Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 10-11 (10.1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 128 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 128 Z I 0 N Nr. 10/11 MfSrachlSten! Laßt uns Kleinmütige und Verzagte in heiliger Begeisterung mit uns fortreißen! Wir müssen unsere Kräfte zusammentaten vnü vervieltc chen. Zahlt nicht nur für Euch selbst, Eure Frauen und Kinder den Schektl, werbet für diesen Protest-Schekel in allen Kreisen, die Ihr erreichen könnt. Beginnt sofort mit der Arbeit, führt sie restlos durch in den nächsten Wochen, damit diese Kongreßwahl der Welt zeigt, daß das jüdische Volk den Willen hat, Erez-Israel zu bauen. Misr&ChiStCn I Sorgt, daß ein starker Misrachi der zionistischen Bewegung innere Stärke verleiht. Reißt Euch heraus aus dem Kreis der Sorgen um den Alltag in der Galuth, stellet die Sorge um ein wahrhaft jüdisches Erez-Israel an die Stelle in Euerem Leben, die ihr gebührt. Der deutsche Misrachi hat besondere Aufgaben zu erfüllen, auch im Lager des Gesamtmisrachi. Darum rufen wir die gesetzestreue Judenschaft Deutschlands auf, helft uns, daß wir stärkeren Einfluß ausüben können auch auf die Arbeit des Misrachi in Erez-Israel. Helft uns, daß der äußeren Kräftigung der misrachistischen Partei auch ihre innere Konsolidierung folgen kann. Gebt uns die Möglichkeit stärkster Vertretung in der misrachistischen Organisation. MlSraChisteil! Morgen beginne die Arbeit! Jeder tue an seiner Stelle seine Pflicht. Werbet für den Protest-Schekel! Landeszentrale des Misrachi für Deutschland. Alexander Adler, Isi Eisner, Max J, Kober, Edm. Lewy, Dr. W. Silberstein, Dr. P. Sulzberger, Dr. Oskar Wolfsberg. Das Weißbuch und der Aufbau des jüdischen Nationalheims. Wie kann man verstehen, was geschehen ist? Hatte man nicht immer von englischer Politik gerühmt, daß ihre Linie, wie auch immer Regierungen wechseln, ungebrochen verläuft? Daß sie nicht, wie andere, in Monaten und Jahren, sondern in Epochen denkt? Gewohnt, in allen Teilen der Welt mit Menschen aller Kulturen zu arbeiten, sich in die Seele ihrer Mitarbeiter. Freunde und Gegner einzutühlen weiß? Was ist in unserem Fall geschehen? Wer englische Geschichte kennt, weiß, daß der Gedanke der Repatriierung der Juden zurückgeht in die Zeit von Palmerstone und noch weiter. Daß1 die Balioiu-Deklaration die historische Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina feststellte;;nd nicht nur in ihrem Leitsatz die Formulierung des Baseler Programms übernahm, sondern auch die Ausführungsbestimmungen so formulierte, daß klar war. was gemeint war: die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Vo 1 k in Palästina, soweit nur die Kraft und der Wille dieses Volkes sie aufbauen wollte. Deshalb die Bestimmung, daß das Land unter solche politische, administrative und ökonomische Bedingungen gebracht werden sollte, daß die Errichtung der jüdisch-nationalen Heimstätte gewährleistet wird, deshalb die Schaffung der Jewish Agency als einer Vertretung der am Aufbau interessierten Gesamtjudenheit, und die Kompetenz dieser Agency erstreckte sich auf die Beratung und die Zusammenarbeit mit der Regierung — wie festgestellt werden muß — nicht nur in bezug auf die Errichtung des jüdischen Nationalheims und der Interessen der jüdischen Bevölkerung des Landes, sondern auch auf die Entwicklung des Landes, bei der sie „helfen und Anteil nehmen" sollte.