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Zion · 1929-09-01 · 9 (9.1929) · p. Seite 111

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
9 (9.1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 111 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 9 Z I 0 N Seite 111 dische Bevölkerung hereingebrochen. Eine Unglücksbotschaft folgt der anderen, in Mozah werden Mann und Frau und Kinder zusammen getötet, von vielen Kolonien hört man Hilferufe, Angriffe werden abgeschlagen, aber überall Tote auf jüdischer Seite. Und dann die IKobsbot. chaft aus Hebron — 59 Märtyrer in des Wortes ernstester Bedeutung, friedliche Talmudjünger, gänzlich unpolitische Menschen, nach Erez- Israel gekommen, von der Sehnsucht getrieben, Thorah von Zion ausgehen zu lassen — wer schreibt uns aufs neue ein juaSn m«! Kriegsschiffe treffen endlich in Jaffa ein, Truppen werden gelandet, Flugzeuge und Panzerautos durchstreifen das Land, jüdische Hilfsgendarmerie wird wieder entlassen, jüdische Selbstwehr wird entwaffnet, bisher tapfer von Juden verteidigte Kolonien werden evakuiert und prompt von den in der Nachbarschaft befindlichen Horden geplündert, niedergebrannt. Tel- Aviv wird von seiner jüdischen Polizei und seinem Selbstschutz verteidigt, auch hier kostete es Tote. Aber es gelingt den Angreifern nicht, in die Stadt einzudringen. In Haifa werden Angriffe gemacht, es fliesst kostbares jüdisches Blut, Juden sammeln sich in dem Stadtviertel Hadar Hakarmel, wo sie in relativer Sicherheit sind, und immer weitere Namen von jüdischen Orten tauchen auf, heute von den Kolonien des Westens, morgen aus der Gegend von Tiberias und schliesslich hört man auch vom oberen Galil, wo arabische Beduinenstämme aus Syrien die Grenze überschreiten. Saffed ruft nach Hilfe, doch die Regierung schickt keine neuen Truppen und wieder entsteht ein Blutbad, das nach eingelaufenen Meldungen bei gutem Willen der Regierung hätte vermieden werden können. Wir wollen keine weiteren Einzelheiten der furchtbaren Tage, die Erez-Iarael durchgemacht hat, ausmalen, uns nicht [hemungslos der Trauer hingeben über zerstörtes Leben und über vernichtetes Aufbauwerk. Die Forderungen, die die ganze jüdische Welt ohne Ausnahme in diesen Wochen erhoben hat, sind auch die unsrigen. Die englische Regierung hat erklärt, dass sie an der Politik der Balfour-Deklaration, Schaffung und, Unterstützung des nationalen Heims für das jüdische Volk in Palästina, uneingeschränkt festhält. Sie hat eine Kommission zur Untersuchung der Gründe, die zu der Katastrophe führten, eingesetzt. Es besteht für uns kein Zweifel, dass die Kommission zu der Ueberzeugung kommen wird, dass ein grosser Teil der palästinensisch-englischen Beamtenschaft durch ihre der Balfour-Erklärung feindliche Haltung Schuld an den Ereignissen trägt. Dass diese Beamten durch andere, die für unsere Forderungen volles Verständnis haben, ersetzt werden, ist unsere erste Forderung. Die Kommission wird auch die wahren Schuldigen auf arabischer Seite ermitteln, die Hetzer und Drahtzieher, die Vorbereiter des Aufruhrs, deren Schuld noch grösser ist' als die der aufgehetzten Volksmasse. Wir fordern ihre unnachsichtige Bestrafung, denn diese Menschen würden Milde nur als Schwäche, ja als Furcht Englands auffassen. Schadenvergütung scheint uns auch eine selbstverständliche Forderung an die englische Regierung, denn niemals hätte das Unglück eintreten können, wenn nicht ein schuldhafter Mangel an Voraussicht, geboren aus innerer Abneigung gegen die jüdischen Forderungen auf Seiten der Regierungsorgane vorgelegen hätte. Geeignete Schutzmassnahmen für die Zukunft, zu denen auch die Einstellung uns genügender Zahl von jüdischen Polizisten und Soldaten gehört, ist eine Forderung von vitalster Bedeutung. Es ist begreiflich, wenn eine Regierung nicht wünscht, dais sich die Bevölkerung bewaffnet, aber sie kann das nur dann verlangen, wenn sie selbst den Schutz der gesamten Bevölkerung so organisiert hat, dass Vertrauen in die Sicherheit des Landes vorhanden ist. Für die Sicherheit im Lande muss die Regierung sorgen. Diese Sicherheit und Befriedung des Landes könnte auch dadurch gefördert werden, dass die Regierung selbst die Aufklärungsarbeit bei der arabischen Bevölkerung über Wesen und Absicht der Balfour-Deklaration mit übernimmt. Es muss gelingen, den Arabern klar zu machen, dass weder England noch wir beabsichtigen, die Rechte der nichtjüdischen Einwohner des Landes anzutasten. Es ist ein Trost für uns, dass dieses über unser Volk hereingebrochene Unglück die gesamte Judenheit in einmütiger Front vereinigt hat. Es hat sich gezeigt, dass Alle in inniger Liebe und Verbundenheit vom «Aufbau Palästinas" sprechen, als sei es auch bisher schon das Werk Aller gewesen. Von keiner Seite wird gefordert, dass angesichts des barbarischen Ausbruchs verhetzter Horden das von Zionisten begonnene, und jetzt in Zürich von der Allgemeinheit der Juden übernommene nationale Aufbauwerk verlassen werden soll. Eine Bereitschaft zur Weiterarbeit ist erkennbar, die zeigt, dass unser Volk sich auch heute noch in Zeiten der Gefahr über sich selbst erheben kann, dass noch die alte Kraft und Beharrlichkeit in ihm ist. Die Antwort des jüdischen Volkes auf die mit Blut und Feuer gestellte Frage lautet: dynb n^z nun 'n es: -jnnn»^ rron Wir arbeiten weiter mit vervielfältigter Kraft bisErez Israel wieder zu dem blühenden Land geworden ist,das es in früheren Zeiten war, in dem der jüdische Teil der Bewohner eine freie, natiönal geeinte, seiner hohen Ewigkeitsaufgaben sich bewussten Bevölkern ngsschicht darstellt, die wahres, echtes Judentum ausstrahlt in die ganze Welt! Was das im Einzelnen bedeutet, darüber wird noch zu sprechen sein, wenn die erste Zeit unserer tiefen Trauer über die Ereignisse in Erez - Israel vorüber ist und wir ruhiger, abwägender über die Zu-

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