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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1869-01-01 · Heft 1 · page 9

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1869
Issue
Heft 1
Date
1869-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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9 den Interessen derselben vertraut, immer höher stieg er in ihrer Achtung, immer mehr wuchs sein Ansehen, sein Name wurde die Parole in allen Versammlungen und seine Reden bezauberten durch die Gediegenheit des Inhalts, durch die Schönheit der Form und durch die Gewalt des Vertrags. Der große Berliner Handwerker - Verein ernannte ihn zum Vorsitzenden seiner Unterrichts-Commission, die Baugewerkschule, deren Mitbegründer er war, erwählte ihn zu ihrem Curator. Um diese Zeit legte Professor Temme sein Mandat als Mitglied des Abgeordnetenhauses für den 4. Berliner Wahlbezirk nieder und eine Nachwahl wurde vorbereitet. Lasker durfte mit großer Wahrscheinlichkeit erwarten, daß seine Bewerbung um das Mandat von Erfolg sein würde; allein er konnte sich nicht entschließen, Canditatur zu machen, und gab nur dem dringenden Verlangen seiner Freunde nach, sich zur Annähme eines Mandats bereit zu erklären und einer an ihn ergangenen Einladung folgend vor der Wahlversammlung seine politischen Ansichten darzulegen. In seiner Candidatenrede am 4. Januar 4865 erklärt derselbe, daß das Wahlgesetz mit seiner Dreiklassentheilung das Princip der Gleichheit verletze und zugleich jeden erkennbaren Grundsatz einer billigen Erwägung entbehre; allein, wie die Verhälnisse einmal lägen, so streite man gegenwärtig nur um das tägliche Brod der Freiheit und dazu gehöre vor Allem das Budgetrecht; ein neues Wahlgesetz jedoch, wie es der Vorredner verlange, sei vorläufig ein Luxusartikel. Diese Auffassung sah sich Lasker genöthigt, in einem Schreiben an den Vorstand der Wahlmanuschaft gegen die daran geübte Kritik zu rechtfertigen; allein heute, nachdem der Reichstag zweimal durch den Modus der direkten Wahl zusammengetreten ist, hat sich die vor 3 Jahren darüber ausgesprochene Auffassung Lasker's bereits als richtig erwiesen. Lasker knüpft die fernere Darlegung seiner politischen Ansichten an die Ereignisse des Tages an und schließt unter dem größten Beifall der Versammlung, die ihm, nachdem er geendet, durch Erhebung von den

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