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Zion · 1929-04-01 · 4 (4.1929) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
4 (4.1929)
Date
1929-04-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ION M.ONATS BLÄTTER FÜR LEHRE, VOLK, LAND HERAUSGEGEBEN] VOM ZENTRALBÜRO DES DEUTSCHEN M1SRACHI . BERLIN N 24 HON BIJ 0 U PLATZ 10 REDAKTION: ALEXANDER ADLER, BERLIN DR. ERNST SIMON, JERUSALEM BEZUGSPREIS RM. 1,50 PRO QUARTAL. ZU BEZIEHEN DURCH DEN HERAUSGEBER ODER DURCH DIE POST Berlin, April 1929. , 1 W „ Nl%4- Nissan 5689 _ Jahrgang not von Rabbiner Dr. J. Hoffmann, Frankfurt a/M. Das älteste jüdische Fest kann das Fest unserer Volkswerdung, unseier Volksschöpfung genannt werden. Die Gotterlösten und zur Freiheit, zur gesetzgebundonen Freiheit, Geführten sind in der ersten Pessachnacht zum Volke geworden. Zu Trägern einer gottgewollten Bestimmung, zum Gottesvolke. In der »Nacht der Festesheiligung" vollbrachte auch das jüdische Volk eine wunderbare Ue b e r s ch r^i t un g. Gestern noch ein Sklavenstamm, und heute ein freies Gottesvolk, festgefügt durch eine zum Schicksal und Lebensinhalt gewordene heilige Sendung. Welche Fernen musste es durchschreiten und welche Höhen emporschreiten, während es, in seinen Häusern versammelt, der Weihe des Festes hingegeben war! Und weil das Pessachfest unsere Volkswerdung bewirken und unser jüdisches Leben begründen sollte, ist seine Gestaltung von einzigartiger Bedeutung. Was es lehrt und was es kündet sind Quadersteine zum Aufbau unseres Volkes und unseres Lebens. Zwei seiner Lehren sollen hier festgehalten werden. Selbst auf ägyptischem Boden, wo unsere Vorfahren, von Gefahren umbrandet, die Pessachnacht in stiller Zurückgezogenheit und in „Eilfertigkeit" verleben nxussten, begnügte sich das Pessachfest keineswegs mit dem religiösen Erleben des in sich selbst versunkenen Einzelmenschen. Das Pessachopfer musste geschlachtet werden durch „die ganze Versammlung der Gemeinde Israels". Und die Pessachfeier musste in Familien und Häuser verbindender Gemeinschaft begangen werden. Und was in Mizrajim nur sehr mangelhaft geschehen konnte, gelangte später bei der Gestaltung der drei grossen Feste, die bedeutsame Ereignisse unserer nationalen Urgeschichte verlebendigen, überwältigend zum Ausdruck. Nicht der Einzelne ist zunächst Zweckobjekt der jüdischen Feste, sondern die Volksgemeinschaft. Diese soll vor allem gefestigt, versittlicht und geheiligt werden. Diese soll an jedem Feste, erneut mit Gott verbunden, für ihre religiös-nationale Aufgabe erwärmt und ertüchtigt werden. Und die die nationale Gesamtheit durchflutende warme Welle soll jeden Einzelnen erfassen und in lebendige und taterzeugende Beziehung zur nationalen Gesamtheit bringen. Darum mussten die drei Feste im Herzen Erez Israels und unter Anteilnahme des ganzen Volkes gefeiert werden. Darum wurde ferner schon die Reise nach Jeruscholajim in grossen Gemeinschaften unternommen. „Wie ich einherzog mit der Menge, langsam mit ihnen wallte zum Hause Gottes, mit des Jubels und des Dankes Klang, eine feiernde Menge" (Ps. 42, 5). Und darum waren nicht die Individuen die Träger der Schechina, sondern die Gemeinschaften (Jebam. 64a; B. Kama 83b). Das Pessachfest legt ferner ungeheuren Wert auf die Verständigung und Ueberein8timmung zwischen den Eltern und Kindern, zwischen den Alten und den Jungen. Es stellt die Belehrung der Letzteren in den Mittelpunkt der Festesfeier. „So dien dein Sohn

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