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Zion · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 20 (sequence 22)
Language
German
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Seite 20 Z I O N Nr. 1/2 ihre Neutralität, berichtet anerkennend über alles, was vom religiösen Judentum, unabhängig von Parteirichtung, geschaffen wird. Der „Hahed" findet Verbreitung in allen Kreisen des gesetzestreuen Judentums, auch in den Lehr- und Bethäusern des Ostens, die sonst jedem zionistischen Gedanken unzugänglich sind, und wirbt so für die zionistische Idee. Der „Hahed" bringt viele Kreise im Judentum in ein engeres Verhältnis zu der -hebräischen Literatur. Auch läßt er junge schriftstellerische Kräfte aus den Kreisen der' Jeschiwoth zu Worte kommen. Die Tätigkeit der Mitarbeiter des „Hahed", deren Arbeit und Hingabe es gelungen ist, das religiöse Judentum aus seinem Schlaf zu erwecken, verdient lobend hervorgehoben zu werden. Wir wünschen dem „Hahed" volles Gelingen. * In einem Begrüßungsschreiben an die Redaktion des „Hahed" tritt Herr Prof. Fraenkel für die Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen den gesetzestreuen Juden und der Arbeiterschaft in Palästina ein. Er fordert die Arbeiterschaft auf, die Gefühle der Orthodoxie zu achten und warnt die Orthodoxie, sich den arbeiterfeindlichen Bestrebungen anzuschließen. Für die Handlungsweise eines Jeden muß die Erkenntnis, daß wir alle Brüder sind, Leitfaden sein. Der gegenwärtige Zustand, an dem wohl beide Teile gleiche Schuld tragen, ist hauptsächlich aus der historischen Tatsache zu erklären, daß fast die gesamte Arbeiterschaft Palästinas aus den Ländern Ost- und Mitteleuropas stamme und unter dem Einfluß ihres Heimatlandes, in dem Religion und Sozialismus unüberbrückbare Gegensätze sind, stehe. Demgegenüber nimmt die Bewegung des religiösen Sozialismus in Deutschland, besonders in Westeuropa, immerwährend zu. Auch in der palästinensischen Arbeiterschaft, welcher Richtung auch immer, setzt sich allmählich die Erkenntnis durch, daß man gerade in Palästina nicht alles, was dem Judentum heilig war und ist, aus dem Leben entfernen kann. Selbst nicht aus dem Leben der Arbeiterschaft. Wir müssen unsererseits alle Bestrebungen, die zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses in beiden Lagern dienen, unterstützen. Dem Hapoel Hamisrachi fällt hierbei eine große Aufgabe zu. Prof. Fraenkel führt ein bezeichnendes Beispiel an: Die von der Gesellschaft mir1? «wbvw« nnsjof» veranstalteten Vorträge werden von vielen jungen Arbeitern besucht. Auch wird die Gesellschaft von Orten mit ausschließlicher Arbeiterbevölkerung um die Veranstaltung gleicher Vorträge angegangen. * Einige Auszüge aus einem Briefe des Gerer Rebben, der jetzt zum 4. Male, innerhalb der letzten 11 Jahre, in Palästina weilt, sind bezeichnend für den Geist, der sich langsam in den Reihen der Chassidim durchsetzt. „Ich freue mich sehr, gesehen zu haben, daß man in Palästina wohnen und nach den Gesetzen unserer Väter leben kann ... Auch diejenigen, die nicht können oder wollen, sich in Palästina niederzulassen, sollten meiner Ansicht nach einen Teil ihres Vermögens zum Bodenerwerb in Palästina verwenden... Ich habe, um mit gutem Beispiel voranzugehen, sofort eine Gesellschaft gegründet und in Jaffa ein Grundstück erworben. Deswegen hoffe und bitte ich, daß viele meinem Beispiel folgen, denn wir müssen jetzt, unabhängig von den wechselnden politischen Bedingungen, praktische Arbeit in Palästina leisten, um den Jischuw zu vergrößern. Meiner Ansicht nach ist die Mizwath Jischuw Erez Israel nicht zeitlich bedingt, sondern nur von den Möglichkeiten und Gegebenheiten abhängig. Deswegen müssen wir auch jetzt die uns gebotenen Möglichkeiten ausnutzen, und mit aller Kraft dahin wirken, eine große Zahl gesetzestreuer Juden nach Palästina zu bringen, um unseren Einfluß im Lande zu stärken und die Heiligkeit des Landes zu wahren." Vom „Schomre Schabbos" Weltverband. Der Weltverband Schomre Schabbos hat mit Beginn des Jahres eine internationale Aktion gegen die unterschiedslose Handhabung der Sonntagsruhe eingeleitet. Im Interesse der sabbathaltenden Erwerbstätigen soll eine Milderung der Zwangssonntagsruhe in allen Ländern angestrebt werden. Am rührigsten wird diese Aktion in New-York und Polen vorbereitet. Die Niederländische Vereinigung hat das gesamte Material bezüglich der sehr weitgehenden Berücksichtigung des Sabbath in der niederländischen Gesetzgebung und Verwaltung zusammengestellt, das jetzt in übersichtlicher Ordnung und gefälliger Darstellung (besorgt von Herrn" Dr. Josef Stern) der Oeffentlichkeit unterbreitet wird. Diese Publikation zeigt die verschiedenen Gesichtspunkte, die bei der Einordnung des Sabbath in die Gesetzgebung des wöchentlichen Ruhetages zu beachten sind und beleuchtet insbesondere die prinzipielle Unvereinbarkeit der Glaubensfreiheit mit einer allgemeinen, die Lage der sabbathfeierndem Erwerbstätigen schlechthin ignorierenden gesetzlichen Sonntagsruhe, wie sie leider in allzu vielen Ländern gegeben ist. Berichtigung. Zu dem in der vorletzten Nummer des Zion erschienenen Artikel über die „Stellung des Hapoel Hamisrachi zur Spaltung im Misrachi" geht uns von H. N. Perlmann, Petuch Tikwah, folgende Berichtigung zu. Bublik hat vor ca. 3 Jahren in seiner Abwesenheit einen Pardeß kaufen lassen, ohne daß er wußte, daß dieser Pardeß nur 25 Prozent eines größeren Pardeß war. Die Verwaltung war einheitlich, und Bubük hatte daher keinen wesentlichen Einfluß auf die Zusammenstellung des A.beit.pe.- sonals. Immerhin wurden auf seine Forderung auch Juden eingestellt. Vor Peßach dieses Jahres wurde die Teilung durchgeführt, und seit dieser Zeit arbeiten im Pardeß Bubük ioo Prozent Juden. Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Chononowicz. Berlin N 24, Monbijoup'atz 10 — Ver'ag d. „Zion": Dr. Chononowicz, Berlin N 24, Monbijouplatz 10. — Druck: O. Fürst, Berlin W 30, Goltzstraße 26,

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