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Zion · 1930-04-01 · 4 (4.1930) · page 3

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Journal
Zion
Volume
2 (1930)
Issue
4 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND HERAUSGEGEBEN VOM ZENTRALBÜRO DES DKUTSCHEN MlSRACHI. MERLIN N 24 MONBIJOUPLATZ 10 HEDAKTION: ALEXANDER AOLER. HiOiiLIN . DU. ERNST SIMON, JtltL'SALEM BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL . ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSGEBER ODER DURCH DIE POST Nr. 4. Berlin, April 1930. Nissan 5690 II. Jahrgang Der Bericht der Untersuchungskommission. Von Alexander Adler. Die zur Untersuchung der Ursachen der August-Unruhen in Erez-Israel von der englischen Regierung eingesetzte Untersuchungskommission hat ihren Bericht jetzt veröffentlicht, und es kann nichts anderes festgestellt werden, als daß der Bericht nicht den Erwartungen entspricht, die wir glaubten, an eine unparteiische, aus englischen Parlamentariern bestehende Kommission stellen zu dürfen. Was. uns an dem Bericht besonders enttäuscht, ist das mangelnde Einfühlungsvermögen der Kommissionsmitglieder in die tieferen seelischen und geistigen Beweggründe des jüdischen Volkes. Der Bericht, trotzdem er einwandfrei teststellt, daß nicht Juden, sondern Araber die Urheber der Unruhen waren, ist doch ungünstig für uns, und das, obwohl man bei eingehender Lektüre des 200 Seiten umfassenden Buches den Eindruck haben muß, daß die Kommission versucht hat, in aller Unparteilichkeit ihr Urteil abzufassen. Mit Ausnahme des der englischen Arbeiterpartei angehörenden Mr. Snell haben die Kommissionsmitglieder nicht vermocht, den tieferen Zusammenhang zwischen der Unruhe zu sehen, die die Juden allmählich, und im Laufe der Jahre in imm'er steigendem Maße, erfaßte, da sie sahen, daß die Durchführung der Balfour-Deklaration hinausgezögert wurde, und den Unruhe n, die von arabischen Agitatoren angezettelt wurden, um gegen die Balfour-Deklaration Sturm zu laufen. Das ist das große Unrecht dieses unparteiischen Berichtes, daß er einen von jüdischer Seite geschriebenen Zeitungsartikel, der die Gemüter der Juden zur Erkenntnis der bedrohlichen Situation im Lande aufruft, gleichsetzt mit Artikeln von arabischer Seite, die in die arabische Gasse den Geist des Widerstandes und aktiven Kampfes gegen die durch Balfour-Deklaration und Mandat legal gewordenen Rechte der Juden hineintrugen, daß er nicht anerkennen will, daß so wie die jüdischen Waffen in den Tagen des Aufruhrs nur zur Verteidigung erhoben wurden und nicht zum Angriff, auch die jüdische öffentliche Meinung nur in Verteidigung des jüdischen Rechtes ihre Stimme erhob. So versucht die Kommission dauernd Licht und Schatten gleichmäßig, auf Juden und Araber zu verteilen, ohne sich bewußt zu werden, daß dadurch den Juden schwerstes Unrecht geschieht. Selbst, wenn der Bericht offen zugibt, daß die jüdischen Zeitungen (die revisionistischen eingeschlossen) bis in die letzten Tage vor den Unruhen viel gemäßigtere Tonart angeschlagen haben als die arabischen, findet er kein Wort des Verstehens für die jüdische Erregung, „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht" und Aufreizung zur Verteidigung nicht weniger zu verurteilen als Aufreizung zum Angriff! Der Bericht geht offenbar davon aus, daß die palästinensische Regierung nach außen hin absolut von jedem jüdischen Vorwurf reingewaschen werden muß und das ist derjenige Punkt, an dem man vielleicht Berechtigung hat, sogar an dör Unparteilichkeit des Berichtes zu zweifeln. Vielleicht haben wir in der Erregung der ersten Tage und Wochen und Monate nicht ganz objektiv die Handlungsweise vieler englischer Beamten beurteilt, vielleicht, aber die Regierung an sich und sogar die Beamtenschaft in ihrer Gesamtheit frei zu sprechen von jeglicher Schuld an den Ereignissen, auch daran, daß die Ereignisse einen solchen Umfang annehmen konnten, geht doch entschieden zu weit. Auch hier hätte die Kom-

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