 1902 in der „Jüdischen Presse" von H. Hildesheimer anläßlich des 60jährigen Geburtstages seines Meisters und Freundes veröffentlicht hat. in seiner Schlichtheit ist dieser Artikel besonders fesselnd. Für den Tag und die Laien geschrieben ist er dennoch nicht nur ein schönes Zeugnis der Liebe und somit eine Huldigung, sondern entbehrt auch nicht einer kritischen Note. Dazu sucht er den Nichtfachmann in die Bedeutung des große i Denkers einzuführen und ihm sein Platz in der Ge.chichle der Philosophie und der jü.iischen Großen anzuweisen. Jede Erweckung Nobelscher Worte scheint uns wertvoll. Wir wollen an ihm das Wort des Talmuds bestätigen: niaan vrnne» rmya vsa nyiatr nan cnaixB* rrn Sa Jeb. 97a napa (Vorbemerkung der Redaktion) Größen der Wissenschaft zu huldigen, ist dem Juden religiöse Pflicht. Hermann Cohen hat ein Menschenleben schwerer Geistesarbeit gewidmet und gilt heute unbestritten als einer der orginellsten und tiefsten philosophischen Denker 'Deutschlands1,. In Wer Geschieht«- eter Philosophie 'wiär'd sein Narrte» als; eines Wiedererweckers des Piatonismus nicht mehr untergehen. Aller naturwissenschaftlichen Ueberhebung tritt Cohen entgegen, indem er die „Grammatik der Naturwissenschaften", die Mathematik, befragt. Und er versteht es, die Wissenschaft zu befragen. In der Schule des Meisters, seines Meisters Plato hat er die Kunst der Fragestellung gelernt. Democrit, Plato, Cusa, Descartes, Leibniz, Kant — das sind für Cohen die Klassiker der Philosophie. Sie sind ihm Vertreter des wissenschaftlichen Idealismus. Mit herber Abweisuno steht er den Denkern gegenüber, die auf anderen als Platonischen Wegen die Erkenntnis suchen, mit Schroffheit denen, die die Wrelt nicht „auf den Kopf stellen'' wollen, sondern mit dichterischer Freiheit sich das Weltgeschehen zu einem Bilde runden, ohne von den grundlegenden Gesetzen der Mathematik und Logik auszugehen. Mit geschichtlichem Scharfblick erkennt Cohen alles, was diese Denker, die zum Teil die Götzen der Neuzeit sind, mit den Sophisten verwandtschaftlich verbindet; sie sind ihm die Nachfolger der Gegner Piatos und des Piatonismus. Von der Ideenlehre bis zur Entdeckung der Integral- und Differentialrechnung sieht Collen eine große Reihe von Hypothesen von Grundlegungen, in denen der Menschengeist souverain und schöpferisch geworden ist .Wer ihm an diese Souverainität rührt, wer nur psychologisch und genetisch die Weltgesetze erfassen will und nicht die Logik als Königin der Wissenschaften anerkennt,, der scheint ihm anstatt bei Newton und Leibniz. bei Plato und Kant vielmehr bei den Wilden in die Lehre zu gehen, um zu erfahren, welches die Gesetze des menschlichen Verstandes sind. Ueber allen bloßen Psychologismus und über alle bloße Historie hinaus schreitet Cohen aufrech-

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