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Zion · 1929-01-01 · 1 (1.1929) · p. Seite 2

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Journal
Zion
Volume
1 (1929)
Issue
1 (1.1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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Seite 2 ZI 0 N Nr. 1 Wir wollen wirMiche, lebendige Berichte geben. Nicht nur das geben, was der lag eben bringt, um „aktuell" .zu sein. Berufene Kenner der Arbeit sollen zusammenfassend das Leben im Lande schildern. Was in Kolonisation, im Handel und Wandel, in der kulturellen Tätigkeit besteht und entsteht, soll dem vermittelt werden, der sich unterrichten lassen will. Die Probleme, mit denen die werdende jüdische Heimstätte ringt, sollen nicht gelöst, aber geschildert werden. Damit auch der, der nicht selbst dort mit Hand anlegt, mit denen sich freuen und leiden kann, die jüdische Zukunft bereiten. Und auch von der Arbeit für Erez-Israel soll gesprochtn werden. Von dem, womit die Galuth den Kämpfern drüben helfen kann. Wie wir den jugendlichen Stosstrupp vorbereiten, der die Arbeit vorwärts tragen soll. Wie wir die materiellen Hilfsmittel herbeischaffen können, um alle Möglichkeiten auszunutzen. Wie wir immer weitere Kreise zur Mitarbeit heranziehen können. An die, die wollen können, wenden wir uns: Seid mit uns! Die Konstituierung der Jewish Agency. Von Lazarus jBarth -Berlin. Aus den Sonderberichten der jüdischen Presse haben unsere Leser von dem bedeutungsvollen Beschluss der Dezembersitzung des zionistischen Aktions- Comites erfahren, durch den die Einigung mit der einflussreichen amerikanischen Marshall - Gruppe als vollzogen gelten kann. Damit ist ein entscheidender Schritt auf dem Wege der Erweiterung der Jewish Agency geschehen und es ist klar, dass dieses Thema die Oeffentlichkeit auch der Judenheiten anderer Länder in der nächsten Zeit stark beschäftigen muss. Daher sei zunächst das Wesen dieser Körperschaft, wie sie ist und sich entwickeln wird, klargestellt. I. Das Ziel der zionistischen Propaganda vor dem Kriege war, Juden zur Annahme des Baseler Programms zu bestimmen, das „die Schaffung der öffentich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" erstrebte. Aber nur Menschen mit starkem Glauben an die Kraft des jüdischen Volkes zu gewinnen gelang. Mittelstand und Oberschicht des westeuropäischen Judentums belächelten im Vollgefühl des Wertes ihrer eigenen Vereinsarbeit die Träumer, die indessen auf den historischen Kongressen der nationalen Organisation des jüdischen Volkes die stolze Forderung der Gerechtigkeit in das Ohr und das Gewissen der Machthaber dringen Hessen. Die politische Arbeit Herzte, deren erschütternde Dokumente in seinen Tagebüchern vor uns liegen, erschütterten nicht die jüdische Bourgeoisie im Gefühl ihrer satten Sicherheit, diese zähe Arbeit für eine jüdische Zukunft, mit einem Humor, so taufrisch, so beissend, so aussen* stehend. Nur wenn es zu arg wurde und zu erfolgreich in Basel und Wien, dann allerdings .... dann gab es Proteste und Bannstrahlen. Wer erinnert sich daran nicht mehr? Und — Hand aufs Herz — wer erinnert sich gern daran? (Warum wir heute daran erinnern, davon später.) II. Was aber der zionistischen Propaganda bei den Juden nicht gelang, das gelang ihr nach aussen hin. Mit der Balfour-Deklaration und dem Akt von San Remo ist nichts geringeres geschehen, als dass die Grrossmächte sich zum Baseler Programm bekannten, denn genau wie dieses spricht die Balfour Deklaration von der Schaffung des national home for the Jewish people. Wir erlebten einen Wendepunkt der jüdischen Geschichte: das jüdische Volk war zum ersten Mal wieder als ein positiver politischer Faktor gewertet worden. Die werdende jüdische Heimstätte erhielt eine politische Vertretung, eine Jewish Agency. Als solche wurde die zionistische Organisation anerkannt, deren Programm und Arbeit die Grundlage zur Balfour- Deklaration gegeben hatten und kann dies bleiben, „solange ihre Organisation und Verfassung nach der Meinung der Mandatarmacht zur Ausübung dieses Amtes zureichend erscheint '. Inzwischen hat die zionistische Organisation zehn schwere, verantwortungsvolle Jahre als Agency fungiert, eine regelmässige politische Arbeit in allen Ländern, insbesondere aber in Jerusalem, London und beim Völkerbund in Genf geleistet, autorisiert nicht nur durch die Mandatarmacht, sondern durch die erdrückende Mehrheit der Juden Erez - Israels, hat den Jüdischen Nationalfonds in den Dienst des Aufbaus gestellt und den Keren Hajessod geschaffen, Pro¬ Palästina- Comites aus führenden Politikern der verschiedenen Länder ins Leben gerufen, Einwanderungs-

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