Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 12 (12.1929)
- Date
- 1929-12-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ZION MONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND HEKA.USGEGEBEX Vüä ZENTBALttÜHO UES DEUTSCHEN MlSRACHl. BERLIN N 24 HON BUf>U?LATZ 10 REDAKTION: ALEXANDER ADLER. BERLIN DR. ERNST SIMON, JERUSALEM BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL ZU BEZIEHEN DURCH DEN HER AU SC EBER ODER DURCH DIE POST Nr. 12. Berlin, Dezember 1929. Kislew 5690 I. Jahrgang Die Aufgaben des Delegiertentages der Z. V. f. D. Von Dr. A. Barth, Berlin. In einer Versammlung, die dieser Tage in Berlin stattfand, sagte Alfred Berger ein Wort, das ich vollständig unterschreiben möchte: .,Der kommende Delegiertem ag der Z. V. f. D. wird auf lange Zeit hinaus das Schicksal des deutschen Zionismus entscheiden." Sieht man die Bedeutung dieser Tagung als eine so starke an. so ist es wichtig, sich klar zu machen, wie die Situation im deutschen Zionismus ist. i. Eine der merkwürdigsten Erscheinungen innerhalb der Z. V. f. D. ist die, daß ihre Leitung und auch offenbar weite Kreise innerhalb der Mitgliederschaft sich gar nicht klar darüber sind, in welchem Zustande der deutsche Zionismus sich befindet. Wer die letzten Kongresse mit erlebt hat, hat von Mal zu Mal eine Verringerung im. Wirkungsradius der deutschen Landsmannschaft feststellen müssen. Ein Charakteristikum für viele: der XVI. Zionistenkongreß zog als Vorsitzenden des Permanenzausschusses den allgemeinen Zionisten Mossinson dem allgemeinen Zionisten Blumenfeld vor. Würde es sich um den Sieg einer Fraktion über die Mitte gehandelt haben, so würde darin nichts besonderes gelegen haben, aber daß innerhalb der Allgemeinzionisten dieser Wechsel stattfand, obgleich zweifellos beim Gegenüberstehen dieser beiden Kandidaten sehr viel gerade zugunsten von Blumenfeld in die Wagschale fiel, ist ein Symptom für die Situation des deutschen Zionismus gegenüber dem Weltzionismus. Ebensowenig wie dieses beachtet wird, wird auch die Symptomatik des bevorstehenden deutschen I)elegiertentages in ihrer Bedeutung richtig ge<- würdigt. Seine Gegner betonen, wie falsch es sei, in dieser Zeit innerzionistische Kämpfe auszutragen. Sie verschließen aber ihr Auge auch davor, welch charakteristisches Zeichen es ist, daß die Z. V. f. D. als einzige zionistische Organisation in der Welt die innere Kraft nicht hatte, auf die Ereignisse in Erez-Israel ohne eine solche innere Auseinandersetzung zu reagieren. Es ist das deutlichste Kennzeichen der inneren Schwäche der deutschen Organisation, daß sie auf die Ereignisse in Palästina statt mit Zusammenballuhg aller Kräfte mit einem inneren Kampf antwortete. Deshalb ist die kommende Tagung von so entscheidender Bedeutung, weil es von ihr abhängen wird, ob wieder Zustände in der Z. V. f. D. entstehen, die einen Aufstieg innerhalb des Weltzionismus und eine innere Kräftigung der deutschen Organisation ermöglichen, oder ob blind gegen die Wirkungen des bisherigen Regime an ihm weiter festgehalten werden soll. 2. Die Leser dieser Zeitschrift wissen, daß ich die Möglichkeit einer radikalen Lösung für die begrüssenswerteste gehalten hätte. Ich bin noch jetzt der Meinung, daß der Umbau der Z. V.f. D. zur territorialen Arbeitsgemeinschaft das Wesentlichste der Fehler der heutigen Situation vermieden hätte. Jede einzelne der vorhandenen Gruppen hätte ihre Kraft selbständig und ungehemmt durch „falsche Neutralität'" zur Entfaltung gebracht. Der große Kreis der überparteilich in der politischen Behandlung der gegenwärtigen Fragen miteinander Verbundenen, hätte seine politische Plattform im Zweckverband innerhalb der Arbeitsgemeinschaft sich geschaffen und für den Delegiertentag mit all seiner produktive Kräfte unnötig aufbrauchenden Wahlkampfarbeit wäre kein Raum gewesen. Die