Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 10-11 (11.1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND i! K Ii A US G EG E l! EN V 0 M Z E N T 1! A L K Ü RO DES DEUTSCHEN JPSKACHl. I! F. Ii LI N N 24 M ON» I l 0TL A T BEZUGSPREIS UM. 1,50 Pitt) QUAKTAL- ZU l> L 7.! I".! I V. N IM7KCU I) K \ u:Sf;i:!;Ki: < Nr. 10/11. Berlin, November 1931. Kislew 5692 i>i;i!<• ■ \ du: post III. Jahrgang Programmatisches zu unserer künftigen Arbeit Von Dr. Oskar Wolfsberg. Mehr als ein halbes Jahrzehnt des Ringens iintl fast zwei Jahre erbitterten Kampfes um die Methoden der Arbeit und die Grundlagen der Organisation im Weltmisrachi liegen hinter uns. Ein Abschied ist es geworden, der uns schwerer wurde, als wir es sagen können, ein Abschied, von dem wir hoffen, daß ihm einmal eine Wiedervereinigung folgen wird. Ernst ist die Trennung, bis Prinzipien zur Anerkennung gelangen und durch ein Regime gewährleistet sein werden, die Billigung verdienen. Heiter und beglükkend wird die Stunde sein, die alle zusammenschließt, die der hehrsten Idee, im Alltag der Nation würdig und unanfechtbar dienen, eine Stätte bereiten wollen. Die Polemik ist mit unserem Ausscheiden zum Abschluß gelangt. Was das Scheiden rechtfertigen oder begreiflich machen sollte, ist nicht die Begründung für neuen Plan zu altem Ziel. Keine Heftigkeit gegen alte Weggenossen eröffnet die neue Bahn; kein Ressentiment kann die Quelle eigenen Flußlaufes sein. Nur eigenes Wollen, bisher durch fremden Willen gehemmt, eigene Konzeption dürfen heute sich enthüllen, und nur eigenes Können wird einst rückschauend Rechtfertigung gewähren. Jede Geburt ist von Gefahren umweht. Keine Stunde ist schwerer und bedrohter als die Geburtsstunde unseres Versuches zur Selbständigkeit. Manchen mag es mit Besorgnis erfüllen, daß unsere schwerwiegende Entscheidung in eine so ungewöhnliche kritische Zeit fällt. Aber dieses Zusammentreffen ist nicht unsere Schuld. Will man aber überhaupt eine von innen her bedingte, ihren eigenen Gesetzen folgende Entwicklung in unseren Reihen in Beziehung zur Zeitlage setzen, so sei man. desseVi eingedenk, daß Zeiten der Not nicht selten Ungewöhnlichem zur Entstehung verhelfen. Wir lehren keine neuen Erkenntnisse. Das Erbgut von Jahrtausenden ist in uns wachgeblieben, und die politische Erkenntnis des Zionismus leuchtet uns ein, zwingt uns in ihren Bann. Die Lehre des Zionismus, von. der Zionistischen Organisation der Verwirklichung entgegengeführt, scheint uns, wie vielen überlieferungstreuen Juden In den neunziger Jahren, die große Wende im Schicksal unserer Nation und .ihrer Berufung. Vor der völligen Erschöpfung unserer Kräfte auf dem langen Gang durch die Jahrhunderte und Länder, vor Aufbrauch der Reserven winkte unserem Volke Regenaration durch biologische Gesundung. Wovon wir uns immer weiter entfernt hatten — nie weiter als im Zeitalter der Emanzipation, wo die Erinnerungen an volkhaftes Dasein und seine Bedürfnisse, die in der Exilsgeschichte vorher immerhin Reaktionen ersatzhafter Art ausgelöst hatten, nun völlig ausgelöscht wurden — vom schlichten erdnahen Dasein, nicht einzelner Juden, sondern der jüdischen Nation, das wurde jetzt erneut als nahes Ziel aufgerichtet. nicht so sehr zur Erhaltung als zur Erneuerung des Volkes. Einsichtige Führer des religiösen Judentums, besonders in Osteuropa, die von Sorge um die schweren Eiabrüc'.i: erfüllt waren und die Zusammenhäige zwischen dem Schicksale der nationale.! Existenz und der kulturellen