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Zion · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1/2 Z I 0 N Seite 5 Chinuuchbudgets der Jewish Agency ein Zustand erwachsen ist, der für das Misrachi-Schuhverk in mehrfacher Hinsicht eine Sonderkatastrophe darstellt: wegen der größeren Armut und darum geringen Schulgeldmöglichkeit in den mit unseren Schulen besetzten Kolonien, wegen der größeren Stundenzahl unseres Unterrichts, schließlich wegen des zuweilen ausbleibenden Erfolgs in unserem Kampf gegen Benachteiligung durch die Organe der Jewish Agency. So herzzerbrechend es für uns auch ist zu hören, wie dieses Jahr die Missionsschulen überfüllt sind, nicht zum wenigsten auch mit Kindern aus der Jerusalemer Altstadt und aus anderen uns nahestehenden Kreisen, die das nötige Schulgeld nicht aufbringen, und so sehr wir am Vorrang des Volksschulwesens vor den Höheren Schulen („Mittelschulen", einschließlich Lehrerseminarien) festhalten müssen, so mußten wir unsre eigene Aufgabe einschränken. Aus äußeren und sachlichen Gründen, die in Palästina und in Deutschland unabhängig von einander gleichmäßig empfunden wurden, wählten wir als unser Betätigungsfeld die vier frommen Mittelschulen. —wei von ihnen, das Lehrerseminar in Jeri ialem — dem neuerdings eine Gymnasialabteil g angegliedert ist — und die Tachkemoiti-Oberrealschule in Tel-Aviv, sind so ..ilgemein und rühmlich bekannt, daß über sie und ihre Direktoren (E. M. Lipschütz und Dr. Marschak) hier nichts mehr gesagt zu werden braucht. Das wäre auch auf knappem Raum nicht möglich. Es werde nur nochmals daran erinnert, daß im Lehrerseminar unter der Leitung von Männern wie R. Assaf, R. Ostrowski usw. im Talmud Höchstleistungen erzielt werden, die mit mancher europäischen Rabbinerbildungsanstalt erfolgreich konkurrieren können, und daß im Tachkemoni gleichmäßig in den jüdischen Fächern wie in Mathematik und Naturwissenschaften das Niveau ein derartiges ist, daß diese Anstalt nach dem Urteil von Freund und Gegner und nach dem objektiven Maßstab der externen englischen Prüfungen von keiner Schule des Landes übertroffen wird. Beide Anstalten befinden sich in katastrophaler finanzieller Lage und standen z. T. in den letzten Monaten vor der Schließung; diese Gefahr, die das vorläufige Ende einer höheren Schulausbildung auf religiöser Grundlage in E. J. bedeuten würde, zu bannen, muß unser nächstes Ziel sein. Noch nicht so abgeschlossen und mehr in der Entwicklung zu dem angestrebten Bildungs- und Erziehungsziel und im Kampf mit den u. a. aus dem Schülermaterial entspringenden Schwierigkeiten begriffen sind unsere beiden Mädchen-Mittelschulen: das Lehrerinnenseminar mit angeschlossener Gymnasialabteilung in Jerusalem und das Mädchengymnasium Talpioth in Tel-Aviv unter der Leitung von Dr. Seidel beziehungsweise Raw. Dr. Elischkowski. Warum wir in der Mädchenerziehung, besonders in Jerusalem, mit so viel größeren Schwierigkeiten zu kämpfen haben als bei den Knabenschulen und darum noch nicht zu so eindeutigen Erfolgen gelangt sind, ist hier nicht der Ort auseinanderzusetzen. Nicht zum mindesten wird gerade die Entwicklung dieser beiden Mittelschulen über unseren Erfolg im Mädchenschuhvesen entscheiden, vor allem uns das geeignete Lehrerinnenmaterial stellen, woran es noch vielfach fehlt. Das Ziel für die Bemühungen unserer unabhängigen Organisation hinsichtlich der praktischen Palästina-Arbeit ist groß und verlockend genug; erreichen wir es, so wird mit dem Hauptzweck auch nebenbei erreicht, daß unser Prestige in den religiösen und nicht-religiösen Kreisen von Erez Israel sich über jeden Zweifel erhebt. An den Misrachisten in Deutschland ist es also, ihre Pflicht zu tun! Nobels Bedeutung für die zionistische Ideologie. Von Dr. M. Michael. Es liegt im Wesen des Volkes des Buches tief begründet, daß seine großen Männer den Niederschlag ihres Denkens und religiösen Ringens in JBüchern niedergelegt haben, und so jeder nach seiner Art Bausteine zum Riesenbau der religiösen Literatur des Judentums beigetragen haben. Der Mann, dessen Andenken anläßlich seines 10jährigen Todestages diese Ausführungen in wehmutsvoller Erinnerung gewidmet sind, Nehemias Anton Nobel S-xt, war nach eigenem Ausspruch kein Schreiber, sondern ein Sprecher. Es war ihm gegeben, unmittelbar aus der Tiefe seines Wesens religiös inspiriert, besonders auf der Kanzel stehend, seine Zuhörer mit seinem religiösen Gedankengut zu erfüllen und zu erschüttern. Nur wenige seiner Reden sind zufällig später schriftlich skizziert worden, und vermögen uns andeutungsweise ein Bild seiner Persönlichkeit und seiner Ideologie zu geben. Es sei daher gestattet, die Grundzüge der Ideologie, die den deutschen Misrachi aufs tiefste beeinflußt und geformt hat, in Folgenden zu einer kurzen Darstellung zu bringen. Das deutsche Judentum ist in erster Linie an der Auseinandersetzung über die Stellung des Ju-

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