Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 3 (3.1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND HERAUSGEGEBEN VOM ZENTRAL BÜRO DES DEUTSCHEN M i SRACH1. B ERLIN N 24 M ONRI O n PL ATZ!0 REDAKTIOH: ALEXANDER'ADLER, BERLIN. BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL . ZU BEZIEHEN DURCH DEN lir.B AUSGEBER ODER DURCH DIE POST Nr. 3. Berlin, März 1931. Nissan 5691 Hl. Jahrtang Zur Krise im Misrachi Stellungnahme zu politischen Fragen. Von Dr. We rner Silberstein, Berlin. Seit dem letzten Delegiertentag des deutschen Misrachi im Herbst 1930 ist die bis dahin latent verlaufene Krise innerhalb des Weltmisrachi mit aller Deutlichkeit in die Erscheinung getreten. Die Beschlüsse jenes Delegiertentages haben es der gesamten zionistischen Oeffentlichkeit mit Klarheit vor Augen geführt, daß der deutsche Misrachi entschlossen ist. alles z t tun, um den katastrophalen Niedergang der mi-rachistische-i Weltorganisation, wie er sich wesentlich in organisatorischer und finanzieller Beziehung auswirkt, aufzuhalten und gewillt ist, vor keinem Schritt zurückzuschrecken, der eine fundamentale Aendenrcg dieses Zustande» und damit eine Wiederherstellung der Idee und Partei in die Wege leitet. Im Verfolg dieser Beschlüsse ist der deutsche Misrachi. unterstützt von den Misrachisten der Schweiz und Hollands, in die schärfste Opposition z ir palästinensischen Zentrale und auch zu den großen Landsmannschaften Polens cid Amerikas getreten. Es ist klar, daß ein solcher Kampf mit Ausdauer und Beharrlichkeit geführt werden muß. Erfolge können nicht von heute auf morgen erwartet werden. LTnd doch mehren sich schon jetzt hier und da Anzeichen, daß die Erkenntnisse über unsere augenblickliche Situation auch in anderen Ländern geteilt: werden und. was uns besonders wichtig erscheint, auch in Palästina gibt es Einzelpersönlichkeiten, — es sind nicht die schlechtesten —. die die Auflassung der gegen die Zentrale gerichteten Opposition vertreten und sich unserer Bewegung anzuschließen bereit sind. Es erscheint mir notwendig, und das gerade im Anschluß an die Ausführungen Rrnst S'm'ms im letzten Heft des „Zson", Nr. 1/2, 1931. die Gesichtspunkte, von denen diese Opposition getragen ist, zu formulieren und auch meine abweichende Stellung in gewissen Fragen zum Ausdruck zu bringen. Ich habe es als ein unglückliches Zusammentreffen empfunden, daß der erste Anlauf, den die deutsche Opposition nach den Herbstbeschlüssen genommen hat, mit den Ereignissen der letzten Ä.-C.-Sitzung in London, und insbesondere mit dem dort erfolgten Austritt des Misrachi aus der Koalition zusammenfiel. Es wurde dadurch in der Oeffentlichkeit der Eindruck erweckt, als ob auch in der Stellungnahme zu den politischen Problemen der deutsche Misrachi sich durchgehend und grundsätzlich in Gegnerschaft zum Weltmisrachi befände. Ohne nochmals Dinge, die ja nunmehr eine res iudicata geworden sind, in extenso auszuführen, soll doch hier betont werden, daß ich von vorneherein von der Schädlichkeit des Beschlusses der Kongreßverschiebung überzeugt war und durchaus Verständnis dafür hatte, wenn aus einem solchen Beschluß die entscheidende Konsequenz des Rücktritts unserer Vertreter gezogen wurde. Interessant ist ja. daß eines der Hauptargumente, die für die Verschiebung des Kongresses ins Feld geführt w rden. die infolge der finanziellen Notlage der Organisation notwendige Entsendung einer Delegation nach Amerika, bis heute nicht realisiert worden ist. Schon mehreni sich die Stimmen, die befürchten, daß der Kongreß auch zum angekündigten Tunitermin nicht stattfinden wird. Die großen, entscheidenden politischen Verhandlungen des weiten Teiles mit der englischen Regierung, in dem u. -.. die Frage des Legislative Council zur Sprache kommt, stehen bevor und n o c h i m in e r hat die We 11 o r g ani - s a t i o n ihre S l i m m e zu all den lebenswichtigen P r o b 1 e m iv n i c h t erhoben. Gerade weil es in versc.'iiedenen dieser Punkte stärkste Meinungsverschiedenheiten innerhalb vier Organisation gibt, wäre eine KÜir.aig unbedingtes Erfordernis, damit die Exek.aive.- getragen vo.i der Autorität der gesamten Bewegung, die