Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 308)
- Language
- German
- Belongs to
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314 «seinem Patienten dm Puls fühlen wollte, aber statt nach dem PM griff er nach den in seiner Abwesenheit von Melo fabricirten Briefen und entfernte sich schleunigst. Die Kriegslist gelang, jeder der- Führer ging in die gelegte Schlinge und Safi fiel.*) Das Beispiel, in solcher Weise Städte zu erobern und Länder zu gewinnen steht in der Geschichte nicht vereinzelt da, in jedem Kriege wiederholt sich Aehnliches, und Portugiesen wie Franzosen, Deutsche und Engländer machten sich kein Gewissen daraus, sich in Kriegszeiten durch List und Schlauheit den Weg zu bahnen, List und Gewalt für Kriegskunst und Kriegsrecht gelten zu lassen. Wohl aber lassen sich nur wenige Beispiele aufzählen, daß Juden, immer und allenthalben die ihren Herrschern treuesten Unterthanen** ***)), sich dazu verstanden hätten, es mit dem Feinde zu halten. Der jüdische Arzt hatte das Wohl seiner Mitbürger, seiner Brüder im Auge; er wollte die Stadt von Tyrannen befreien und hoffte, daß der Portugiese das alle Bewohner schwer drückende Joch abnehmen werde. Safi blieb noch lange der Kampfplatz. Mehr als einmal versuchten die Mauren, diese wichtige Handelsstadt den Portugiesen zu entteißen. - Als Nuno Fernande; d'Atayde Oberbefehlshaber von Safi war, wurde die Stadt plötzlich von mehr als 100,000 Mann eingeschlossen. Atayde sah sich der größten Gefahr, ausgesetzt. Zwei Juden aus Azamor erhielten hiervon Kunde und nahmen sich vor, dem ihnen befreundeten Landsmanne zu Hilfe zu eilen. Jsaac Beneemero*^) und ein gewisser Jsmael bemannten auf eigene Kosten zwei Fahrzeuge mit Glaubensgenossen und segelten nach Safi äb. Im Dunkel der Nacht verschafften sie sich, ohne von den wachthabenden Posten bemerkt zu werden, Zugang zu der belagerten *) Damiao de Goes, 1. c. 188; Borius 1. c. 139 a. ' **) Vgl. mein Menaffe beu Israel im Jahrbuch für Geschichte II, 160 ff. ***) Beneemero p.