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Zion · 1931-12-01 · 12 (12.1931) · p. Seite 114

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
3 (1931)
Issue
12 (12.1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 114 (sequence 8)
Language
German
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Seite 114 Z I 0 N Nr. 12 sation wollen, so ist der von mir bezeichnete Weg der einzig mögliche. Einen genügenden Einfluß wird uns auch diese Organisationsform sichern. Einfluß beruht nicht nur auf Zahl, sondern auf Geschlossenheit, Reinheit der Idee. Folgen Sie diesem Weg. Er bedeutet das Minimum an Kämpfen und das Maximum an produktiver Arbeit. L. Barth referierte über die Erez-Israel-Arbeit. Er führte aus: das Budget des Weltmisrachi zerfiel immer, in vier Teile, in Ausgaben für Organisation, religiöse Angelegenheiten, Erziehung, Kolonisation. Die Deckung dieses Budgets wird für eine dieser Agenden, das Organisatorische, nur aus eigenen Mitteln, für Kolonisation nur aus Mitteln der Zionistischen Organisation, für die beiden anderen, Erziehung und religiöse Angelegenheiten, teils aus Mitteln des Keren Hajeßod, teils eigener Sammlung alimentiert. Unsere Kritik gegen die Ausgabenpolitik des Misrachi richtete sieh wesentlich gegen das Uebermaß der Ausgaben für organisatorische Zwecke, bei denen dazu noch die Ausgaben für werbende organisatorische Zwecke sehr zurücktraten. In einer Zeit, in der die Linke eine große. Anzahl von Organen unterhielt, ist es dem : Misrachi nicht einmal gelungen, den Hator zu halten. Auch in den Ländern der Gallith gibt es kaum irgendeine misrachistische Presse, in Amerika.' überhaupt keine. Politisch hat der Misrachi sehr stark gelitten. Sein Einfluß in Osteuropa, der in einer gewissen Zeit stärker in Erscheinung getreten .war, ist ganz außerordentlich zurückgegangen, jh Erez-Israel ist er immer schwach gewesen, und wäre noch viel schwächer, wenn nicht das Beispiel und die Art der Arbeit gerade derjenigen Männer, die uns nahestehen, gewirkt hätten. Daß bei den Wahlen zur letzten Assefat ha-Xiwcharim der Erfolg besser als früher war. lag zum großen Teil daran, daß die Liste von Männern, wie H. Struck, Prof. Frankel gefühlt wurde. Damit soll nichts gegen die politische Arbeit von Raw Ostrowski gesagt werden, die wir gewiß zu schätzen wissen, aber die Stimmenzahlen, die für misrachistische Listen zum Kongreß und bei anderen Gelegenheiten abgegeben werden, zeigen, wie gering die Werbekraft de-; misrachisiiehen Gedankens in Erez-Israel bisher gewesen ist. Dies ungeachtet e'ner Budgetierung des Organisationsdepanements. i L bei einer gesunden Finanzpolitik nicht zulässig gewesen wäre. In diesem Zusammenhang kann auch über Hachscharaharbeit gesprochen werden, die in systematischer Arbeit um er Einsatz von eigenen Geldmitteln außer bei uns in Deutschland, und — im Abstand hiervon in Holland — kaum irgendwo systematisch von misrachistischer Seite geleistet worden ist. Daß unsere hiesige Hacl>charaarbeit ihre natürliche Fortsetzung in einem e'genen Kibbuz ■ Rodges in Erez-Israel gefunden hat. ist uns ein besonderer Stolz und legi uns Verpflichtungen auf. über die später zu sprechen sein wird. Der Referent schildert: im Anschluß hieran die Organisation derlnjane Dath und die Aendcrungen in der Organisation der Geldverteilung, insbesondere im Anschluß an Klagen, die aus den Kreisen der Beteiligten erhoben worden sind. 'Dabei tadelt er es. daß gerade Schochtim und Rabbonim mit kleinsten Gehältern in Bezug auf die Auszahlung der Gehälter am schlimmsten behandelt worden s;nd. und daß Leute, die selbst nur 5 Pfund durch den Fond für Injane Dath erhalten, bis zu eineinhalb Jahren mit ihren Gehältern in Rückstand waren. Bei einer Besprechung der Struktur der Kneßeth Jisrael und des Oberrabbinats, forderte der Referent die moralische Hebung der Stellung des Oberrabbinats. Diese Institution dürfte der Unterstützung nicht allein durch die beteiligten misrachistischen Kreise, sondern durch die gesamte zionist sehe Oef.entl chkeit sicher sein. Auf das Erziehungswe-en übergehend, gab Barth eine Darstellung der hauptsächlichen Typen der Schulen und rühmte die Leistungen insbesondere des Lehrerseminars und der Tachkeinonischule, für deren Ausbau er eintrat (eine stärkere Aktivität des deutschen Komitees für die Tachkemonischule). Die materielle Not verbietet eine Expansionspolitik und gestattet dem Misrachi nicht, Schulen unter seine Obhut zu nehmen, für die er nicht sorgen kann. Beim Kapitel Kolonisation und Arbeit wurden an dem für uns traurigen Kapitel Kefar Chittin die Feh'er aufgezeigt, die nicht nur vom Kolonisationsdepartements uns gegenüber gemacht wurden, sondern die grundsätzlich falsche Einsteliung de> Misrachi zum Hapoel Hamisrachi, dem die Scheinorganisation des Misrachi Plazair als Konkunen/. entgegengestellt wurde; die verfehlte Auswahl des Siedlermateria's ist an dem Versagen von Kefar Chittin stark mitschuldig. Gerade im Falle der Ansiedlung arbeitender Elemente muß mit besonderem Takt darauf gesehen werden, daß ein Verhältnis des Vertrauens hergestellt wird, das nicht nur die Siedler untereinander bindet, sondern auch die Siedlung mit denjenigen verknüpf!, die ihr ge-innung>verwandt und bereit sind, finanzielle und organisa'.orische. Sorgen mit ihr zu teilen. Der Redner schildert den Kib'ouz Rodges, seine Aussichten für die Zukunft, den starken Lindnick, den mi^rachis:i che wie niehlmisrachislische Besucher dort empfangen. Hier ist ein Typ im Werden, der mustergültig für spätere misrachisti-che Kolonisation sein wird, und zu dessen Stütze Mir entschlossen sein müssen. Redner erwähnt zum Schluß die Arbeit der Frauengruppen für Palästina und machl besonders auf das ,,Iwdi-Iicim"* aulmerksam. Hierauf wird die Generaldebatte eröffnet. Dr. Lewy, Breslau: Die starke Brcslauer Veitrelung demonstriert; den heißen Wunsch der Ortsgruppe, im deutschen Misrachi Einheit und Frieden wiederherzustellen. Müssen wir .schon die Spaltung im Weltmisrachi hinnehmen, so können wir uns eine weitere im deutschen Landesverband und daranresultierend in den einzelnen Ortsgruppen nicht leisten. As Extrakt einer der Tagung vorangegangenen Aussprache zwischen Dr. Rabin und Dr. WoLsberg hat: ersterer der Breslauer Gruppe eine Resolution, die als Manielerklärung gedacht i<t. vorgelegt, die dort mit einigen Aenderungen in fast allen Punkten einstimmig angenomni n wurde. 1. Der Misrachi in Breslau beschickt den Delcgierlcntag in diu- Voraussetzung, daß es sieh bei diesem um eine konstruierende Versammlung des deutschen Misrachi handelt. Er schlägt dem Delegiertentag eins iamiig fo'gendc Resolution vor: -• Her Austritt aus dem Wehniisntehi hü nur provisorischen Charakter. Es besteht nicht die Absicht auf Gründung c'nes neuen Weltmisrachi.

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