Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 143)
- Language
- German
- Belongs to
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Wenn man von den ältesten und würdigsten jüdischen Gemeinden spricht, so wird man der Präger jüdischen Gemeinde gedenken; sie ist „eine Mutter in Israel." Während andere ehemalige jüdische Gemeinden im Laufe der Zeit durch furchtbare Verfolgungen und durch ein planmäßiges Ausrottungssystem gänzlich oder theilweise vernichtet wurden und erst in neuester Zeit, wo mildere Anschauungen eine erneuerte Entwickelung begünstigten, sich wieder zu erheben begannen, ist die Präger jüdische Gemeinde trotz den furchtbarsten Schlägen, die sie getroffen, bis auf den heutigen Tag eine große Gemeinde geblieben, welche zahlreiche Männer hervorgebracht hat, die die jüdische Wissenschaft hegen und pflegen und als Säulen und Stützen des Judenthums betrachtet werden können, und zu dem wackere Bürger sind, welche das Wohl des Landes fördern. Wir wollen hier, wie es der Titel besagt, eine Episode aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Prag und der Juden in Böhmen, die bisher nicht in genügender Weise aufgeklärt wurde, erzählen. Wir gestehen aufrichtig: der Geschichtschreiber der Juden, welcher die beispiellosen Schicksälsschläge dieses unglücklichen Volks im Mittelalter schildert, hat. einen harten Standpunkt. Der Zustand war, mit dem Koran zu sprechen, Finsterniß auf Finsterniß in Finsterniß. Nichts als Jammer und Elend, Wehe- und Klagegeschrei. Der Leser sucht nach einem Erholungspnnkt; doch vergebens. Das innere jüdische Leben bietet wohl Lichtpunkte, doch ist es natürlich, daß sie bei weitem von iv. 10