Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 10-11 (10.1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 149 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10/11 Z I 0 N Seite 149 unsere Praxis in entscheidender Weise von historischen Konstellationen und politischen Konjunkturen, die kommen und vergehen, abhängig ist. In diesem Sinne ist auch an den Ausführungen des obigen Artikels nichts zu ändern. Verschiedenes. Vom Keren Kajemeth-Büro, Berlin. Am 7. Dezember 1930 findet bei Kroll der diesjährige Palästina-Ball des Keren Kaiemcth Lejisrael statt. Der Ball, der eine große repräsentative Veranstaltung zu werden verspricht, wird das Interesse aller jüdischen Kreise beanspruchen. Karten ä 5 Mk. in der Buchhandlung Gonzer, Oranienburger Straße 26. und im Ballbüro. Meinekestraße 10. Bismarck 7165-70. Von der Misrachi-Bank Ltd. Die jährliche Generalversammlung der Bank, welche vor kurzem stattfand, beschloß eine Dividende von 3 Prozent für das Jahr 1929 gegen Coupon Nr. 4 zu zahlen: der Rest des Reingewinnes dieses Jahres wird dem Gewinne des nächsten Jahres zugefügt werden. Den nationalen Fonds Keren Kajemeth. Keren Haiessod und Keren Erez-Israel schel Hamisrachi wurden gewisse Prozente des Reingewinnes wie in den vorigen Jahren übergeben. Seit ihrem Bestehen zahlte die Bank folgende Dividenden: 1926 3 Prozent. 1927 4 Prozent, 1028 Prozent. 1929 3 Prozent. Sämtliche Dividendenscheine können durch das Zentralbüro des Misrachi tüv Deutschland zum Inkasso gebracht werden. Aus der Misrachi-Frauengruppe, Köln. Die Misrachi-Frauengruppe Köln kann auf eine dreijährige Tätigkeit zurückblicken. Bei ihrer Gründung zählte sie 5 Mitglieder, die es durch propagandistische Tätigkeit fertigbrachten, die Mitglicderzahl auf 50 zu erhöhen. Durch kleine Beiträge, durch gelegentliche Spenden und durch hingebungsvolle Arbeit der Vorstandsdamen hat die Gruppe es vermocht, wertvolle praktische Arbeit zvi leisten. Es wurde vor allem Wert darauf gelegt, auf direktem Wege materielle Hülfe an misrachistisehe Institutionen zu leisten. Durch engste Verbindung mit Rodges, dem Kibbuz Rodges in Petach-Tikwah, dem Wachenheimerschen Kindergarten in Jerusalem und mit einem großen Teil der religiösen Chaluzim und Chaluzoth war es möglich, ohne große Organisationskosten zu arbeiten. Die Initiative zur gesamten Arbeit ging von der Vorsitzenden, Frau Sclma Winter, aus. die durch eine Reise nach Palästina im Jahre 1928 und durch Besuche in Rodges den für die Arbeit nötigen Kontakt herstellte. Das Amt der Kassiererin lag in den Händen von Frau C. Z. Rosenfelder, die es mit großem Geschick verstand, auch größere Spenden herein zu bringen und mit größter Zuverlässigkeit und (lenauigkeit ihr Amt verwaltete. Bis zum vorigen Jahre gehörte Frau Rabbiner Gerstein, die Tochter des kürzlich verstorbenen Raw Remigojski. dem Vorstande an. die der Kölner Gruppe viele Mitglieder gewann. Ihr und Frau Winter sind vor allem die guten Beziehungen zu danken, die in Köln fast erstmalig zwischen Ost- und Westjuden spürbar waren. Frau Rabbiner Gerslein, die nach Polen übersiedelte, wurde durch Frau Blasbalg ersetzt, die ihr Amt mit Tatkraft und Eifer übernahm. Für das Gelingen der praktischen Arbeit setzte sich Frau van Cleef ganz besonders dadurch ein. daß sie die Leitung einer Xähstube übernahm, für die sie auch ihr Haus zur Verfügung stellte. In der Nähstube wurden im Laufe der Zeit verarbeitet: 200 m Bettzeug. 124 m Hemdenstoff. 30 m Kleiderstoff, 30 m Schürzenstoff, 175 m Plandtuchstoff. 25 m Gardinenstoff, 21 m Tischdeckenstoff. 18 m Wachstuchstoff. An Geldleistungen übermittelte die Misrachi- Frauengruppe an Rodges im Jahre 1929 1000 Rm., im Jahre 1930 bis zum 10. Oktober 740 Rm.: für die Kupath-Milweh in Jerusalem 5 Aktien ä 8 Rm. 40 Rm.; für den Bau eines Hühnerstalles im Kibbuz Rodges 100 Rm.: Geldspenden Kibbuz Rodges Petach-Tikwah 40 Rm.: Ausstattung von Chaluzoth 50 Rm. Mit großer Freude wurden in Rodges an jedem Feiertage die Pakete empfangen, die von einigen Damen der Misrachi-Frauengruppe dorthin gesandt wurden. Es wurden Kaffee. Tee. Kuchen. Wein. Wurst, Bonbons, Früchte, Konserven, Schokolade u. a. geschickt. Das Hauptgewicht der Arbeit der Misrachi- Frauengruppe Jag auf praktischem Gebiet. Es wurden indessen auch des öfteren Vorträge auf Teeabenden und in größerem Rahmen veranstaltet. Es wurde ein Geschichtskurs und ein Tenachkurs für die Mitglieder eingerichtet, an denen sich' auch Mitglieder der Zeire Misrachi beteiligten und sich zur Leitung zur Verfügung stellten.