Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1869
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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44 und sich vor ihren Wählern damit rechtfertigen, indem sie sagen: „Wir haben zwar in einem Punkte eine Versöhnung versucht, aber glaubt um Gotteswillen nicht, daß wir deshalb irgend wie in eine nähere Beziehung zum Ministerium getreten seien, nun werden wir erst recht auf allen übrigen Punkten, wo es nur angeht, dem Ministerinm mit aller Schärfe begegnen." Lasker, dessen eifriger Mitwirkung die national-liberale Partei ihre Bildung verdankte und in welcher er eine so hervorragende Thätigkeit entfaltete, nahm die Provocation des Ministers auf und erwiedert sie noch in derselben Sitzung am 23. November mit der ihm eigenen Vollgewalt der Rede in einer Weise, die sich fast von allen früheren Vortrügen unterscheidet, Denn während er sonst niemals das persönliche Gebiet streift und bei seiner Vertiefung in den Gegenstand der Debatte die echten Perlen der parlamentarischen Größe und Bedeutung zu Tage fördert, ohne an der Oberfläche im Sonnenstrahl des leicht zu erringenden Beifalls bei persönlichen Angriffen zu verweilen, greift er diesmal wie in einen bereit gehaltenen Köcher und richtet, ein kundiger Schütze, einen Pfeil nach dem anderen auf die Verwaltung des Innern und der Justiz. Er zählt Details aus der Handhabung der Justizpflege auf und ruft aus: „Auch nachdem der große Conflict beigelegt ist, werden die Disciplinar-Untersuchungen fortgesetzt und neue begonnen. . . Ich schließe daraus, daß es nicht Absicht des Herrn Grafen zur Lippe ist, jetzt einen anderen Maßstab an das Verhalten der Justizbeamten anzulegen, als er es früher gethan." Zu dem Ministerium des Innern übergehend, und nachdem er auch hier Specialitäten vorgeführt hat, fährt er fort: „Der Herr Minister des Innern hat gesagt, man solle doch die Regierung so weit unterstützen, als sie es nicht zu arg mache; das ist in der That mein Standpunkt. Ich halte es im Interesse der liberalen Sache, über kleine Dinge allenfalls hinweg zu sehen und die Leitung des Staates auf eine glatte Bahn zu bringen, aber Dinge, wie die erwähnten, sind mir zu