Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 125)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3138070-3138073-3138074--1018-3139108- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
125 § 17 mache das Land wehrlos, speculirt auf die Schwachen; das Etatgesetz schützt gegen Wehrlosigkeit zur Genüge. . . . Bisher habe ich geglaubt, daß sich das Genie eines Staatsmannes über die Frage der Parteien als eine untergeordnete hinweg zu heben vermöge; aber heute überzeuge ich mich, daß, um die „altfränkische" Tradition der Büreaukratie zu retten, die conservativen Grundsätze in der That bis zur Gefährdung dem Vaterlande zur Schande gereichen können . . . Doch vergebens l Nachdem in namentlicher Abstimmung das Amendement Miquel-Lasker mit 131 gegen 114 Stimmen angenommen wurde, erklärte Graf Bismark im Namen des Bundesraths, daß er die Gesetzesvorlage zurückziehe. Wir übergehen die Maßregeln, welche die Staatsregierung hiernach anordnete, um den Nachtheil vor Augen zn führen, welcher aus der Abstimmung des Reichstages für die Norddeutsche Marine erwuchs, und verlassen an dieser Stelle den Reichstag überhaupt, der in der folgenden Sitzung, am 24. April, seine Thätigkeit unterbrach, um sich vereinigt mit den Mitgliedern aus Süddeutschland — auf Grund des Bündnißvertrages vom 18. August 1868 und des späteren Zollvereinigungs-Vertrages vom 8. Juli 1867 — zu dem „Zollparlament" zu constituiren, das durch Se. Majestät den König von Preußen, in seiner Eigenschaft als oberster Schirmherr des Norddeutschen Bundes, am 27. April eröffnet wurde. Verweilen wir einen Augenblick bei dem Wesen und der Bedeutung des Zollparlaments, so erkennen wir in demselben die Erfüllung von Hoffnungen, die längst das ganze deutsche Volk in seiner Brust getragen, den Ausdruck eines nationalen Gedankens, der darauf gerichtet war, daß dereinstens der Tag kommen möge, an welchem das gesammte Deutschland durch das Organ einer gemeinsamen Vertretung seine Angelegenheiten berathe. „Vierzig Jahre", so beginnt die Königliche Eröffnungsrede, „sind verflossen seit Begründung des Vereins, welcher heute