Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 12 (12.1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 120 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 120 Z I 0 N Nr. 12 werde. Agnon ist einer der Großen der hebräischen Prosa; es gibt wenig Schriftsteller, die große Prosa zu schreiben wissen. Am Ende seiner größten epischen Erzählung schrieb er: zu Ende, aber nicht vollendet. Auch da; Werk seines Lebens ist noch nicht vollendet, noch fügt seine Hand das Gewebe zusammen, noch wächst und blüht die Welt, noch schenkt Gott Worte, mit denen Agnon am Werke seines Lebens schaffen kann. Chronik und Notizen. Herr David Wolfsberg, der Vater von Dr. Oskar Wolfsberg, feierte in diesem Monat seinen 70. Geburtstag. Die Landeszentrale hat ihm ihre Gratulation schriftlich übermittelt. Wir sprechen ihm und seinen Angehörigen auch auf diesem Wege unsere besten Glückwünsche aus. In diesen Tagen begeht unser Gesinnungsgenosse Herr Isaac Heimann. Frankfurt a. M., seinen 70. Geburlstag. Er gehört seit vielen Jahrzehnten der zionistischen Bewegung und fast ebensolang dem Misrachi an. Bis vor wenigen Jahren hat er die K.K.L.-Arbeit in Frankfurt mit großer Umsicht und gutem Erfolg geleitet. Wir sprechen dem Jubilar, der auch heute noch an den Arbeiten des Misrachi tätigen Anteil nimmt, unseren herzlichen Glückwunsch aus. Dajan Lipinski rry. Die Frankfurter Misrachigruppe — und mit ihr ein weiter Kreis des deutschen Misrachi — betrauern den Heimgang ihres treuen Mitglieds des Dajar Lipinski h"St. In seiner berche d?nen Art war ihm ein politisches Wirken nach außen fremd. Seine echte und tiefe Verbundenheit mit allem Jüdischen aber brachte ihn schon früh in untere Reihen, und mit dem lebhaften Interesse, das er jeder schöpferischen Leistung entgegenbrachte, hing er an dem Werk in Palästina. Es lag darum im Rahmen seines Stiebens. daß eine seiner Töchter als Chaluzah nach Erez-lsrael übersiedele. Wir sind stolz darauf, einen Mann wie R. Lipinski. der wirkliche Jüdischkeit in seinem täglichen Leben betätigte, bei uns gehabt zu haben. Wehmutsvoll werden wirseines frühen Hin cheiders immer gedenken. Moses Antmann n y. Diejenigen von uns, die der We^ von Zeil zu Zeit nach Zürich führte, wußten die Bekanntschaft mit Moses Antmann zu schätzen und als bleibenden Gewinn zu betrachten. Als ich ihm im Frühjahr 1929 zum ersten Male begegnete, breiteten sich eine jener schnell keimenden Sympathien aus, die gerade für den nicht m?hr in d?.r allerersten Jugend stehenden Mann als Anzeichen für Jugendlichkeit der Seele erfreu'ich sind. Zwischen uns blieb seitdem ein herzliches Verhältnis durch einige Begegnungen vertieft, durch Briefwechsel gefördert. Nun kommt vül'ig unerwartet die Trauerbotschaft von Antmanns frühem Scheiden nach kurzer, aber schwerer Krankheil. Nur wenige Jahre glücklichen Familienlebens waren ihm gegönnt. Noch war er vom Gipfel weit entfernt — da riß ihn der Tod hinweg. Antmann waren hohe Gaben und bedeutende Kenntnisse zu eigen. Er war ein D3n VD^n ry- "o, ein Mann von beträchtlichem Wissen auf manchem Gebiet. Er hatte einen scharfen Versland. Humor und große Beweglichkeit des Geistes. Sein jüdischer Standort war fest gegründet, aus dem Osten stammend, in München unter Ehrentreu s. A., den er sehr verehrte, gereift, landete er im Misrachi, ganz dem Zionismus ergeben. Ihm verdanken unsere Freunde in der Schweiz viel. Hätten ihn Amt und Arbeit nicht zu notwendiger Zurückhaltung genötigt, so hätte er für die ganze Bewegung ungewöhnlich viel bedeuten können. So wussten nur Eingeweihte um seinen Werl. Wir klagen und trauern heute um einen treuen Gefährten unserer Bewegung, um einen hochwertigen Juden und Menschen und einen lieben Freund. Der Schmerz der Seinen ist schwer, aber — wie stets bei werlvollen Menschen — viele leiden mit den Nächsten um diesen kraftvollen, geistig durch und durch gesunden Mann.Diese große Trauer, die viele vereint, ist ein Trost für die durch den Verlust Gebeugten. Alle Freunde, nah und fern, werden ihm die Liebe über das Grab hinaus bewahren. Oskar Wolisberg. Kiel. Die hiesige Misrachi - Ortsgruppe hatte, für Dienstag, den 17. November 1931 eine Einladung an alle an der Misrachiarbeit interessierten Kreise gerichtet, um eine Reorganisation der Gruppe unter Leitung des Herrn Prot. A. Frankel durchzuführen. Es hatte sich ein ansehnlicher Kreis eingefunden. — Nach erfo'gter Neuwahl des Vorstandes, der von den Herren Prof. A. Fränkel, (. Herzberg. B. Thurm und M. Landesmann ge-, "bildet wird, ergriff Herr Prof. Fränkel zu einigen kurzen, sehr eindrucksvollen Ausführungen d:;s Wort, in denen er das Ausscheiden des deutschen Kreises aus dem Wellmisrachi rechtfertigte. Als vorzüglicher Kenner Palästinas legte er dar, wie gerade im heiligen Lande die Politik des Merkas versagt hat. Hannover. Am 29. November 1931 sprach Herr Dr. Schereschewski. (Hamburg) im Volksheim über das Thema: ..Palästina oder Erez-lsrael'". In einem historischen Ueberblick versuch*.e der Redner, die ewige Verbundenheit des Judentums mit Erez-lsrael und die historische Notwendigkeit des nr-re» p 1«, insbesondere für die religiöse Judenheit, nachzuweisen. Er forderte die Anwesenden auf im Misrachi mitzuarbeiten, der im Geiste der Großen Israels versucht, in Palästina ein Erez-lsrael aufzubauen, d. h. im Aufbau die Werte der jüdischen Vergangenheit zu verwurzeln. Das ist Gegenwartsaufgabe der Orthodoxie. Mit dem Paihcs der Ueberzeugung und des Glaubens gelang es dem Redner, die über 100 Anwesenden für die Misrachi-Idee zu begeistern. Im Arixhluß an das Referat wurde beschlossen, in Hannover ebenfalls eine Misrachi-Frauengruppe zu "gründen. Verantwortlich für die Redaktion: Dr. Chononow Icz. Berlin N 24, Monbijouplatz' 10 — Verlag d. „Zlon": Dr. Chononowicz, Berlin N 24, Monbijouplalz 10. — Druck: O. Fürst, Berlin W 30, Goltzstraße 2b.