Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 212)
- Language
- German
- Belongs to
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214 Dessentwegen nicht allein der Erstere, aber auch Pachta und Netolizky durch Decrete expresse von allen andern landes-Commissionen zu dispensiren waren, damit sie besser diesem Werke obliegen könnten. Zum Actuario benennte den Peche, der beym Haugwitz jetzund ist. Ist also wohl auszuarbeiten, wie viel im Land zu Prag aufs was fuß in die Belegung einzuleithen. Die beygehenden 2 Listen zeigen, was von diesen 300000 Fl. anwenden will umb den Unterthan zu erleichtern und das Sistem zu bevestigen. Wir gestatten uns zu dieser kaiserlichen Resolution einige Bemerkungen. Zunächst über die Form derselben. Wir haben zahlreiche Resolutionen und Bemerkungen, welche die Kaiserin eigenhändig auf die allerunterthänigsten Verträge der Minister rc. geschrieben, gesehen. Sie nahm es nicht genau, wie allgemein bekannt ist, mit der Orthographie. Sie schrieb ein und dasselbe Wort, selbst ihren eigenen Namen bald so und bald anders; aber die Schriftzüge sind zumeist fest und markig und leicht zu lesen. Diese Resolution ist jedoch schwer zu lesen; man sieht es derselben an, daß sie nur mit großem Widerwillen und ausschließliche der Macht der Verhältnisse folgend, gefaßt wurde. Auch der Stil gibt Zeugniß dafür. Er ist sonst wohl auch nicht classisch zu nennen, aber er gibt stets Zeugniß von einem, so zu sagen superieuren Geiste, der logisch consequent denkt. In dieser Entschließung vermissen wir auch diesen Vorzug. Wir verweisen nur auf die oftmalige Wiederholung des Wortes „pur", welches sie sofort anfangs mit einem kleinem Anfangsbuchstaben schreibt. Die alten Weisen sagen lvon Mos-s, der einmal in Zorn geriet, daß er deshalb auch in Irrthum verfiel. Auch die Kaiserin verfiel in Folge ihres Zornes in ungewöhnliche Irrthümer. Der Inhalt der Resolution gibt auch Zeugniß dafür, daß sie ihre Ansichten über die Juden noch nicht verändert hatte, daß ihr Elend sie nicht rührte. Sie will es positive den Juden gestatten, nur