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Zion · 1929-09-01 · 9 (9.1929) · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
9 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 120 (sequence 14)
Language
German
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Seite 120. Z I 0 N liegt Aber dem Ableben dieses Maitnes, der nach Europa gekommen warj tun den Plan der Erweiterung der Jewifih Agency, ah dem er jahrelang eifrig mit Prof. Weizmann zusammen gearbeitet hätte, dürciiijiführen, _ und der jetzt, turz nach Vollendung des Werkes in einem fremden . Lande, sterben musste. Louis Marsball war eine wahrhaft kraftvolle Persönlichkeit, dem man seine 73 Jahre, nicht ansah. Sicherlich hat niemand, der ihn in Zürich sah und reden hörte gedacht, dass seine Tage gezählt waren. Er war es, der durch die zündende Art seiner Rede, durch die Kraft seiner Ausdrücke, durch die unbeugsame Willensstärke, die sie offenbarten, die Begehrte* rung, aber auch den Tatwillen der Versammlung anspornte und auslöste. Es ist bezeichnend für seine noch jugendliche Auffassungsweise, dass er spontan den neuen Gedanken, der auf Veranlassung des Misrachi der Agency nahegebracht wurde, Förderung religiöser Bedürfnisse mit in den Aufgabenkreis der Agency einzubeziehen, aufgriff und bei seinem ersten Auftreten in der Gründuogsversammlung als zu Recht bestehend bezeichnete, dann aber auch nicht abliess, bis eine Formulierung gefunden war, die angenommen werden konnte. Es erübrigt sich, an dieser Stelle auszuführen, was alles Louis Marshall für das Judentum geleistet hat. Das grosse, während und nach dem Kriege geleistete Hilfswerk der amerikanischen Judenheit war zum grossen Teil sein Werk, und schon hierdurch wird sein Name mit goldenen Lettern in den Annaleu des jüdischen Volkes verewigt werden. Er war sich bewusst, dass er durch Mitscbaffung der die ganze Judenheit umfassenden Agency seinem Lebenswerk die" Krone aufzusetzen im Begriffe stand. Das Werk zu schaffen war ihm vergönnt, nicht aber die Früchte desselben reifen zu sehen. Das jüdische Volk trauert um ihn und wird ihn nicht vergessen, n 'avan Verschiedenes. Keren Kajemeth Lejisrael. „Hilfe durch Aufbau" ist die grosse Losnng, mit der die Zionisten auf den in Erez-Israel eingetretenen Notstand antworten wollen. Nicht durch kleine und kleinliche Almosen an in Not geratene Palästinenser, sondern durch eine grosszügige, aufbauende Aktion der Gesamtheit der Galuthjuden für die Gesamtheit der Erez-Israel-Juden soll wieder gut gemacht werden, was in den letzten Wochen zerstört wurde. Nicht an Mitleid soll appelliert werden, sondern die Judenheit soll erkennen, dass sie eine Pflicht zu erfüllen hat nicht allein deiea gegenüber, die heute von dem Unglück betroffen sind, sondern auch denen gegenüber, die in Zukunft vor Unglück bewahrt bleiben sollen. Das kann allein geschehen durch Kräfti gang der jüdischen Position in Palästina, Verstärkung des jischuw, Vergrößerung des jüdischen Landbesitzes. Der Kerefl Kajemeth muss* Land kaufen, muss ei iür Änsiedlung vorbereiten und alten wie neuen Siedlern übergeteti. Er kann Arbeit schaffen für erwerbslos gewordene, kann dauernden Erwerb geben den Familien, die ihrer Ernährer beraubt Würden1, kann durch VergrÖ'sserung der Absiedlung grössere Sicherheit in den Kolonien schaffen; In den kommenden Wochen wird der iSereft Kajemeth eine grosse Aktion durchführen, um für diese lebenswichtigen Aufgaben Mittel zu erhalten. Die gesamte für Erez Israel und Am - Israel fühlende Jüdenscbäft muss diese Aktion mit aller Kraft unterstützen und selber mitmachen. Das neue Jahr soll nicht nur dem Einzelmenscheh, soll auch der Gesamtheit neue Hoffnungen erschliesseh. Wenä wir uns in glühendem Gebet erbeben, um für Israel ein glückhaftes, ein gesundes, erfolgreiches Jähr zü erbitten, zeigen wir, dass es uns ernst ist, um Beütä Herbeiführung. Bitten wir auch darum, dass unsere Bemühungen, unsere Opfer für unser Volk wohlgefällig aufgenommen, zum Segen für Judentum und Judenheit werden mögen — und bringen wir dieses Opfer in Btarker und stärkster Beteiligung an der na»n wm-Aktion des SxittrS iVSTp pD. Delegiertentag des holländischen Misrachi. In dieser Woche findet im Haag der Delegiertentag unserer holländischen Gesinnungsfreunde statt. Wie auch im vorigen Jahre nimmt Herr Alexander Adler an der Tagnng teil, auf der er ein Referat über „die Misrachi-Arbeit im kommenden Jahre" halten wird. Wir freuen uns, unseren holländischen Freunden, mit denen uns seit Jahren die gleiche Auffassung von Problemen und Aufgaben des Misrachi auf das Engste verbindet, durch Herrn Adler unsere herzlichen Grüsse und Wünsche für gedeihliche Weiterarbeit überbringen zu können. Besonders jetzt nach der Waad Haroschi- Sitzung in Zürich, die keine erfreulichen Ergebnisse für die Kiäftigung der Organisation gebracht hat, halten wir es für dringend notwendig, dass die auf unsere Anregung gegründete „Arbeitsgemeinschaft misracbistischer Verbände" eine starke Tätigkeit entfaltet, um eine straffere Organisation der in dieser Arbeitsgemeinschaft zusammengefaßten misrachistischen Landsmannschaften durchzuführen. Der Delegiertentag im Haag bietet uns willkommenen Anlass, um gemeinsame Durchführung organisatorischer Anfgaben in die Wege zu leiten. Wir wünschen der Haager Tagung auch nach dieser Richturg vollsten Erfolg. Verantwortlich für die Redaktion: Alexander Adler, Berlin N 24, Monbijouplatz 10. Verlag des ,ZION«: Alexander Adler, Monbijouplatz 10. Druck: Itzkowski & Co., Berlin N 24, Augustitr. 69.

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