Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 127)
- Language
- German
- Belongs to
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127 larische Vertretung besaß. Indeß war das Wahlgesetz des Norddeutschen Reichstages, nach welchem die Wahlen zum Zollparlament auch in Süddeutschland vollzogen werden sollten, in dem letzteren vielfach ungenügend beachtet worden, und besonders waren nach dieser Richtung hin in Würtemberg derartige Uebelstände erzeugt, daß im Zollparlament eine Beschwerde einging, welche Bedenken gegen die Giltigkeit sämmtlicher 17 Würtembergischer Wahlen enthielt. Hier nun ist es Lasker, der am Schlüsse der darüber gepflogenen Verhandlungen unbarmherzig die Vorgänge schildert, welche das vorhandene Resultat der Würtembergischen Wahlen bewirkt haben. Er widerlegt die Behauptungen des Würtembergischen Minister-Präsidenten und anderer Würtembergischer Vertreter von den gegen Preußen sich vortheilhaft auszeichnenden Zuständen ihres Landes, und als hätte ihn seine Begeisterung für das große Ziel, zu welchem ihm das Zollparlament nur eine Vorstufe zu sein schien, auf die Hochwart seiner patriotischen Ahnungen und Bestrebungen erhoben, fährt er in seiner immer wieder von Beifall und Zustimmung begleiteten Rede fort: „Diese Debatte soll und wird dazu dienen, daß das Bewußtsein von der Aufgabe dieses Parlaments in Aller Herzen getragen, daß unser Patriotismus Mißverständnisse beseitigen und besiegen wird. Ich denke nicht von ihm so klein, wie Herr von Varnbüler, der mit dem Gedanken an Baumwolle, Tabak und Lumpen hier einzog, wenn ich auch nicht für gewaltsame Überschreitung und Durchbrechung seiner Kompetenz bin; aber eben so unmöglich wird es sein, durch die Verträge es zur Kleinheit herabzudrücken und durch die Berufung auf sie dem Particularismus zu helfen. Schon diese Debatte beweist, daß dies unmöglich ist, daß die deutsche Sache auch durch diese Wahlprüfung bricht. Möge sie dazu wirken, daß wir links und rechts uns als Deutsche gegenüber stehen!" In der Adreßfrage stimmt er am 7. Mai gegen die einfache Tagesordnung, die jedoch mit 186 Stimmen gegen 150