Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 146)
- Language
- German
- Belongs to
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148 erklären mußten, denn sonst würde man kurzen Proceß gemacht und sie ohne Umstände aus dem Lande gewiesen haben. Man war zu jener Zeit offen genug, es zu bekennen, man behalte die Juden nur, insolange sie eine melkende Kuh sind. Die Glaubensbrüder aus entfernten Ländern, aus Rom und aus Polen, schickten bei 8000 Fl. zur Unterstützung der Armen oder Verarmten; wir wissen jedoch nicht, ob die Klage, die gegen den damaligen Primas Bondi erhoben wurde, daß er den Armen nicht einen Kreuzer von dieser Summe habe zukommen lassen, begründet war. Mit der Bewilligung, in Prag bleiben zu dürfen, war jedoch das Uebel nicht ganz behoben. Man verlangte von den Juden, daß auf der abgebrannten Stätte Häuser wieder erbaut, gerade Gassen ohne Winkelgebäude , geräumig und weitschichtig, errichtet werden, und zu dem Zweck sollten die 13 bestandenen Synagogen auf 6 reducirt werden, auch die Altschnle sollte niedergerissen werden. Dagegen petitionirten die Präger Juden: „Allerdurchlauchtigster u. s. w. „Allergnädigster Herr, Herr. Demnach bey Einer zu wieder Erbauung der Pragrischen Judenstadt gehaltenen Commission dem Vernehmen nach vorkommen, daß weillen die also genante Schuel in die vermeinte Ringmauer effective nicht mit eingeführt werden kann, selbige hinwegzuräumen angegriffen werden solle, können deroselben Kirchen Vätter aus sonderbahren gemithsbetrübnus keinen Vmbgang nehmen, Ew. k. und k. Maj. allerunterthänigst ia mit zäher fließenden Augen beyzubringen, daß vorgemelte Alte Schuel „1) Die Erste und Elteste Synagoga grundvest und gewölbter von lauter Steinen gar schön und zierlich vor viel hundert Jahren in Prag von den Juden erbaut, mit Ziegel gedeckt, über 50,000 Fl. gekostet, darinnen jederzeit Gotr gelobet, alle Sambstag vor Euer Maj. und gesambten hochlöblichen Ertzhaußes beständiges wohlwessen, von der ganzen Präger Jüdischen Gemeinde einhelliglichen gebettet, dieselbe in so