Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 1 (1.1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Z I 0 N Nr. 1 Seite 12 —-:—17 oder doch" hmduiSgkliilren und dort ihre freundschaftlich-bescheid^e^Bewirtung empfangen. Von Abend zu Abend^aber erneuert sich, siebenmal hintereinander, das Fest und fügt zu „neuen Gesichtern" neuen Segen. Ein Kiddusch in Jerusalem! Was geschieht da? Wir meinen nicht den ,.gewöhnlichen", allsabbathlichen Kiddusch, den jeder Hausvater seiner Familie macht, sondern den Kiddusch bei besonderer Gelegenheit, wo sich das ganze Minjan um irgendein festliches Ereignis sammelt, das einer der Beter feiern darf. Der bittet dann die kleine Gemeinde am Sabbath nach dem Festf tag „auf Kiddusch", was entweder, bei Aermeren,' im Bethhause selbst oder, bei Wohlhabenderen, auch einmal in der Wohnung stattfindet. Auch hier ist die Bewirtung meist höchst bescheiden, aber die Stimmung stets sehr gehoben. Es lebt hier etwas von jenem starken Geiste der alten „Liebesmahlzeiten", der aus vergangenen Epochen in die unsere t hineinragt und von menschlichen Beziehungen er-' zählt, die so umfassend waren, daß die gleichen Menschen miteinander arbeiteten und beteten und assen. Das ist unseren großen Synagogengemeinschaften, auch denen in Palästina, ganz verloren gegangen; man findet es wohl noch in kleinen Gemeinden, besonders des deutschen Ostens, und eben in jenen ostjüdischen „Stübels" und „Minjanim", die vielfach die Gemeinde ersetzen. Was ihnen an organisatorischer Kraft und Zusammenfassung abgeht, das bringen sie durch eine herzliche Brüderlichkeit wieder ein, deren zwischenmenschlichen Wärme sich stets am Lichte der Thora neu entzündet. E. S. Vom Misrachi in Deutschland. Der Misrachi war auf dem Jenaer Delegiertentag durch 29 Delegierte und Landesvorstandsmitglieder vertreten. Von dem Landesvorstand nahmen am Delegiertentag teil die Herren: Adler, Erich Michaelis, Dr. Rudolf Möller, Dr. Rabin. Als Delegierte nahmen teil für Berlin: Dr. Arn. Barth, Prof. Pick, Dr. Sulzberger, J. Eisner, Rabbiner J. Samuel, am zweiten Tag für Dr. Barth Edmund Lew)-. Für Frankfurt: Konsul Mokrauer, Benno Cohn. Für Breslau: Dr. G. Lewy, Dr. Polke. Für Hamburg: Dr. Heppner, Dr. Hugo Meyer, Dr. E. Schereschweski. Für Köln: Hohes, Dr. Leibowitz, Frau Gerstein. Für Essen: Dr. van Cleef. Für M annheim: O. Simon. Für Königsberg: Frau Dr. Sulzberger. Für Chemnitz: Lipa Scharf. Für Nürnberg: Dr. Bamberger. Für W ü r z b u r g: Dr. Grünfeld. Für Leipzig: D. Kestenbaum. Für Mainz: Ph. Grünbaum. Der Fraktion traten als Hospitanten bei: Dr. Landau, Lübeck, Cohn, Plauen. Zwei Delegierte konnten krankheitshalber nicht an der Tagung teilnehmen, ohne daß Ersatzdelegierte für dieselben eintreten konnten. Dem Präsidium des Delegiertentages gehörte für die Misrachifraktion Dr. Rabin, Breslau, an. Im Permanenzausschuß war unsere Fraktion vertreten durch die Herren: Dr. Barth, Rechtsanwalt Michaelis, Dr. Heppner, Benno Kohn, Alexander Adler. In den Geschäftsführenden Ausschuß der Z. V. f. D. wurden gewählt die Herren: Alexander Adler, Edmund Lewy, Dr. Wolfsberg. Leipzig. Am 14. Dezember sprach Raw Werner in der Aula der Höheren Israelitischen Schule vor einer Versammlung von ca. 400 Personen über die geistigen und historischen Grundlagen des misrachistischen Zionismus und ihre Einwirkungen auf den Aufbau des Landes. Besonders zeigte der Redner den großen Einfluß des misrachistischen Schulwesens auf die Gestaltung palästinensischen Lebens. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Anwesenden die fast zweistündigen Ausführungen Raw Werners. Die Leipziger Gruppe, die seit kurzem unter der energischen Leitung von Herrn David Kestenbaum steht, wird in den nächsten Wochen durch energische Mitglicderwerbung diesen Vortrag auszuwerten suchen. Dortmund. Vor einigen Jahren wurde hier eine Misrachi-Gruppe gegründet, die indessen, aus Mangel an geeigneten Führen, sich nicht als lebensfähig erwies. Die Gruppe ist jetzt in ein Stadium der Erneuerung getreten. Verschiedene Gesinnungsgenossen, unter Führung von Herrn S. Baumw a 1 d, haben die Initiative ergriffen und einen Stamm von treuen Anhängern der Misrachi-Idcc um sich gesammelt, um sich misrachistischer Arbeit zu widmen. Es sollen jetzt regelmäßige Versammlungen und Vortragsabende stattfinden, um die Idee des Misrachi in weitere Kreise zu tragen und einen lebendigen Anteil an zionistischer Arbeit auch in den Kreisen der traditionell gesinnten Dortmunder Judenheit zu nehmen. Dresden. Am 19. Januar fand hier eine sehr stark besuchte Versammlung statt, in der eine Misrachi-Ortsgruppe, unter dem Vorsitz von Dr. Schornstein, gegründet wurde. R a w Werner aus Rosch P i n a h hielt ein Referat über die Notwendigkeit der Beteiligung der religiösen Judenheit beim Aufbau Palästinas. Er legte die bisherigen Erfolge der Misrachiarbcit dar und wies besonders auf die großen Möglichkeiten verstärkten Einflusses hin, wenn die misrachistische Partei noch wesentliche Stärkung von außen her erlangen würde. Der Jischuw insgesamt, unter Einschluß aller orthodoxen Kreise, sei auch nach den traurigen Ereignissen dieses Jahres ungebrochen in seinem Willen, den jüdischen Aufbau des Landes durchzusetzen. Als zweiter Redner sprach Alexander Adler, Berlin, der in seinen Ausführungen besonderes Gewicht auf die einigende Kraft für das gesamte Judentum, die von den zionistischen Gedanken und zionistischer Arbeit ausgeht, legte. Er wies darauf hin, daß die in die Misrachigruppe Eintretenden gleichzeitig der zionistischen Gesamtbewegung, sowie auch der Z. V. f.D., beitreten: ein Symbol dafür, daß der Gedanke des Klal Israel in vorderer Reihe der zionistischen Ideologie stehe. Der Zionismus kennt keine Trennung zwischen Ost und West oder zwischen Liberal und Othodox. Für ihn gibt es nur Juden, die an den gesamten Aufgaben des Judentums gemeinsam zu arbeiten haben. Es muß das Bestreben der neu gegründeten- Gruppe sein, in harmonischer Arbeit mit allen anderen Zionisten Dresdens zusammen zu arbeiten. Während der zwischen den beiden Ansprachen gemachten Pause, erklärten 6 6 Anwesende schriftlich ihren Eintritt in die Misrachigruppe. In der Diskussion sprachen Herr H e rm a n n Schock e n, als Vertreter der zionistischen Ortsgruppe Dresden, Herr Max Weine r, im Namen der Zeire-Misrachi-Gruppe Dresden, sowie die Herren Goldenbaum und Otto L e h - m a n n. Auf Vorschlag von Herrn Adler wurde eine Resolution angenommen, die den Wunsch der Versammlung zu gemeinsamer Arbeit mit der zionistischen Ortsgruppe ausdrückte und dem provisorischen Vorstand die Aufgabe stellte, innerhalb zweier Monate ein nüfc der zionistischen Ortsgruppe gemeinsam ausgearbeitetes Programm für die Zusammenarbeit einer neuen Versammlung vorzulegen. Es wurde ein provisorischer Vorstand aus fünf Herren gewählt, der das Recht der Cooptation erhielt und bis zu einer bald einzuberufenden Generalversammlung amtieren soll._ Verantwortlich für die Redaktion: Alexander Adler, Berlin N 24, Monbijouplatz 10. Verlag dei „ZION": Alexander Adler, Monbijouplatz 10. Druck: Itzkowiki & Co., Berlin N 24, Augoutitr. 69.