Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 10 (10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ZION MONATSBLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND HERAUSGEGEBEN VOM ZENTRALBÜRO DES DEUTSCHEN MISRACHI. BERLIN N 24 JIONBIIOOPLATZ 10 REDAKTION: ALEXANDER ADLER. BEHL! N . DU. KUNST SIMON. JERUSALEM BEZUGSPREIS RAI. U50 PRO QUARTAL - ZV BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSGEBER UDER DURCH DIE POST Nr. 10. Berlin, Oktober 1929. Tischri 5690 1. Jahrgang Zentral-Komite-Sitzung des deutschen Misrachi. Die Landeszentrale hatte zum -29. September das Zentral-Komite zusamnienberufen, um sich mit ihm über die Linie der Politik^ die der deutsche Misrachi nach den Ereignissen in Erez-Israel verfolgen soll, zu beraten. Die Sitzung war von allen Teilen Deutschlands besucht und befaaste sich eingehend mit den aktuellen Fragen der zionistischen Außenpolitik, sowie mit der Stellung des Misrachi innerhalb der Z. V t. D. Der Debatte über die zionistische Politik lag ein Referat von Dr. Arnold Barth zu Grunde, das die verschiedenen Möglichkeiten politischer Tätigkeit im jetzigen Augenblick eingehend behandelte. Vor allem sei es jetzt notwendig, England davon zu überzeugen, dass es unsere Arbeit in ganz anderer Weise unterstützen müsse, als dies bisher geschehen sei. Nicht cur zurückhaltende oder wohlwollende Neutralität, sondern aktive Förderung bei der Errichtung unseres nationalen Heims müssten wir von England in Erfüllung seiner durch die Uebernahme des Mandats auf sich genommenen Pflicht fordern. Die Möglichkeit freier Einwanderung ins Land nüsse uns gegeben werden, damit wir uns die Positionen schaffen können, die uns zu einem stärkeren Faktor sowohl für England als auch für die arabischen Einwohner des Landes machten. Wir suchen nicht die Majorität im Lande, um majorisieren zu können, sondern um unser Recht, das auf der Anerkennung der Balfour-Dtklaration durch den Völkerbund beruhe, durchzusetzen. Es ist selbstverständlich, dass wir das Bestreben haben, unser Land im friedlichen Wettbewerb, in versöhnlichem Geist, aufzubauen. Durch Deklarationen sei aber die jetzt im Lande zu Tage getretene Feindschaft gegen uns nicht aus der Welt zu schaffen. Die Arbeit zum Vorteil des Landes und seiner Einwohner müsse die Entspannung bringen. Zunächst muss die Grundlage dieser Arbeit darch England gesichert werden und jetzt sei darauf das Hauptgewicht zu legen. In der sehr lebhaften Debatte vertrat Dr. S. Schereschewski (Berlin) einen den Barth'schen Ausführungen entgegengesetzten Standpunkt. Seiner Anschauung nach, die besonders von verschiedenen Zeire Misrachi geteilt wurde, müsste jetzt eine aktive Versöhnungspolitik gegenüber den Arabern im Vordergrund unserer Arbeiten stehen In viel schärferer Weise, als dies bisher geschieht, müsse man von der Politik der Revisionisten abrücken, Chauvinistische Gedankengänge seien als unjüdisch abzulehnen. Das Weissbuch sei nun einmal von unserer Exekutive unterschrieben worden und sei daher, trotz der in ihm enthaltenen Einschränkungen und uns ungünstigen Auslegungen von Balfour Deklaration und Mandat, die Grundlage unserer Politik gegenüber der englischen Regierung. Die Erziehung der kommenden Generation in Palästina und in der Galuth müsse eine durchaus friedliche sein, müsse absolut eingestellt werden auf die notwendige Zusammenarbeit mit den Arabern in Palästina. In der Debatte kam klar zum Ausdruck, dass die starke Majorität des Zentral - Komites mit den Barth'schen Forderungen einverstanden war. Auch Dr. Barth lehnte in seiner Erwiderung Chauvinismus als selbstverständlich ab, auch in Bezug auf die Jugenderziehung beständen keine Differenzen. Das Weissbuch dürfe aber nieht die Grundlage unserer Beziehungen zu England bleiben, denn dieses sei unter anderen Voraussetzungen geschrieben, als sie heute beständen: Die jetzigen Ereignisse hätten gerade gezeigt, dass die Politik des Weissbuches eine falsche Politik gewesen sei. Zu Verhandlungen mit den uns heute feindlichen Arabern müssten wir immer bereit sein, aber wir müssten auch erkennen, dass zur Zeit gar keine Partner für solche Verhandlungen vorhanden wären. Die Executive müsse heute wissen, dass der Grossteil der zionistischen Organisation hinter ihren Forderungen stehe. Mit starker Majorität wurde eine Resolution angenommen, die der zionistischen Exekutive das Vertrauen ausdrückte und verlangt, dass die Beschlüsse