Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 9 (9.1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ION M,ONATSBLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND HEß AUSGEGEBEN VOM ZENTRALBÜRO DES DEUTSCHEN JI1SBACHI. B E RUN N 24 II ON BI I 0 ü PL ATZ 10 HEDAKTION: AlEXANDKB A D L!•'. I». BERLIN - D Ii. KUNST SIMON, JERUSALEM BEZUGSPREIS RM. 1,50 1MIO QUARTAL ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSGEBER ODER DURCH DIE POST Nr. 9. Berlin, September 1929. Elul 5689 I. Jahrgang onnon "os \u pötw no-o Sid . ♦. ♦. raa bs? rosa brr\ Die Jodenheit hat einen Taanith gehalten, einen wahren Taanith Zibbur, ein Gemeinschaftsfasten. Ein Aufschrei war es ans bedrängtem, schwerem Herzen der ganzen jüdischen Gemeinschaft, die man jüdisches Volk nennt. Wir haben viele Fasttage und wir denken nicht daran, einen von ihnen zu bagatellisieren, aber dieser Fasttag des 29. Aw 5689 bedeutet für uns mehr als schmerzliche Erinnerung, mehr als das Sichversenken in das Andenken an traurige nationale und religiöse Ereignisse, mehr als die Hoffnung, dass durch das Verdienst des sein Verhängnis mit Ergebenheit und Demut tragenden Volkes Heilung kommen möge für Wunden, die uns vor Jahrtausenden geschlagen wurden. Dieser Taanith war ein doppeltes Bekenntnis, der Ausdruck doppelten Leides, und wir sprachen an ihm ein doppeltes Gebet. Er war nicht verhängt oder angeordnet von autoritativer Seite, er war niemandem zur Pflicht gemacht — freiwillig hatte man ihn auf sich genommen, um der gepressten jüdischen Seele Lnft zu machen, um der grossen Trauer Ausdruck zu geben über so vieles unschuldiges Blut, das geflossen ist wn ernp hy, und um sich gleichzeitig erinnern zu können, trotzdem bleibt uns Hoffnung, denn wir haben Hilfe zu erwarten von einer Seite, die stärker ist, als Völker und Nationen, um sich aufschwingen zu können durch ihn zu neuer jüdischer Tat. Ein doppeltes Bekenntnis war dieser Taanith: eines zu dem jüdischen Gott, der „sein Volk" nie verlassen hat, und eines zu unserem Volke, zu unserem Lande und zu unserer grossen Aufgabe, die wir auch jetzt nicht verlassen wollen. Und der Ausdruck doppelten Leides, denn wir empfinden nicht nur unendlichen Schmerz wegen der vielen Menschen, die ihre Liebe und Hingabe für das Land der Väter mit dem Tode bezahlen mussten, sondern wir trauern auch um das nationale Unglück, das den emporblühenden jüdischen Aufbau getroffen hat; wir fühlen uns verraten von denen, die berufen waren, die unserem Volke gegebenen Versprechungen auszuführen, verraten und betrogen auch von den Arabern Palästinas, mit denen in Frieden zusammenzuleben unser Bestreben gewesen ist. Und ein d o p p e 1 - tes Gebet stieg an diesem Fasttag gen Himmel: Stärke unser Herz und das unserer Brüder in Erez- Israel, dass das Leid der Stunde überwunden werden möge, und stärke unsere Hände, dass wir in Zukunft schöner und grösser wieder auibauen, was jetzt zerstört wurde: n»ama Snpi wSp nmi o\n u^p j?asr untan n« psnai. Wir wollen uns noch einmal vor Augen führen, was geschehen ist: Am vergangenen Jörn Eippur beteten die Juden vor der Klagemauer, wie sie das seit Menschengedenken, seit Zerstörung des Tempels tun. Sie hatten an der Mauer einen Wandschirm aufgestellt, um eine Trennung zwischen Männern und Frauen herzustellen, sie hatten ein Vorbeterpult und Bänke für die Alten ui d Schwachen hingestellt, alles nur vorübergehend für die Zeit des Gebetes am Jörn Eippur. Hiergegen hatte die oberste geistliche arabische Behörde, der der Platz vor der Mauer gehört, bei der Polizei protestiert. Die Polizei hatte kurz vor Anfang des heiligen Tages dem Scbammes, der die Ordnung beim Beten aufrecht zu erhalten hat, aufgegeben, die Gegenstände zu entfernen. Als am Nachmittag des Jörn Eippur die Entfernung noch nicht stattgefunden hatte, erschien eine Abteilung der Polizei während des Gebetes und entfernte die Sachen mit Gewalt, wobei auf Beter, die der Störung des Gebetes Einhalt tun wollten, von der Polizei eingeschlagen wurde, so dass Verletzungen vorkamen. Der jüdischen Oeffentlichkeit der ganzen Welt bemächtigte sich ungeheure Aufregung. Man betrachtete die Störung des Gottesdienstes durch Polizei als nicht im Einklang stehend mit den Bestimmungen des vom Völkerbund garantierten Palästinamandats. Die Araber, sowie auch die palästinensische Behörde erklärten«