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Zion · 1930-10-01 · 10-11 (10.1930) · p. Seite 139

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
10-11 (10.1930)
Date
1930-10-01
Page
Seite 139 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 10/11 Z I 0 N Seite 139 geistiger Bedeutung, deren Autorität über den engen Bezirk der Gemeinde hinaus anerkannt wird. Das große Problem jüdischer Erziehungsarbeit ist von der Volkspartei zuerst in Angriff genommen worden, und wenn auch nicht bis zuletzt durchgeführt, so doch auf dem Wege, der uns eine heranwachsende Jugend verspricht, die mit und in den Quellen des jüdischen Volkes wieder aufwächst. Die Schaffung jüdischer Schulen, die Subventionierung der hebräischen Sprachschule, wie überhaupt die Betonung der hebräischen Sprache in Wort und Schrift verdanken wir der Arbeit der Jüdischen Volkspartei. Die Fesseln der lokalen Gemeinschaft sind gesprengt, die Berliner Jüdische Gemeinde fühlt sich wieder als ein Glied in der Kette der Gesamtjudenheit. Die Führer der Partei haben bei jedem Anlaß, in Freud und Leid, der Gemeinde zum Bewußtsein gebracht, wie sie ein Teil des großen Ganzen ist. So nimmt es nicht Wunder, daß heute die Jüdische Gemeinde Berlins auch den Aufgaben des Palästina-Aufbaus nicht mehr lern steht. Maßgebende ihrer Führer sind Mitglieder der Jewish Agency, und es darf die Hoffnung ausgesprochen werden, daß die Entwicklung auch in dieser Richtung noch Fortschritte machen wird. Mehr denn je wird es Aufgabe aller Juden, gleichgültig wie sie parteimäßig eingestellt sind, sein, die schwere Situation, in die durch veränderte englische Politik das Werk des jüdischen Aufbaus geraten ist. zu meistern. Dies und die großen Probleme der Erziehung, die wir oben gezeichnet haben, werden die wesentlichen Aufgaben der kommenden Legislatur-Periode sein. Noch fehlt der Berliner Gemeinde eine höhere jüdische Schule. Der Ausbau der vorhandenen sowie die Fortbildung der schulentlassenen Jugend im jüdischen Wissensgebiet sind wichtige Forderungen der nächsten Zukunft. An all diesen Arbeiten ist der Misrachi im höchsten Maße interessiert. Sein Chinuch in Palästina erfreut sich der Anerkennung weitester Kreise und so darf erwartet werden, daß die Mitarbeit der Misrachisten in der volksparteilichen Fraktion gerade in diesen Fragen als äußerst erwünscht angesehen werden wird. Nur noch wenige Wochen trennen uns vom Tage der Entscheidung. Es gilt, unsere Anhänger aufzurufen und sie zur Wahl zu sammeln. Auf der. Kandidatenliste der neu zu wählenden Fraktion der jüdischen Volkspartei stehen neben den alten bewährten Kämpen unserer Organisation auch neue führende Mitglieder des deutschen Misrachi. Die Sache, die wir in der Jüdischen Volkspartei verfechten, ist nicht parteigebunden. Jeder Jude, der die Entwicklung der lokalen Gemeinde, wie die des Verbandes der Gemeinden im Geiste der jüdischen Tradition gutheißt, muß zur Wahlurne schreiten. W er Mehrung und S t ä r k u n g w a h - reu religiösen jüdischen Lebens will, wer Mehrung und Yc r b r e i t u n g j ü d i - 's c h e ii Wi s s e n s, besonders für die J u - gen tl erstrebt, wer der Not des Einzelnen mit jüdischen Methoden steuern will, wer die Lösung des Juden- Problems nur in der Ve r w i r k l i c h u n g der Gegcnwartsaiifgabcn und der Znk ti nttshof fnungen des i iidischen Vo 1 - kos in P a l.ä s t i n a s i e h t. dem kann nicht z w e i f c 1 h a f t s e i n, welcher Partei er am 30. Xovember seine Stimme g e b e n s o 11. Wir rufen daher alle traditionstreuen Juden auf. der Partei zum Siege zu verhelfen, die einzig und allein die aufsteigende Linie der Entwicklung jüdischen Lebens innerhalb der jüdischen Gemeinden Deutschlands inauguriert hat: Der Jüdischen Vo I k s p a r t e i. Zu den Wahlen zur Repräsentanten-Versammlung und zum Preußischen Landesverband in Berlin. Jüdische Wähler! Am 30. November wird für Jahre hinaus das Schicksal der Berliner Jüdischen Gemeinde und des Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden bestimmt. Während die liberale Partei in Gruppen und Grüppchen sieb gespalten hat. soll der festgefügte Block der Jüdischen Volkspartei in die Lage versetzt werden, auch in Zukunft die Gemeinde in einem Geiste zu führen, wie sie es bisher in 3 Jahren ungeheurer Energie und Leistung getan hat. Das gesetzestreue Element der Berliner Judenheit muss geschlossen hinter der Jüdischen Volkspartei stehen, zu deren bewährten Führern in der bisherigen Gemeinde-

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