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Zion · 1930-10-01 · 10-11 (10.1930) · p. Seite 134

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
10-11 (10.1930)
Date
1930-10-01
Page
Seite 134 (sequence 10)
Language
German
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Sfrite 134 % iQ y Nr. 10/11 Der Delegiertentag des deutschen Mlsrachi. Am 28. September fand in Berlin der ordentliche -Delegiertentag des deutschen Misrachi statt., der von 41 Delegierten besucht war. Im {Mittelpunkt der Tagung stand der Bericht über die gegenwärtige Lage in der Weltbewegung, unter besonderer Berücksichtigung der Vorgänge auf der Waad- Haroschi-Silzung in Wien, der von Herrn Dr. Arnold Barth erstattet wurde. Ueber die Situation im Misrachi und seinem Morkas in Jerusalem haben wir in den Zion-Heften Nr. 8 und 9 vom August und September d. J. ausführlieh geschrieben. Es erübrigt sich daher, an dieser Stelle das Referat von Dr. Barth im einzelnen wiederzugeben. Materiell deckten sich seine Ausführungen mit den uns:igen völlig: der geistige und moralische Einfluß der Leitung des Misrachi innerhalb der Partei ist verschwindend gering, der Einfluß der Bewegung aul außenstehende Kreise innerhalb des Zionismus und innerhalb der Orthodoxie ist fast ganz geschwunden: beides ist der Ausfluß des Versagens auf organisatorischem und finanziellem Gebiet und der unglückseligen Wirtschaftsführung des Merkas. In den die 'Organisation führenden und sie maßgeblich beinüussenden Kreisen ist kein Verständnis dafür vorhanden, daß es der Würde einer Partei wie der unsrigen nicht entspricht, daß derartige Zustände nicht restlos beseitigt werden. Nichts wird in den großen jüdischen Zentren, in denen Zehnlaiisende von gesinnungsniäßig zu uns gehörenden Menschen leben, dazu unternommen, daß diese ihren Pflichten der misrachistischen Erez-Israel- Arbeit gegenüber nachkommen. Zu Zeiten von Wahlen wird Energie entfaltet und eine politische Machtstellung mit Hilfe der misrachistischen Idee in Anspruch genominen, ohne daß daraus auch nur die geringste Konsequenz in Hinsicht auf die 'Budgeliening der eigentlichen in Erez-Israel zu leistenden Misrachi-Arbeit gezogen wird. Dabei majori - siert man rafcf Misrachi-Konferenzen und Kongressen diejenigen Landsmannschaften, die das ganze Jahr ihren Pflichten als Misrachisten nachkommen und verhindert durchgreifende Reorganisationsmaßnahmen. Der Merkas aber ist gerade diesen Landsmannschaften '" gegenüber aus falsch verstandenen Prestigerik ksichlen schwach und nachgiebig, versteht es nicht, sich durchzusetzen und versucht nichts, was zu einer organisatorischen Erfassung der Misrachisten führen könnte. Uns aber ist es unerträglich, daß dauernd zwei Gruppen von Mis'- rachislen gegeneinander zu "kämpfen haben, die eine, große Gruppe, die keinerlei Arbeit leistet, aber auf den Konferenzen alles bestimmend beeinflußt, und die andere, ständig sich um die Arbepti kümmernde, deren Vorschläge für Aenderungen und Verbesserungen abgelehnt werden. Die Debatte über diesen Fragenkomplex nahm den größten Teil des Tages in Anspruch. Es wurde mit außerordentlichein Verantwortungsgefühl und zum Teil mit starker Leidenschaft verhandelt. Von allen Seiten, ohne eine Ausnahme, wurden die Verhältnisse in der Weltorganisation als unhaltbar angesehen und die Forderung nach stärksten Maßnahmen, die eine Besserung hervorrufen können, gestellt. Meinungsverschiedenheiten traten nur zutage in der Frage des Weges, den unsere Opposition in nächster Zukunft beschreiten soll. Besonders die Vertreter der Breslauer Gruppe bezweifelten, daß schon alle Mittel erschöpft wären, auf dem Wege der sonst üblichen Opposition mit weniger drastischen Mitteln als den vom Referenten und von den Einbringern der Resolution vorgeschlagenen, unser Ziel zu erreichen. Durch unsere scharfen Maßnahmen könnte für die Durchführung der misrachistischen Forderungen bei der Zionistischen Organisation eine Situation eintreten, die bisher von uns Erreichtes gefährdet. Es müsse deshalb zum mindesten die nächste Weltkonferenz abgewartet weiden, und definitive Beschlüsse solle man erst lassen, wenn unsere Forderungen an den W elt misrachi, die absolut im Sinne des Referenten gestellt werden könnten, auf dieser Weltkonferenz abgelehnt würden. Diese von Dr. Rabin, Dr. Boß*, Dr. Grünberg vertretene Forderung wurde auch von einigen anderen Delegierten unterstützt, jedoch wurde die hier folgende Resolution mit stark überwiegender Mehrheit angenommen. Außer den Herren Dr. Wolfsberg, Adler, Edm. Lewy befürworteten in der Diskussion auch Herr Prof. Pick, sowie der als Gast an der Tagung teilnehmende Herr Hermann Struck und viele Delegierte des Zeirt Misrachi durch ihren Sprecher Isi Eisner die Resolution. Ein wenn auch zahlenmäßig nicht sehr großer, so doch durch die ihn vertretenden Persönlichkeiten sehr beachtlicher Teil der Delegierten war der Auffassung, daß bereits auf diesem* Delegiertentag der Austritt der deutschen Landsmannschaft aus dem Weltmisrachi beschlossen werden müsse. Dem gegenüber wurde mit mehr als 3/4 Majorität der Delegierten die nachfolgende Resolution angenommen, die eine Loslösung der deutschen Landsmannschaft aus der Weltorganisation für den Fall verlangt, daß es auch auf der kommenden Weltkonferenz nicht möglich sein wird, genügende Reorganisations- und Sanierungsvorschläge durchzusetzen. Die Resolution hat folgenden Wortlaut: Getragen von dem festen Glauben an die hohen Aufgaben, die der Misrachi in der zio-

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