Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 1 (1.1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND HEBAUSGEGEBEN VOM ZENTBALBÜEO DES DEUTSCHEN M1SBACHI. BERLIN N 24 MONBIJOUPLATZ 10 REDAKTION: ALEXANDER ADLER. BERLIN . DR. ERNST SIMON, JERUSALEM BEZUGSPREIS R.M. 1,50 PRO QUARTAL . ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSGEBER ODER DURCH DIE POST M « Berlin, Januar 1930. „ . . Nf- U Teweth 5690 Zum zweiten Jahrgang. Schon ein Jahr herum? Ist es schon ein Jahr her, dass unser kleiner, gelber Zion das Licht der Welt erblickt hat? Wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sein Kind nur einmal im Monat sieht. ... Erst ein Jahr alt? Ist es erst ein Jahr, dass wir unsere uns lieb gewordenen Blätter hinaussenden? Wie vieles haben wir schon gebracht! Vieles - nicht gemessen am Gewicht der Makulatur. Vieles, weil, wenn wir rückwärts schauen, wir vieles im Gedächt' nis behalten von dem, was unser „Zion" dargeboten hat. Schon ein Jahr herum — und wir konnten unser Blatt noch nicht erweitern? — Erst ein Jahr herum —wir werden auch diese unsere Hoffnung erfüllen. . . . Wir konnten nicht in Wettbewerb treten mit beliebten jüdischen Wochenschriften. Manche „fühlbare Lücke" die durch das Hirscheiden des Gemein de Vorsitzenden von Parnessburg entstanden is-t, haben wir unseren Lesern vorenthalten, mancher Grundstein zu mancher Institution blieb unseren Lesern ungelegt, und manche dabei gehaltene Rede mussten wir unseren Freunden verschweigen. Manche Einleitungsgesänge, mögen sie noch so „stimmungsvoll" gewesen sein, haben wir unterschlagen, manche Ansprache, noch so sehr „in Form und Inhalt gleich vollendet", manche „Diwre Tauroh", so „würzig" sie auch waren, unseren Lesern sind sie entgangen, an manchem „Maikstein in der Geschichte des Judentums" sind wir vorübergegangen, ohne auch nur zu ahnen, dass es einer war, und mancher Name, der sich auf ewig eingeschrieben hat in die Annalen... unseren Lesern wird er ewig unbekannt bleiben. Als Ersatz für alle Marksteine und sonstige fühlbaren Lücken glauben wir aber, unseren Lesern etwas anderes geboten zu haben, nämlich das, was wir ihnen vor einem Jahre versprachen. Wir haben sie teilnehmen lassen an dem Werk des Aufbaus der nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes. Wir haben nicht über die Helden gesprochen, die fieberluftgetränkte Sümpfe urbar machen, allen Feinden zum Trotz ihr friedliches schweres Werk vorwärts treiben, nicht über die Erziehung der neuen Generation schreiben lassen von der wohlgeordneten und wohltemperierten Stube eines wohltemperierten Schriftstellers der Galut. Wir haben Erez Israel selbst sprechen lassen und den Männern und Frauen, die dort arbeiten, eine Tribüne gegeben. Wir haben nicht von fertigen Dingen zu fertigen Menschen gesprochen, sondern von Dingen im Werden, die nach Vollendung streben und die s. G. w. nie fertig sein werden, zu Menschen, die empfinden, dass wir ihnen Neues brachten und ihr Wissen bereicherten. Wir haben bewusst uns von dem Haschen nach Aktualitäten ferngehalten, dafür aber systematische Aufsätze zum Verständnis der Verhältnisse in Erez Israel gebracht.