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Zion · 1930-06-01 · 6-7 (6.1930) · p. Seite 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
6-7 (6.1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 91 (sequence 25)
Language
German
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Nr. 6/7 Z I 0 N Seite 91 Von der misrachistischen Alijah. Im der Zeit zwischen Tischri und Nissan 5690 sind auf Zertifikaten der Zionistischen Exekutive 141 Chaluzim, davon 117 männliche und; 24 weibliche ins Land gekommen, die sich dem Poel Hamisrachi angeschlossen haben. Davon kamen aus Polen 54, Ostgalizien 44. Westgalizien 9. Deutschland 12. Amerika 5, aus allen anderen Ländern 17 Chaluzim. Die Chaluzim verteilten sich auf folgende Arbeitsplätze im Lande. Es gingen nach Pclach Tikwah 55, Tel-Aviv 27, Rechowoth 21, Bne Brak u, Haifa 10, Jerusalem 6. andere Plätze 11 Chaluzim. Die meisten der aus Deutschland kommenden Chaluzim blieben im „Kibbuz Rodges"' in Petach Tikwah zusammen, um dort zu versuchen, eine gemeinsame Ansiedlungsmöglichkeit zu finden. Insgesamt sind in der angegebnen Zeitetwa 3000 Chaluzim ins Land gekommen, so daß die misrachistische Alijah ungefähr 5 Prozent der gesamten chaluzischen Alijah darstellt. Zeire Misrachi und die Berliner jüdische Gemeinde. Zur kommenden Repräsentanlemvahl. Ende November dieses Jahres finden erst die Wahlen zur Berliner Repräsentantenversammlung und zum Preußischen Landesverband statt und schon beginnen die liberalen Jugendbiinde. sich an der Wahlpropaganda der liberalen Fraktion zu beteiligen und sogar eigene Propaganda für diese zu betreiben. Dieses Tun darf seitens der anderen, besonders der zionistischen Jugendbünde nicht unbeachtet bleiben, um so mehr als hierbei für eine Fraktion agitiert wird, die in schroffstem Gegensatz zum Zionismus und zur zionistischen Lebensauffassung steht. Für uns. die Zeire Misrachi, kommt noch hinzu, daß die Liberalen (sie nennen sich die ..Religiös-Liberalen") auch jeder orthodox-zionistischen Betätigung, wie wir sie in Tat und Wort verlangen, ablehnend gegenüberstehen, so daß es unsere doppelte Pflicht ist, daß in dem Augenblick, da die liberalen Jugendbünde sich zur Wahlarbeit für ihre Gesinnungsgenossen zur Verfügung stellen, auch wir aktiv in den schon beginnenden Wahlkampf eingreifen. Was geht aber, abgesehen hiervon, die Zeire Misrachi die Wahl, was uns der Wahlkampf an? Nichts und alles. Nichts, insofern als die Hälfte unserer Chawerim und Chaweroth noch nicht wahlberechtigt ist, alles, insofern als auch wir dafür sorgen wollen, daß sich in der Berliner Repräsentanz — was von ihr gesagt wird, gilt selbstverständlich auch für den Preußischen Landesverband — eine zionistische Mehrheit befindet und die zionistischen Jugendbiinde nicht schütz- und rechtlos einer liberalen Majorität unterworfen sind, die die volle Durchführung unseres Programms Thora wa Avvodah gefährden könnte. Die zionistischen Belange und somit auch die Belange der zionistischen Jugend hat in der Berliner Repräsentantenversammlung bisher die Jüdische Volkspartei wahrgenommen. Sie war es, die, als sie nach sieben jahrzehntelanger liberaler Regie bei der letzten Wahl die Führung in der Gemeinde erlangte, sofort an eine Belebung der Gemeinde heranging und zugleich als eine notwendige Aufgabe sich die Arbeit für die gesamte jüdische Jugend Berlins vornahm. Nur das Wichtigste sei hier von dem erwähnt, was die Volkspartei direkt oder indirekt für die jüdische Jugend Berlins geleistet hat. Es entstanden der Reichs- und Landesausschuß der jüdischen Jugendverbände. die Dachorganisationen aller jüdischen Jugendverbände im Reich, wie speziell in Preußen und Berlin. Die jüdische Jugend, bisher vollkommen zersplittert, merkte, daß es über alle Parteiprogramme hinweg etwas Einigendes gäbe, die soziale Arbeit an der Jugena innerhalb des Jugendbundes. Aus diesem Gedanken heraus kam es erst zu einem Zusammenschluß der jüdischen Jugend, einem Prozeß, der in Berlin von der Gemeindestubc aus bestimmend beeinflußt wurde. Um dieselbe Zeit entstand auch die ..Schule der jüdischen Jugend", ein verdienstvolles Werk der Jüdischen Volkspartei. Die Sorge der Gemeinde für die Jugend offenbarte sich ferner in der Schaffung von Berufsberatungsstellen und Abhaltung von Vorträgen, die bald von der Gemeinde selbst, bald, von ihr inauguriert, vom Landesausschuß der jüdischen Jugendverbände veranstaltet wurden und das Ziel hatten, den Jugendlichen gerade während der augenblicklich schweren allgemeinen Wirtschaftslage die Berufswahl zu erleichtern. In der allerjüngsten Zeit ist von der Gemeinde auf Antrag der Volkspartei der Jugendpflegeausschuß gegründet worden, dessen Ressorts trotz des Protestes der liberalen Fraktion sämtlich von Zionisten verwaltet werden. Durch die Vermittlung dieses Jugendpflegeausschusses sind jetzt auch die Jugendbiinde, die oft die Not der Finanzkrise erfahren mußten, in die Möglichkeit versetzt, von der Gemeinde Subventionen zu erhalten. Nur das Wichtigste von dem. was die Jüdische Volkspartei während der letzten, noch bestehenden Session für die Jugend getan hat. kann hier wegen der Beschränktheit des Raumes aufgezählt werden. Aber auch dieses wenige, verglichen mit dem Zustand, in dem die liberale Fraktion jahrelang die jüdische Jugend Berlins gelassen hat. zeigt schon, was auch für uns. die Zeire Misrachi. getan wurde und — was wir jetzt zu tun haben. Manus manum lavat. Zeigen wir uns einer Fraktion, die neben vielen anderen Dingen auch an die Jugend und besonders die zionistische Jugend dachte und in der Weise, wie es eben geschildert ist. für sie sorgte, auch erkenntlich. Wir wollen ihr gegenüber nicht undankbar sein, wir wollen, daß die Politik, wie sie bisher in der Gemeindestube betrieben wurde, auch weiterhin betrieben wird, damit wenn später die Zeit unserer verlangt, wir einen Kosmos vorlinden, auf dem wir im Sinne unseres Programms aufbauen und weiterbauen können, und wir nicht vor einem Chaos stehen, dessen organische Gestaltung allein schon kostbare Zeit in Anspruch nimmt. Aus all diesen Gründen sind wir an der kommenden Repräsentantenwahl interessiert, und daher stellen wir uns bei dem Wahlkampf der Jüdischen Volkspartei zur Verfügung, weil wir glauben, daß nur sie unser Programm Thora wa Awodah unterstützen und für dasselbe eintreten wird. Erwin S c h e f t e 1 o w i t z, Mitglied des Vorstandes der Berliner Zeire Misrachi Aus dem Leben der Berliner Misrachi-Gruppen. Misrachi-Ortsgruppc. Seit der letzten Generalversammlung, die im April stattfand, hat sich das Leben der Ortsgruppe stark belebt. Der unter dem Vorsitz von Dr. Werner Silberstein arbeitende Vorstand besteht aus den Herren Rabbiner Dr. Wilhelm Lewy als 2. Vorsitzen-

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