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Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums · 1862-01-01 · Heft 1 · page 294

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Journal
Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
Volume
1862
Issue
Heft 1
Date
1862-01-01
Page
– (sequence 294)
Language
German
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299 Wasser vorhanden ist, wie bei euch, um dieselben zu treiben. Nahe an der Synagoge, in der Mitte der Stadt, giebt es einen leeren Raum, wohin die ganze Gemeinde sich begiebt, um da nach der Richtung des Tempels, der von diesem leeren Platze gesehen wird, abermals zu beten; hier nahe ist ein Gebäude, das das Studierhaus des Königs Salamon genannt wird, wo aber nur Araber eintreten dürfen. Frau Stella, die Gemahlin des Rabbi Mosche aus Burgo, hat das Gebäude durch den Harem einer angesehenen Araberin, die nahe an dem Midrasch Schelomo wohnte, sehen können; ich hörte von ihr erzählen, daß es aus prächtigen weißen Steinen, die rein an Farbe wie der Himmel sind, zusammengesetzt, und von einem goldenen Dache von Künstlerhand gearbeitet, bedeckt ist, doch das Innere des Gebäudes hat sie nicht sehen können, und hörte ich von ihr sagen, daß es außerordentlich elegant sein soll, der König (?) hat viel Geld darauf verwendet. Die Araber versammeln sich jeden Freitag zum Gebete, welches ungefähr eine halbe Stunde dauert, und nur während dieser Zeit enthalten sie sich der Arbeit. Etwas weiter unten vom Tempelplatz ist das Thal Josaphat, das Thal Hinam, jenseits des Thals ist das Grab Secharja's Sohn des Priesters Jodias. Nahe daran ist ein thurmartiges Gebäude, die Hand Absaloms genannt; die Hälfte dieses Gebäudes ist mit Steinen angefüllt, die hineingeworfen wurden, weil Absalon sich gegen seinen Vater empört hat. Nicht weit von hier ist der Oelberg, von wo aus man den Berg Carmel, Sodom, Gomora und das todte Meer sieht; auf dem Oelberg ist eine schöne Höhle, in welcher die Propheten Hagai, Sacharja und Malachi begraben sind. Eine halbe Tagereise von Jerusalem ist auf der Spitze eines Berges das Grab des Propheten Samuel sichtbar; dort ist eine schöne Synagoge, wohin die Gemeinde für jeden Sabbath Oel zum Unterhalten einer Lampe schickt. Die Pattiarchen-Gräber in Hebron sind eine Tagereise von hier entfernt; auf dem Wege dahin ist das Grab Rachels. Ich war bis jetzt noch nicht da, weil die Wege durch die Beduinen unsicher sind; erst vor kurzer Zeit wurde einem Juden, der aus Hebron mit seiner

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