Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Journal
- Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums
- Volume
- 1862
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 285)
- Language
- German
- Belongs to
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290 der für Geld zu essen geben würde, wie dies bei uüs der Fall ist; wenn ein Fremder, der noch dazu der Sprache unkundig ist, nach Damascus kommt, so nimmt sich Niemand außer dem geehrten Rabbi Mosche Makran seiner an. Möge Gott seine gute Handlung belohnen. Damascus ist eine große Stadt mit breiten Straßen, schönen Häusern und Höfen, worin viele Quellen vorhanden sind; es sind daselbst 3 Gemeinden, zusammen 500 jüdische Familien, die zum Theil Handel mit Kleiderstoffen und anderen Gegenständen treiben, und zum Theil Handwerker sind; viele leihen den Venitianern auf sichere Pfänder zu 24$, anders legen ihr Geld auf Escompte und dies bringt ihnen auch 18$. Im Ganzen ist Damascus ein ergiebiger Ort, wie ich gehört habe; ich kann leider nur vom Hörensagen erzählen, denn am Rosch haschana wurde)ch fast blind, woran der empfindliche Frost des Nachts auf der Reise hieher schuld hatte, und mußte daher die ganze Zeit das Haus hüten. Am Mittwoch den 15. Oktober 5256 verließen wir mit andern Führern Damascus; wir haben ' mit ihnen bis Sapheth 10 Marcelli per Kopf bedungen, wofür sie uns von Zöllen und dergl. freihalten mußten. Freitag Morgens kamen wir nach Saphet, wo wir ein kleines Zimmer bei einem armen Juden nahmen; wir blieben da einen Monat und bezahlten je zwei ein Silberstück für Miethe und für die Mühe, uns Brot und Speise herbei zu schaffen. Saphet ist eine große Stadt am Abhänge des Berges, die Häuser sind klein und unansehnlich. Wenn es regnet ist es unmöglich, vor Schmutz auszugehen, selbst im Sommer ist es beschwerlich, in den Straßen hemmzugehen, weil man immer bergan und bergab zu steigen hat. Die Erde ist aber gut und fett, und besonders ist das Waffer vortrefflich. Was ich bestätigen kann, ist, daß es hier eine große Anzahl alter Leute, die mehr als 60 und 70 Jahre zählen, giebt ich habe sogar einen von 130 Jahren, der noch ganz rüstig war, gesehen. Die Gemeinde daselbst ist 300 Familien stark; die meisten Juden haben Läden mit Gewürzen, Käse, Oel, Hülsenftüchten und Obst; ich habe gehört, daß ein solcher Laden mit einem Capitale von 25 Ducaten 5 Personen