Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 12 (12.1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND HERAUSGEGEBEN VOM ZENTRALBÜRO DES DEUTSCHEN MISRACHI. B ERLIN N 24 M ON BIJ OD PLATZ 10 REDAKTION: ALEXANDER AULEK, BERLIN. STÄNDIGER PALÄSTINENSISCHER MITARBEITER DR. ERNST SIMON, HAIFA. BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL. ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSGEB KR ODER DURCH DIE POPT Nr. 12. Berlin, Dezember 1930. Teweth 5691 II. Jahrgang SchekeS und Kongress. Diese Ueberschrift lesen, heißt bei den meisten den Artikel überschlagen. Was über Schekel zu sagen ist. weiß man schon auch aus Artikeln und Aulrufen der Exekutive, Rundschreiben der Landesorganisationen seit jetzt 33 Jahren. Was gihjt es darüber Neues zu sagen? In welcher Beziehung steht er zu den jeweils brennenden Fragen im Zionismus oder im jüdischen Volk oder in der Weltpolitik? Man blättert weiter: die Zeitung wird ja schließlich auch noch einen interessanten Artikel haben! Dabei wendet sich aber der Artikel gerade an diejenigen, die ihn vermutlich überschlagen. Er wendet sich an diejenigen, die sich für den Schekel; nicht interessieren. Die ihn vielleicht bezahlen, wenn der jugendliche Helfer ihn einsammelt, das dritte Mal zu ihm kommt, einen großen Teil der Mk. 1,50, die er einkassiert hat, für Fahrgelder ausgegeben hat, und wenn er weiß, daß, wenn er jetzt nicht zahlt, er doch unter Umständen nicht zum Kongreß wählen kann. Dann wird der Obolus für den Schekel herausgerückt. Sehr geehrter Herr! Gesinnungsgenosse darf ich sie nicht nennen, denn nach der Verfassung der Zionistischen Organisation ist Zionist nur der, der nicht nur das Baseler Programm anerkennt, sondern auch den Schekel zahlt. Da Sie den Schekel bisher noch nicht gezahlt haben, haben weder Sie das Recht, sich Zionist zu nennen, noch ich das Recht, Sie als einen solchen anzusprechen. Sehr geehrter Herr! Erinnern Sie sich an die Reden in den zahlreichen Protestversammlungen ' gegen die Mißachtung der Mandatsverpflichtungen, gegen den Shaw-Bericht, gegen das Weißbuch? An diese Reden, in denen der schöne Trotzruf: Und dennoch! nun erst recht! herausklang? In denen man als Antwort über den Kanal hinüberriei: Mehr Arbeit! Mehr Schkolim! Mehr Land! Mehr Immigration! Erinnern Sie sich, wie Sie hierbei mitapplaudiert haben und wie Sie in dieser Stunde, in der nicht nur die Reden, sondern auch die historischen Ereignisse, die zu den Versammlungen den Stoff gegeben haben, Ihr jüdisches Gefühl so anspornten, daß fast eine Tat daraus geworden wäre? In der Tat hatte man damals aus einem echten Gefühl heraus die richtige Antwort gefunden: wenn da£, was geschehen isfc, als nationales Unglück empfunden wird, wenn das jüdische Volk fühlt, daß ihm ein großes Unrecht zugefügt worden ist, daß seinem Schaffen äußere Fesseln auferlegt werden sollten, dann muß sich das Zusammengehörigkeitsgefühl neu erweisen, dann muß sich der Wille regen, die Organisation größer und stärker zu machen. Und es gibt dafür nur einen Ausdruck: den Schekel zu erwerben und dann für den Schekel zu werben. Durch den Schekel gliedert man sich selbst ein in die nationale Organisation des jüdischen Volkes. Dadurch, daß man andere wirbt, stärkt man die Reihen. Der Schekel hat noch eine andere Bedeutung. In London, dem Sitz der Mandatarmacht, amtiert eine Exekutive mit einem Büro, das die Agenden, der Gesamtorganisation leiten soll. Ihre Aufgabe ist nicht nur das rein organisatorische Gebiet, obwohl dies bei einer Bewegung, die in 55 Ländern Landesverbände hat und mehrere ideologisch zusammengefaßte Sonderverbände, ein großer Aufgabenkreis ist, die Exekutive in London hat, wie ja den Zionisten bekannt ist, auch die politische, propagandistische und publizistische Arbeit zu leisten. Es wurde insbesondere seit dem vorigen Kongreß von ' ihr mit guten Gründe.1 verlangt, Sit-